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Deutsche Druckindustrie im Sog der Konjunkturkrise

Hoffnung auf Trendwende im Drupa-Jahr 2004

Auch in der deutschen Druckindustrie sind die Spuren der Wirtschaftskrise deutlich sichtbar, wie der Bundesverband Druck und Medien e.V. (BVDM) in seiner Jahrespressekonferenz in Frankfurt/M. berichtet hat. Das lasse sich besonders an rückläufigen Umsätzen, deutlich weniger Aufträgen aus der Wirtschaft und Anzeigenrückgängen in Zeitungen und Zeitschriften festmachen.
Im Jahr 2002 sanken die Umsätze der Unternehmen im Durchschnitt um 5,0%, nachdem sie bereits 2001 um 2,8% gefallen waren. Der Umsatz der statistisch erfassten 1850 Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten betrug im Jahr 2002 gut 16 Mrd. Euro.
»Die Abwärtstendenz setzte sich in den ersten Monaten dieses Jahres fort. Bis einschließlich April 2003 belief sich das Umsatzminus auf 4,5%«, so Thomas Mayer, BVDM-Hauptgeschäftsführer vor der Presse. »Negative Einflüsse kamen für die Druckindustrie vor allem von der schwachen Konjunktur in Deutschland, aber auch ganz besonders von dem weiter nachlassenden Geschäft der Verlage und von den rückläufigen Werbeausgaben der Wirtschaft«, so Mayer weiter
Fast zwei Drittel der Umsätze mit Druckerzeugnissen hängen unmittelbar oder mittelbar von den Werbeaktivitäten der Wirtschaft ab. Im Wesentlichen sind dies Kataloge, Prospekte, Zeitungen und Zeitschriften. Von der Werbeflaute in Deutschland (mit Rückgängen um 5,1% im Jahr 2001 und 5,9% in 2002) wurden die Printmedien genauso betroffen wie die elektronischen Medien.
Die konjunkturelle Krise erfasste auch andere bedeutende Produktgruppen und Sektoren der Druckindustrie. Eine positive Ausnahme bildete im vergangenen Jahr allein die Produktion von Etiketten.
Die Kapazitätsauslastung der Unternehmen unterliegt großen Schwankungen . Im allgemeinen korreliert der Verlauf aber eng mit dem der Industrie. In 2003 sank der Auslastungsgrad bei Druckereien aber deutlich unter den industriellen Durchschnitt und erreichte den tiefsten Stand seit 25 Jahren.
Infolge der guten Druck-Konjunktur von 1997 bis 2000 hatte sich die Ertragslage der Unternehmen zwar gebessert. Allerdings wurde das hohe Niveau von Ende der 80er bis Anfang der 90er Jahre nicht wieder erreicht. Seit 2000 hat sich die Ertragslage wieder erheblich verschlechtert. Dies spiegelt sich auch in den Insolvenzen wider. Im Jahr 2002 registrierten die Amtsgerichte 306 Unternehmensinsolvenzen in der deutschen Druckindustrie, das sind 47% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und damit so viel wie nie zuvor. Und in diesem Jahr dürfte die Zahl der Insolvenzen kaum sinken.
Der Rückgang der Erträge beeinträchtigte auch die Investitionstätigkeit. Bereits im Jahr 2001 waren die Investitionen gegenüber dem Vorjahr um 9% gesunken, und die Investitionsquote, also das Verhältnis von Investitionen zum Umsatz, fiel auf 6,6%. 1998 lag die Quote noch bei 7,3%.
»Für 2002 liegen noch keine amtlichen Zahlen vor. Umfragen des Ifo Instituts vom Herbst 2002 deuten aber darauf hin, dass die Investitionen in der Druckindustrie im Jahr 2002 um weitere 10% gesunken sind. Auch für das laufende Jahr 2003 sind die Investitionspläne aufgrund der anhaltend schlechten Ertragslage noch sehr zurückhaltend. Die Unternehmen werden wohl 2003 ihre Investitionsbudgets im dritten Jahr nacheinander reduzieren, und zwar um schätzungsweise mindestens 5%«, berichtet Dieter Ullmann, Leiter Wirtschaftspolitik im BVDM.
Der Umsatz- und Ertragsrückgang führten 2002 auch zu einem verstärkten Abbau der Beschäftigung. Nachdem der Personalbestand 2001 noch fast konstant gehalten wurde (- 0,4%), sank er 2002 um 5,4% auf nunmehr knapp 212 000 Beschäftigte.
Nicht nur in der Industrie, auch in der Druckindustrie blieb das Geschäftsklima zuletzt noch sehr schlecht. In naher Zukunft sind keine Besserungen in Sicht. Der BVDM geht davon aus, dass die Konjunkturschwäche – wenn überhaupt – erst im späten Verlauf dieses Jahres überwunden sein wird. Dies gilt für die Industrie insgesamt und für das Werbeklima. Die Druckindustrie wird dann, mit entsprechender zeitlicher Verzögerung, auf diese Aufschwungtendenzen reagieren und wieder an Dynamik gewinnen. Im Jahre 2004 könnte es dann wieder langfristig bergauf gehen.
Nachdem die Ausbildungszahlen in der Druck- und Medienwirtschaft in den vergangenen Jahren steil anstiegen, ging es 2002 wieder bergab. Für das Jahr 2003 erwartet der BVDM sogar einen Rückgang der Ausbildungszahlen von bis zu 20%. Dabei muss beachtet werden, dass die Ausbildungsquote mit 9% in der Druckindustrie immer noch deutlich über dem industriellen Durchschnitt liegt. Damit dies so bleibt, rief der Präsident des Verbandes, Rolf Schwarz, seine Kollegen auf, ihre unternehmerische Verantwortung auch in schlechten Zeiten wahrzunehmen. Denn langfristig, so Schwarz, bedeutet Ausbildung Zukunftssicherung. Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung ist für die Betriebe die einzige Möglichkeit, sich als moderne Dienstleister am Markt behaupten zu können.

http://www.bvdm-online.de

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