Boyens Medien-Gruppe schließt ihre Bogenoffsetdruckerei in Heide

42 Mitarbeiter wechseln in eine Transfergesellschaft
Boyens

Geschäftsführer Sönke Boyens

Die Boyens Offset GmbH & Co. KG (Heide, Schleswig-Holstein), das Akzidenzdruck-Unternehmen der Boyens Medien-Gruppe, stellt zum 30. Juni 2012 den Betrieb ein. Dies berichtet Boyens auf seiner Website. Geschäftsführer Sönke Boyens habe betonte, dass von diesem Schritt keine Signalwirkung auf die anderen Unternehmen der Gruppe wie Boyens Zeitungen, Anzeigenblätter, Buchverlag oder Boyens Mailing ausgehe. Die zukunftsfähigen und wirtschaftlichen Unternehmenszweige sollten weiter ausgebaut werden. Von der Schließung sind 42 Mitarbeiter betroffen.

„Angesichts des Strukturwandels und der Wettbewerbssituation in der Druckbranche sahen wir keine Möglichkeit, die Arbeitsplätze zu sichern“, wird Sönke Boyens zitiert. Die betroffenen Mitarbeiter können für ein Jahr in eine Transfergesellschaft zu wechseln, die von der Agentur für Arbeit und Boyens Medien getragen wird.

Durch die Kooperation mit einer anderen Druckerei in Schleswig-Holstein – deren Name noch nicht genannt wurde – will Boyens die Betreuung seiner Kunden sicherstellen. Der Partner wird für eine Übergangszeit den Druckbetrieb am Heider Standort weiterführen–  mit Mitarbeitern von Boyens Offset. Somit hat die bisherige Belegschaft die Möglichkeit, sich aus der Transfergesellschaft heraus auf die angebotenen Stellen zu bewerben. Gleiches gilt für Arbeitsplätze, die in anderen Bereichen der Boyens Medien-Gruppe für neue Tätigkeiten benötigt werden.

"Enormer Preisdruck"

Boyens spricht davon, dass die Produkte aus dem Bogenoffsetdruck, „einem enormen Preisdruck unterliegen“. Eine vor dieser Entwicklung erfolgte Restrukturierung im Jahr 2010 führte nach Angaben von Sönke Boyens „trotz deutlicher Fortschritte nicht zu einem ausgeglichenen Ergebnis“. Der Bereich sei nach wie vor defizitär. Aufgrund der nach wie vor negativen Prognosen für Bogenoffset rechnet das Unternehmen nicht mit einer Verbesserung der Lage und entschloss sich deshalb zur Schließung dieses Betriebszweigs.

„Dieser Beschluss fiel der Geschäftsleitung äußerst schwer. Sie hat über einige Jahre versucht, den nun vollzogenen Schritt zu verhindern“ so Sönke Boyens, der auch Vorsitzender des Verbands Druck und Medien Nord ist.

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Leserkommentare (1)

M.Gramm | Donnerstag, 01. März 2012 13:26:01

Schließung von Offsetdruck

Der hohe Preisdruck im Akzidenzbereich kommt doch ganz klar aus Überkapazitäten und sog. Internet-Druckereien. Das Sammelformen die sich wunderbar über ein Web-Angebot zusammen stellen lassen, viel günstiger sind als Indiviualaufträge durch die vielen Synergieeffekte, ist Sonnenklar. Völlig unklar ist, warum eingentlich alle bekannten Sammeldrucker = Internetdruckerei im Süden der Republik sind.
Nicht aufgeben, sondern gemeinsam im Norden eine tolle Internetdruckerei mit neuen Tools und genutzten lokalen Vorteilen auf die Beine stellen. Damit die Menschen hier bleiben können!

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