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Druckerei Christians: Brand verursachte Schaden in Millionen-Höhe

Drucker nutzen bei Kollegenbetrieben nicht belegte Schichten

Ein Feuer in der Hamburger Druckerei Christians hat in der Nacht zum Ostersonntag einen Schaden in Millionen-Höhe angerichtet. Allein der Wert der zerstörten Maschinen wird mit über fünf Millionen Euro beziffert. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. Möglicherweise haben drei Kinder das Feuer gelegt. Nach Aussage einer Anwohnerin waren unmittelbar vor Brandausbruch drei Jungen fluchtartig von dem Gelände weggelaufen. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes zur Brandursache dauern noch an.
Als die ebenfalls von der Nachbarin alarmierte Feuerwehr eingetroffen war, hatte es schon nichts mehr zu retten gegeben. In den Tonnen von Papier in der Halle fanden die Flammen reichlich Nahrung. »Das Feuer hatte sich geradezu explosionsartig ausgebreitet«, sagte ein Feuerwehrmann. Erst nach fünf Stunden war der Brand in der 800 Quadratmeter großen Druckerei unter Kontrolle.
Zum vollständig vernichteten Maschinenpark der Druckerei gehörten unter anderem eine Fünf- und eine Vierfarben-Maschine im IIIB-Format. Auf Grund entsprechender Brandschutztüren und -wände wurden die Verlags- und Vorstufenräume der Firma Christians vom Feuer verschont. Nach Aussage von Geschäftsführer Martin Lind konnte die Produktion bis hin zur Plattenherstellung nach Ostern wieder normal aufgenommen werden. Die Drucker jedoch sind derzeit bei Kollegenbetrieben im Einsatz und nutzen dort nicht belegte Schichten. Das wird allerdings nicht ausreichen, um die aktuellen Aufträge abzuwickeln. Christians war seit Anfang März »sehr gut ausgelastet«, wie Lind im Gespräch mit Deutscher Drucker erläuterte. »Tragisch und ärgerlich« findet er das Verhalten mancher Kollegenbetriebe, die bei seinen Kunden bereits kurz nach Bekanntwerden des Brandschaden »Schlange gestanden« hätten.
Im Dezember 2001 war die seit rund 250 Jahre bestehende Firma Christians in das »Haus der Multimedia-Produzenten« im Stadtteil Ottensen umgezogen. Für Geschäftsführer Martin Lind war die Zusammenführung der vormals vier Firmenstandorte mit insgesamt 35 Mitarbeitern »eine Investition in die Zukunft der Firma«, die bekannt für ihre Kunst- und Hamburg-Bücher ist. Wie es mit der Druckerei weitergeht, kann Lind allerdings erst nach Gesprächen mit Versicherung, Vermieter und Maschinenlieferanten sagen.

Druckerei Christians http://www.christians.de

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