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Caro-Druck stellt Betrieb ein

Taz vergibt Druck der süddeutschen Teilauflage nach Gießen
 

Blick in die Produktion bei Caro-Druck im Frankfurter „Ökohaus“: Die Rotation vom Typ Solna D 380 wurde erst 2007 angeschafft. DD-Archivbild

Die Caro-Druck GmbH in Frankfurt am Main stellt zum 31. Dezember 2012 ihren Betrieb ein. „Ich bin zu alt und es gibt keinen Nachfolger, der in den schlechten Zeiten die Druckerei übernehmen möchte“, erklärte Geschäftsführer Klaus Sutor gegenüber print.de. Von der Schließung sind etwa 30 Voll- und Teilzeit-Mitarbeiter betroffen.

Erst 2007 hatte die Firma in eine neue Zeitungsrotation vom Typ Solna D 380 investiert. Bekanntheit erlangte das Frankfurter Unternehmen durch den Druck der überregionalen, in Berlin verlegten „Tageszeitung“ (Taz). Seit 1983 produziert Caro die Teilauflage für den süddeutschen Raum – etwa die Hälfte der Gesamtauflage von derzeit rund 72 000 Exemplaren. Dieser Großauftrag reicht laut Sutor nicht aus: „Wir hatten jetzt drei harte Jahre, die kosteten sehr viel Kraft. Und die kann ich jetzt mit meinen 65 Jahren nicht mehr aufbringen.“ Im Sommer habe er zusammen mit seinen Mitarbeitern den Entschluss gefasst, den Betrieb aufzugeben.

Die süddeutsche Taz wird künftig in Gießen von der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft (MDV) gedruckt. Taz-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch begründet die Entscheidung: „Wir haben eine Druckerei gesucht, die im Berliner Format druckt und vertriebsgünstig liegt. Die MDV ist ganz neu ausgestattet und hat seit Mai eine leistungsfähige, neue Maschine, die in bester Qualität druckt.“ Bei dieser Maschine handelt es sich um eine 48-Seiten KBA Commander CT. Nach dem Druckereiwechsel soll die Ausgabe Süd der Taz auch montags bis freitags durchgehend vierfarbig ge­druckt werden.

Mit Caro-Druck schließt eine Druckerei, die viel für die linke, grüne und alternative Szene produzierte. 1967/68 in Heidelberg gegründet, später nach Plankstadt umgezogen, stieg Caro-Druck 1974 in den Zeitungsdruck ein. Das Unternehmen arbeitete als eine der ersten Druckereien mit Recyclingpapieren. Zuletzt bestanden Caro-Druckpapiere zu 80 bis 100 Prozent aus Altpapier. Von 1977 bis 1992 hatte Caro-Druck im ehemaligen Libri-Haus in Frankfurt produziert, 1992 zog die Druckerei in das Ökohaus um, damals das größte nach ökologischen Prinzipien gebaute Gewerbehaus. 2009 wurde Caro-Druck für sein Engagement im Umweltschutz als „Ökoprofit“-Betrieb ausgezeichnet.

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