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Beteiligungsgesellschaft Blue Cap führt Gämmerler weiter

Münchner Investor ist bereits seit 2009 auch bei Planatol engagiert

Die Blue Cap AG führt den insolventen Maschinenbauer Gämmerler (hier ein Archiv-Bild vom Firmensitz in Geretsried) unter neuer Firmierung weiter.

Bei dem seit Anfang August 2011 in Insolvenz befindlichen Maschinenbauunternehmen Gämmerler (Geretsried-Gelting) geht es weiter. Nach Informationen von Deutscher Drucker wird der Hersteller von Postpress-Technologie unter der Firmierung Gämmerler GmbH im Markt bleiben. Inhaber der neuen Firma ist die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Blue Cap AG, deren Alleinvorstand Dr. Hannspeter Schubert auch als neuer Geschäftsführer bei Gämmerler agiert.

Die Gämmerler AG hatte am 5. August wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Vom eingesetzten Insolvenzverwalter Alexander Saponjic wurden „Altlasten“ als Grund für die finanziellen Engpässe genannt.

Gämmerler unterhält Werke im oberbayrischen Geretsried-Gelting sowie in Leisnig (Sachsen). Beide Standorte sollen offenbar weitergeführt werden. Das 1978 gegründete und bis 2007 von der Gründerfamilie Gämmerler geführte Unternehmen war zuletzt im mehrheitlichen Besitz der Bielenberg Beteiligungs GmbH und unter der Leitung von Alleinvorstand Dr. Kai Bielenberg.

Blue Cap ist im Zulieferbereich der grafischen Industrie bereits engagiert: Seit 2009 hat das Beteiligungsunternehmen in mehreren Schritten Anteile am Klebstoffhersteller Planatol (Rohrdorf) erworben. Zum Jahreswechsel 2010/2011 war die Beteiligungsquote nach Ausübung von weiteren Optionen auf nun 94 % erhöht worden.

Über die Blue Cap AG sagte deren Alleinvorstand Dr. Hannspeter Schubert Anfang 2011 in einem Interview: „Wir erwerben Mehrheitsbeteiligungen an mittelständischen Nischenunternehmen, die über eine gewisse Substanz verfügen und deren Jahresumsatz zwischen zehn und 50 Millionen Euro liegt. Solche Gesellschaften sind für große Finanzinvestoren uninteressant, weswegen diese Investoren für uns keine Konkurrenten sind. Eine Beteiligung kaufen wir nur dann, wenn sichergestellt ist, dass das Kerngeschäft des Unternehmens eine langfristige Wertsteigerung zulässt. [...]  Erwerben wir eine Gesellschaft, die rote Zahlen schreibt, wollen wir sie schnellstmöglich auf Profitabilität trimmen. Generell beteiligen wir uns gerne an Nischenplayern, bei denen ein gewisser Handlungsdruck besteht.“

Blue Cap hat im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Jahresverlust von 2,64 Mio. Euro verbucht, was im wesentlichen auf die Wertberichtigung sämtlicher Aktivwerte der Beteiligung SMB-David zurückzuführen ist. Das Maschinenbauunternehmen aus Herrsching hatte Insolvenz anmelden müssen.

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