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Bodensee Medienzentrum: Mit neuem Eigentümer ins Schutzschirmverfahren

BMZ in Tettnang gehört seit 1. Oktober 2015 zur Astov-Druckereigruppe – Produktion soll geschlossen werden
 

Das Bodensee Medienzentrum (BMZ) in Tettnang.

Das Bodensee Medienzentrum (BMZ) in Tettnang ist seit dem 1. Oktober 2015 in neuen Händen. Die ehemaligen Gesellschafter Andreas Gessler und Joachim Senn veräußerten ihre Anteile an die Astov-Gruppe mit Hauptsitz in Dresden. Der neue Geschäftsführer Andrew Seidl beantragte das Esug-Insolvenzverfahren, um das BMZ zu sanieren, wie Südkurier Online und Schwäbische.de aktuell berichten.

Der Verkauf der Unternehmensanteile durch die früheren Gesellschafter, die Lorenz Senn GmbH & Co. KG und die Robert Gessler GmbH & Co. KG, an die Astov-Unternehmensgruppe mit Wirkung zum 1. Oktober 2015 sei erfolgt, „um der Bodensee Medienzentrum GmbH & Co. KG in Zukunft eine dauerhafte und wirtschaftlich erfolgreiche Marktposition zu sichern“, wie es weiter heißt. Die Produktion in Tettnang-Bürgermoos soll geschlossen und an andere Standorte der Gruppe verlagert werden. Im Gespräch sei vor allem der Ulmer Standort der deutschlandweit agierenden Unternehmensgruppe, wie es weiter heißt. Die 16 Mitarbeiter der Druckerei in Tettnang sollen teils neue Verträge an anderen Standorten angeboten bekommen haben. Kündigungen seien bisher noch nicht ausgesprochen worden. Die Abteilungen Verkauf und Druckvorstufe des Bodensee Medienztrums in der Lindauer Straße sollen unverändert bestehen bleiben. Man sehe gute Chancen, dass die hiervon rund 20 betroffenen Arbeitsplätze erhalten werden, wie Joachim Senn, der das BMZ vor 14 Jahren gemeinsam mit dem Friedrichshafener Verleger Andreas Gessler gegründet hatte, einem der beiden Online-Blätter gesagt haben soll. 

Die Mitarbeiter des BMZ hätten von dem Verkauf ihres Unternehmens bei einer Betriebsversammlung am 6. Oktober erfahren. Der neue Geschäftsführer, Andrew Seidl, betreibt eine Rechtsanwaltskanzlei, ist selber Fachanwalt für Insolvenzrecht und Autor verschiedener Bücher zum Insolvenzrecht und einer der Mitinhaber der Astov-Gruppe. Zusammen mit Dr. Torsten Voss, dem Astov-Geschäftsführer, hat Andrew Seidl vor einiger Zeit ein Buch mit dem Titel „Die zweite Chance – So retten Sie Ihr Unternehmen mit dem Insolvenzplanverfahren“ herausgegeben. 

Seidl hat eine besondere Form der Insolvenz angemeldet, um den Betrieb zu sanieren – das so genannte Esug-Schutzschirmverfahren.

Wie Andrew Seidl weiter zitiert wird, soll das BMZ „zu einem wichtigen Standort der Astov-Gruppe ausgebaut werden“. So wolle man mit der Neuakquise die Marktposition der Astov-Unternehmensgruppe im Raum Bodensee-Oberschwaben sowie in der Schweiz stärken und den Kunden „ein weitaus größeres Leistungsspektrum vom Digitaldruck, dem Bogenoffset bis hin zum Rollendruck anbieten“.

Die Weiterführung des operativen Geschäfts des Bodensee Medienzentrums (an anderen Standorten) sei vollumfänglich sichergestellt.

Die Astov Druck- und Medien Beteiligungsgesellschaft mbH

Zur Astov Druck- und Medien Beteiligungsgesellschaft mbH, Sitz Dresden, gehören Firmen wie APM Alpha Print Medien AG, Konrad Triltsch Print und digitale Medien GmbH, BGZ Druckzentrum GmbH, Neue Druckhaus Dresden GmbH, Fahner Druck GmbH und Neue Süddeutsche Verlagsdruckerei GmbH. Der Verbund beschäftigt über 350 Mitarbeiter.

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Leserkommentare (1)

Peter | Montag, 26. Oktober 2015 09:16:03

Insolvenz als Standard-Geschäftsmodell der grafischen Industrie?

Und schon wieder reitet einer den Konkurs...
Gibt es eigentlich eine Branche, in der mehr Planinsolvenzen stattfinden als in der grafischen Industrie? Schlimm ist, dass die Konkursrittern all denen das Leben schwer machen, die noch Geschäftsleute mit Anstand sind. Manchmal schäme ich mich für unsere Branche.

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