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Colordruck Leimen stellt Insolvenzantrag

86 Mitarbeiter betroffen
 
Colordruck Leimen

Die Geschäftsleitung der Colordruck Leimen GmbH (Leimen bei Heidelberg) musste Insolvenzantrag stellen.

Mit Colordruck Leimen hat eine vielfach für ihre Qualität preisgekrönte Bogenoffsetdruckerei nun Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das  Amtsgericht in Heidelberg setzte am 26. Juli 2013 den Rechtsanwalt Steffen Rauschenbusch von der Mannheimer Kanzlei Ernestus Rechtsanwälte als vorläufigen Insolvenzverwalter ein.

Ursache der finanziellen Probleme sei „die lang anhaltende Krise in der Druckbranche“, zitiert die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) aus einer Pressemitteilung. „Sinkende Preise und rückläufige Auflagen“ werden ebenfalls genannt. Der eingesetzte Verwalter will erreichen, dass das Unternehmen nach Schuldenabbau und Restrukturierung fortgeführt werden kann. Der Geschäftsbetrieb geht derzeit uneingeschränkt weiter.

Colordruck Leimen wurde 1969 gegründet. Unter der Leitung der Geschäftsführer Lars Schmidt, Claudia Kleiser und Rainer Bender produzierten aktuell noch 86 Mitarbeiter unter anderem Geschäftsberichte, Kataloge, Prospekte und Kalender.

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Leserkommentare (7)

Udo Schäfer | Freitag, 02. August 2013 10:36:03

Color-Druck ...... gleichen Versäumnisse

Hallo Herr K.K.

>>>>>> Volltreffer !!!!

Ganz wichtige und treffende Aussagen - wobei das auch für die "Pflege" der sicherlich sehr wichtigen Bestandskunden gelten muss.

Halt die 3 großen P: gutes Personal = gute Produkte = auch Profit (?)

Zu Maschinenhersteller: Auch hier entscheidet letztlich der Entscheider (Chef) was er braucht und will !

US

Karl Kraft | Donnerstag, 01. August 2013 09:56:02

....seit Jahren die gleichen Versäumnisse

Seit Jahren wird der gesellschaftliche Wandel und damit ein dynamisches Anforderungsprofil für Unternehmer und Führungskräfte mit Personalverantwortung, in der Druckindustrie weitgehend ignoriert. Nicht vorsätzlich aber nachhaltig in der Auswirkung. Gerade in diesem Industriezweig (heute teilweise immer noch als "Handwerk" bezeichnet) wurde der Fokus auf "besser, schneller, höher,weiter", gelegt. Die Maschinenhersteller trugen maßgeblich dazu bei. Der wichtigste Parameter für eine Erfolgsspur ist und bleibt der Mitarbeiter. Und genau der wurde als Sekundärparameter nach Controlling, Change Management und Zertifizierungswahn eingeordnet. Eine Kongruenz des Unternehmensbildes (Stimmt die Außenwahrnehmung der eigenen Druckerei mit der Unternehmenskultur innen überein?) ist einer der Hauptschlüssel für nachhaltigen Unternehmenserfolg im Neukundengeschäft. Dass erreichet der Unternehmer aber nur, wenn die Mitarbeiter das Unternehmensziel mittragen. Dieses Mittragen bekommt man aber nicht geschenkt. Dafür muss der Unternehmer etwas tun. Die Kommunikationskultur im Unternehmen muss gestaltet werden. Die Mitarbeiter müssen begeistert werden. Die Identifikation muss als maßgebliches Element der Stärke des Unternehmens gesteigert werden. All das kann man unter dem Begriff Unternehmenskultur zusammenfassen. Und die beginnt nun mal im Kopf des Unternehmers.

Blei-Laus = Udo Schäfer | Mittwoch, 31. Juli 2013 14:46:02

Colordruck

Hallo Herr Dr. A.S.

vorweg, ich tue mich schwer Namen im WEB auszuschreiben, es ist halt in der "Datenwelt".
Weiterhin sollte Blei-Laus ein Synonym für mein Alter und die Herkunft sein. Aber Sie haben recht, wenn man kommentiert sollte man das doch eher offen machen.

Die Abwärtspirale/Todesspirale für viele, meist auch noch Unbeteiligte, lässt sich nur bremsen wenn die aktuelle Denke "Umsatz, Umsatz, Umsatz ...." gegen "Aufträge mit Deckungsbeitrag" gedreht wird - und viele der Anbieter auch wirklich mitmachen!
Ein paar meiner Kunden haben das relativ früh erkannt und sich größtenteils aus dem Trend des "billig verkaufen" zurückgezogen. Sie machen jetzt weniger Umsatz, haben aber einen recht interessanten Deckungsbeitrag. Natürlich ist auch das eine oder andere Nischenprodukt dabei.
Ob die Mitarbeiter mit flexiblen Arbeitszeiten oder gar nicht mehr eingesetzt werden, ist hier sicher auch eine Fragestellung.
Natürlich gehen solche Veränderungen nicht spurlos am Management und den Mitarbeitern vorbei.

Es gibt wohl kein Allheilmittel, die Zeit und die neuen Medien hinterlassen ihre Spuren aber die Druckindustrie sollte endlich den Dornröschen-Schlaf / die Lethargie beenden.

Zum Schluss: "Welche der wiederbelebten Insolvenzen hat denn wirklich kurz- oder mittelfristig wieder Fuss fassen können?

Gott grüß die Kunst
US

Dr. Andreas Selling | Mittwoch, 31. Juli 2013 13:06:02

Colordruck

Zunächst, liebe Kollegen, finde ich es schade (und ein bißchen traurig), wenn man meint, sich hier hinter lustigen (?) Alias-Namen wie "Max Mustermann", "Blei-Laus" und "Robli" verstecken zu müssen. Sei`s drum.

Sie sind traurig, Herr Mustermann, weil ein großer Mitbewerber vom Markt verschwinden wird? Aber nein, da kann ich Sie trösten. Wahrscheinlich lesen wir schon recht bald, dass alles gar nicht so schlimm war, und dass man mit guten Kunden, guten Maschinen und aufopferungsbereiten Mitarbeitern, befreit von sämtlichen Altlasten und mit noch "besseren" Marktpreisen, weitermachen wird. Das ist doch das Problem in unserer Branche. Da kann ich Blei-Laus nur zustimmen.

Na ja, und das Konzept vom Kommunikations-Dienstleister, an das uns Robli erinnert, ist ja so neu auch nicht, und von "Problemlösungskompetenz" haben wir auch schon mal gehört. Okay: schnell alle Maschinen raus 50 Mitarbeiter entlassen, damit ich mich endlich von der "Auslastungsfrage" befreien kann. Ach Robli, wenn es denn so einfach wäre!

Robli | Mittwoch, 31. Juli 2013 10:06:02

Nur ein Glied der Kette mehr....

Colordruck Leimen.... überraschend? Nein.
Jahrelang einer meiner geschätzten Mitbewerber bei vielen tollen Projekten.
Mal gewann CD mal wir....
Wie habe ich die Kollegen bei den Preisverleihungen immer beneidet....
toi toi das es weitergeht.

Unsere Branche trifft nicht nur auf eine Krise, Sie trifft auf einen gesellschaftlichen Wandel, vergleichbar nur mit der Industriealisierung des 19.Jhrdts. Es kommt nicht darauf an welche Zertifikate du hast, welchen überflüssigen Preis du gewinnst oder welche Druckmaschine du hast.... ob du in den Digitaldruck investierst oder nicht.....es kommt darauf an sich auf den gesellschaftlichen Wandel einzustellen. Kommunikation wird mobil. So einfach ist das. Beobachtet eure Kinder und Ihr beobachtet den Mediennutzer von morgen. Print wird bleiben.... Wo in unserer Gesellschaft.... und wie starkt... wir wissen es nicht. Springer verkauft Hörzu.. die Mutter aller Fernsehzeitungen... ein Zeichen? Vielleicht.
Gute Kundenbetreuung, neuste Technik, Digitaldruck......kann beim überleben helfen, ist aber keine Garantie dafür und verlängert oft nur das sterben..
Die Kunst ist, dem Kunden ein Problem zu lösen und daraus ein Produkt zu machen was zur Wertschöpfung beiträgt.

Und diese Produkte haben inzwischen selten etwas mit Drucken zu tun.
Solange Druckereien sich nicht von der Auslastungsfrage befreien, wie auch immer,
solange wir diese Insolvenzspirale kein Ende finden.

Blei-Laus | Mittwoch, 31. Juli 2013 09:26:02

Kommentar von M.M. zur Insolvenz CD sowie Lage der Druckbranche

Sehr geehrter Herr M.M.,

Sie haben mit Ihrem Kommentar zu dieser Insolvenzmitteilung fast alles auf den Punkt gebracht. Einiges sollte man aber auch noch berücksichtigen:
a) wenn man als Druckerei investiert, muss man eine Investitionsrechnung machen (VORHER)
b) wie viele Auftraggeber fordern diese Art von Zertifizierungen zur Auftragsvergabe
c) muss man jedes Marketingmodell mitmachen
d) es gibt auch eine (wenn auch kleine Gruppe) von Beratern, mit Blick auf den Kundenerfolg
e) während der Insolvenz werden die Angebotspreise noch "besser"
f) man kann sich leichter von Altlasten trennen und auf gleichem Wege weitermachen
g) .......

Gott grüß die Kunst
und alles Gute meiner geliebten Druckbranche

Max Mustermann | Dienstag, 30. Juli 2013 14:46:03

eine Branche geht vor die Hunde

Wer hätte das gedacht?
Colordruck und Insolvenz!
Einer der Vorzeigedruckereien, welche sämtliche Preise und Auszeichnungen einheimste, die man bekommen konnte. Marketingtechnisch alles in den Schatten stellte. Und jetzt das!
Mich hat es richtig durchgerüttelt. Bin echt traurig, weil ein guter und großer Mitbewerber am Markt wahrscheinlich verschwinden wird. Wie viele andere Akzidenzdruckereien auch.
Bitter ist es, die eigene Zukunft zu sehen und traurig Bewerbungen von Kollegen absagen zu müssen.
PSO, FSC, Co2, Klimaneutral, modernste Maschinen, green Solutions, diverse Auszeichnungen und Zertifikate haben anscheinend wenig ausgerichtet, eher sogar noch Geld gekostet, die Berater haben dabei gut Geld verdient.
Was soll denn da einer sagen, der gar nichts von dem hat?
Zum Glück?!


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