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Druckbranche Österreichs stoppt vorerst Abwärtstrend

Verband Druck- und Medientechnik Österreich sieht dennoch keinen Grund zur Entspannung
 

Faktoren wie Qualität und Regionalität spielen auch in Österreich eine immer stärkere Rolle bei der Auftragsvergabe. (Bild: Verband Druck & Medientechnik Österreich)

Im Jahr 2016 konnten die Druckereien Österreichs einen Umsatz von rund 1,66 Mrd. Euro verbuchen, das meldete der Verband Druck & Medientechnik Österreich. Das erste Mal seit sechs Jahren sei der Umsatz nicht mehr gesunken, sondern um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Die Zahl der Betriebe wäre stabil geblieben und die Zahl der Arbeitnehmer nur noch um 1,1 Prozent gesunken.

Grund zur Entspannung sieht der Verband Druck & Medientechnik Österreich dennoch nicht, der Aderlass in der Branche in den letzten zehn Jahren sei zu massiv gewesen. Den derzeitigen Trend zu Printprodukten wertet der Verband jedoch als positiv für die Branche. „Es wird noch immer und wieder verstärkt gedruckt – das wirkt sich positiv auf den Umsatz der Branche aus“, so der Präsident des Verband Druck & Medientechnik, Gerald Watzal. Allerdings – das zeige ein Blick in die Detailanalyse – profitierten derzeit nicht die klassischen Druckereien davon, sondern eher Nischenanbieter und neue Druckdienstleister.

Unter Druck seien nach wie vor die Zeitungsdruckereien, die mit einem Minus von 3,9 Prozent abschlossen. Auch die Ertragslage sei unverändert unterdurchschnittlich. Viele Druckereien hätten einen zu geringen Cashflow, um dringend benötigte Investitionen zu tätigen.

Die Branchenentwicklung zeige deutlich einen Trend in zwei gegenläufige Richtungen. „Auf der einen Seite haben wir große Druckereien, die immer stärker auf Industrialisierung setzen und die einem sehr starken Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind, auf der anderen Seite immer mehr Nischenanbieter und Spezialisten, die eine überdurchschnittliche Marktperformance hinlegen“, so der Verbandspräsident. Gefragt seien Kreativität, Beratungskompetenz und individualisierte Drucksorten. Gerade im Zuge des Best-Bieter-Prinzips und der CSR-Berichtspflicht für große Unternehmen spielten Faktoren wie Qualität, Regionalität und Gütezeichen, eine immer stärkere Rolle bei der Auftragsvergabe.

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