Druckerei Fink aus Merklingen hat Insolvenz angemeldet

Betrieb läuft derzeit weiter

Der Betrieb der zahlungsunfähigen Druckerei Fink aus Merklingen läuft derzeit noch weiter.

Die Druckerei M. Fink GmbH & Co. KG mit Sitz in Merklingen (Baden-Württemberg) hat einen Insolvenzantrag gestellt. Nach Angaben der Ulmer Tageszeitung Südwestpresse brachte der Zukauf eines Unternehmens bei Esslingen und Schwierigkeiten mit einer neuen Druckmaschine das Familienunternehmen in Zahlungsschwierigkeiten. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Günther Weiß bestellt worden. Wie es für die 20 Mitarbeiter – davon sei die Hälfte geringfügig beschäftigt – weitergeht, hänge zunächst von der Agentur für Arbeit ab. Der Jurist bemühe sich um einen Vorschuss des Insolvenzgeldes. Zum jetzigen Zeitpunkt könne er aber nicht sagen, wie hoch die offenen Rechnungen sind, sagte Weiß gegenüber der Schwäbischen Zeitung. Derzeit wird mit vorhandenem Material weiter produziert.

„Wir sind zahlungsunfähig, nachdem die Bank nicht mehr mit in die Zwischenfinanzierung geht“, erklärt Beate Fink, Ehefrau des Gesellschafters Martin Fink, gegenüber der Tageszeitung. Das „Nein“ der Bank habe keinen anderen Weg zugelassen. Für die Insolvenz des Familienbetriebs nennt Beate Fink gegnüber der Südwestpresse zwei Gründe: Zum einen habe die Firma vor zwei Jahren aus „Marktbereicherungsgründen“ das Unternehmen CD-Creativ-Druck in Altbach bei Esslingen dazu gekauft: „Maschinen, Kundenstamm und Personal, sofern die Leute das wollten, haben wir übernommen“ wird Beate Fink zitiert. Aufgrund von „Ungereimtheiten“ über den Firmenwert hätte sie sich zum Rücktritt vom Kaufvertrag entschieden. Der Gerichtsstreit hierüber sei noch nicht beendet. Der zweite Grund sei die Anschaffung einer neuen Druckmaschine für rund eine Million Euro gewesen. „Die lief über ein Jahr lang nicht korrekt. Wir haben Kunden verloren und für über 100  000 Euro zusätzliches Material kaufen müssen", berichtete Beate Fink weiter. Der Prozess gegen den Maschinenhersteller und die Schadensersatzklage laufen ebenfalls. Verluste durch den Firmenkauf und die hohe Maschineninvestition hätten die Finks eingeplant, die Finanzierung sei sicher gewesen, nur habe keiner mit diesen Problemen gerechnet.

Rechtsanwalt Dr. Günther Weiß strebe an, die Druckerei nicht weiter als Kommanditgesellschaft bestehen zu lassen. Geplant sei stattdessen eine Auffanggesellschaft. Der Auffanggesellschaft solle auch ein Mitglied der Familie Fink angehören. Ob es der bisherige Geschäftsführer Martin Fink würde, sei allerdings noch unklar.

Die geplanten Ausgaben der Amtsblätter von Merklingen und Laichingen, die vom Unternehmen Fink gedruckt werden, dürfen aber laut Günther Weiß erscheinen. Auch dem Druck in der kommenden Woche stehe nichts im Wege. Bekannt war laut der Südwestpresse bereits vor dem Insolvenzantrag, dass die Stadt Laichingen und die Druckerei Fink zukünftig nicht mehr zusammenarbeiten werden.

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