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Conrad Jacobson GmbH im Sog des Auflagenrückgangs insolvent

Sinkende Nachfrage nach Zeitungspapier macht Sanierung des Hamburger Papierhändlers notwendig
 

Rechtsanwalt Dr. Gideon Böhm von der Hamburger Kanzlei Münzel & Böhm ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Gesellschaften bestellt worden.

Über das Vermögen der Conrad Jacobson GmbH, der OTRA Overseas Trading Conrad Jacobson GmbH und der KIT Kondopoga International Trading GmbH hat das Amtsgericht Hamburg das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet. Rechtsanwalt Dr. Gideon Böhm von der Hamburger Kanzlei Münzel & Böhm ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Gesellschaften bestellt worden. Die Conrad Jacobson Gruppe ist Händler von Zellstoff und Papier und unter anderem Lieferant von Papier für Zeitungen.

Ursache für die Zahlungsunfähig soll – laut einer Mitteilung des Unternehmens – die Insolvenz des größten russischen Zeitungspapierproduzenten OAO Kondopoga seit Anfang des Jahres sein. „Durch die Digitalisierung der Medienlandschaft ist der Verbrauch von Zeitungsdruckpapier drastisch zurückgegangen“, sagt Dr. Alexander Wehowski, einer der Geschäftsführer der Conrad Jacobson GmbH. Die weiterhin hohe Papierproduktion hätte das Preisniveau auf historische Tiefstände gedrückt. Für die Hersteller von Zeitungspapier sei es somit nur schwer möglich, positive Ergebnisse zu erzielen, so Wehowski weiter.

Die Schieflage der OAO Kondopoga soll zugleich mehrfache Auswirkungen auf die betroffenen Gesellschaften in Hamburg haben: Zum einen ist die Conrad Jacobson GmbH mit 26 Prozent an der OAO Kondopoga wesentlich beteiligt, zum anderen ist das Unternehmen aus der Republik Karelien Lieferant der Handelsfirmen OTRA und KIT, deren Umsatzvolumen durch den Ausfall stark zurück gegangen sein soll.

Die zur Unternehmensgruppe gehörenden Firmen, deren Hauptgeschäft nicht der Handel mit Zeitungspapier ist, und die nicht direkt in einer Geschäftsbeziehung zur OAO Kondopoga stehen, seien von der Insolvenz nicht betroffen und verfolgten ihre Geschäfte weiter.

„Mit einer Konzentration auf die Kernkompetenzen wollen wir das Unternehmen an die veränderte Marktsituation anpassen und vollständig sanieren“, sagt Rechtsanwalt Dr. Gideon Böhm. Betroffen sind in Hamburg etwa 20 von 42 Arbeitsplätzen. Die Ursprünge der Conrad Jacobson Gruppe gehen bis ins Jahr 1897 zurück.

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