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Deutscher Druck- und Papiermaschinenbau 2014: Umsätze 12 % niedriger als 2013

Rückläufiges China-Geschäft – Deutschland hat immer noch über 25 % Weltmarktanteil
 

Das Diagramm zeigt die Ausfuhr im VDMA-Bereich Druck- und Papiertechnik 2014 nach Fachzweigen in Mio. Euro (Quelle: VDMA / Stat. Bundesamt)

Auch 2014 waren die Umsätze und Auftragseingänge des deutschen Druck- und Papiermaschinenbaus rückläufig. Gerade die Umsätze bleiben deutlich um 12 % hinter dem Vorjahreswert zurück. „Es gibt nichts zu beschönigen. Der Markt für Druck- und Papiertechnik ist rückläufig. Die Branche muss sich dieser Tatsache stellen“, betonte Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik im VDMA, im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik im VDMA sowie der Jahrespressekonferenz. Beide Veranstaltungen fanden kürzlich im Stammsitz der Koenig & Bauer AG in Würzburg statt.

Trotz sinkender Umsätze verbuchte die Druck- und Papiertechnik „Made in Germany“ im vergangenen Jahr noch immer einen Weltmarktanteil von über 25 % und ein Ausfuhrvolumen von 4,18 Mrd. Euro, wie Dr. Heering weiter ausführte. Der Rückgang zum Vorjahr, als die Ausfuhren 4,45 Mrd. Euro erreichten, war zu drei Vierteln der Abkühlung in China geschuldet. Der Wert der Ausfuhren nach China sank bei Druckereimaschinen um 109 Mio. Euro, Papiertechnik um 83 Mio. und Papierverarbeitungsmaschinen um 18 Mio. Euro. In Summe entspricht das einem Rückgang um 210 Mio. Euro gegenüber 2013. Insgesamt sank das Exportvolumen der deutschen Druck- und Papiertechnik um 270 Mio. Euro. 

Die Ergebnisse einer im Rahmen der Versammlung vorgestellten „Wettbewerbsstudie China 2015“ im Auftrag des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik deuten an, dass vorerst nicht mehr mit Wachstumsraten wie in den vergangenen Jahren zu rechnen ist. Gerade im Zeitungs- und Buchdruck flaut die Nachfrage nach Neuanlagen ab. Besser sieht es im Verpackungsdruck und im Tissue-Markt aus. Allerdings verdeutlicht die Studie, dass Chinas Maschinenbauer technisch rasch aufholen. Da auch sie die Flaute im Heimatmarkt spüren, drängen sie verstärkt ins Ausland.

„Auch in China hat schon eine Art Konsolidierungswelle eingesetzt. Drastische Lohnsteigerungen führen dazu, dass sich eine Reihe von chinesischen Druckern verstärkt nach hoch automatisierten technischen Lösungen von deutschen und japanischen Druckmaschinenbauern umschauen“, so Heering. 

Der anhaltend rückläufige Markt macht den Mitgliedsunternehmen zu schaffen: Die Kapazitätsauslastung beträgt aktuell nur noch 80,5 %. Im Gesamtjahr 2014 lag sie im Schnitt um 84 %. „Wir erleben eine Phase der teils schmerzhaften Anpassung an die neuen Marktgegebenheiten“, so Dr. Heering weiter.

Exportvolumen nach Europa und in die USA nahezu konstant

Das Ausfuhrvolumen blieb 2014 bis auf den Rückgang in China nahezu konstant. „Mit 45,1 % ging fast die Hälfte der Ausfuhren unserer Branche in europäische Länder“, erklärte Heering in Würzburg. In den Vereinigten Staaten stieg die Nachfrage 2014 in allen Bereichen – also bei den Druckereimaschinen, in der Papiertechnik und bei Papierverarbeitungsmaschinen. Für ganz Nordamerika wird ein Umsatzanteil von 12,6 % genannt.

„Diese Lichtblicke können aber nicht darüber hinweg täuschen, dass sich unsere Branche im Wandel befindet – der von der Digitalisierung geprägt ist. Deutsche Druck- und Papiertechnik wurde 2014 weltweit verkauft in Höhe von 2,3 Mrd. Euro für Druckereimaschinen, 989 Mio. Euro für Papiertechnik und 888 Mio. Euro für Papierverarbeitungsmaschinen. Doch hat sich der Gesamtumsatz gegenüber den Spitzenzeiten in der Mitte des letzten Jahrzehnts halbiert. Gleiches gilt für die eingehenden Aufträge“, ergänzt Kai Büntemeyer, Vorstandsvorsitzender des VDMA-Fachverbandes Druck- und Papiertechnik und Geschäftsführender Gesellschafter der Kolbus GmbH & Co. KG. 

Wächst der Verpackungsmarkt – von 130 Mrd. in vier Jahren auf 715 Mrd. Euro?

Mit den Mitgliedsunternehmen wird ständig daran gearbeitet, neue Marktchancen zu eruieren. „Wir haben eine starke technologische Basis. Wir haben Know-how in der globalen Vermarktung. Und wir sind dabei, uns unter dem Dach des VDMA mit anderen Fachzweigen des Maschinen- und Anlagenbaus zusammenzutun, um uns mit unserem Know-how gemeinsam in Wachstumsmärkten in Stellung zu bringen. Dafür engagieren wir uns in unserem im Oktober 2014 gegründeten Forum Packmittel. Gemeinsam mit den zwei Fachverbänden Kunststoff- und Gummimaschinen sowie Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im VDMA sind wir mit der neuen Plattform angetreten, um unser Wissen zu bündeln, uns gemeinsam auf Messen und Veranstaltungen zu präsentieren und gemeinsam vorwettbewerblich zu forschen“, so Heering weiter. Laut Prognosen wird der globale Verpackungsmarkt zwischen 2014 und 2018 um 130 Mrd. Euro auf dann 715 Mrd. Euro wachsen.

Um die geschäftlichen Beziehungen auf dem amerikanischen Markt zu festigen und die Rahmenbedingungen zu harmonisieren, engagieren sich der Fachverband Druck- und Papiertechnik und sein US-Pendant, die amerikanische Association for Suppliers of Printing, Publishing and Converting Technologies (NPES), gemeinsam für das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP. „Wir haben im Dezember ein gemeinsames 6-Punkte-Papier verabschiedet und wollen unsere Zusammenarbeit intensivieren“, so Heering weiter. Vor diesem Hintergrund wertet es der VDMA als wichtiges Signal, dass NPES-Präsident Ralph J. Nappi zu Gast auf der Mitgliederversammlung in Würzburg war.

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