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Druckerei J. Nickert meldet Insolvenz an

Neu-Ulmer Druck- und Verpackungsunternehmen zuletzt mit 20 Prozent Umsatzeinbruch
 

Die Neu-Ulmer Druckerei J. Nickert ist insolvent, 30 Mitarbeiter müssen um ihren Job bangen.

Das Druck- und Verpackungs-Unternehmen J. Nickert GmbH mit Sitz in Neu-Ulm hat in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Tobias Sorg von der Sorg Insolvenzverwaltung bestellt. Allein in den letzten anderthalb Jahren habe der Umsatzeinbruch bei Nickert 20 Prozent betragen. 

Die Druckerei J. Nickert sei aufgrund der Lage der Druckbranche schleichend in eine strukturelle Krise geraten, heißt es in einer Pressemeldung der Insolvenzverwaltung. Der Umsatz sei in den letzten anderthalb Jahren um 20 Prozent eingebrochen. Selbst frühzeitig eingeleitete Kosteneinsparungsmaßnahmen hätten diese Entwicklung nicht mehr ausgleichen können. Daraufhin sah die Geschäftsführerin Birgit Gaspard keinen anderen Ausweg, als am 14.7.2014 den Insolvenzantrag zu stellen.

„Es ist begrüßenswert, dass die Geschäftsführung frühzeitig einen Insolvenzantrag gestellt hat“, betont Insolvenzveralter Tobias Sorg. „Zu diesem Zeitpunkt waren weder Löhne noch Sozialversicherungsbeiträge rückständig.“ Sorg habe sich bereits ein Bild von der Lage vor Ort gemacht und prüfe derzeit die Bücher der Druckerei. „Wir haben auch schon mit den Kunden und Lieferanten Gespräche aufgenommen“, berichtet er. In den kommenden Wochen werde er auch damit beginnen, nach Sanierungsmöglichkeiten zu suchen. Erst im vergangenen Jahr hat Tobias Sorg die Weißenhorner Druckerei Mako (print.de berichtete) erfolgreich aus der Insolvenz geführt, daher kenne er die Lage der Unternehmen in der Druckbranche sehr gut. 

Die Mitarbeiter wurden durch Sorg im Rahmen einer Personalversammlung über den aktuellen Stand informiert. „Sie haben es gefasst aufgenommen und wollen dem Unternehmen auch weiterhin die Treue halten“, so der Insolvenzverwalter. Die Gehälter der 30 Mitarbeiter seien bis September durch Insolvenzgeld gesichert.

Auf einer 4.000 qm großen Produktions- und Lagerfläche produziert die J. Nickert GmbH seit ihrer Gründung 1996 hauptsächlich Medien- und Systemverpackungen. Des Weiteren steht die Veredelung und Verarbeitung von Druckerzeugnissen im Vordergrund. Einen weiteren Geschäftsbereich stellt die Verpackung von Gegenständen aller Art dar. Das Hauptgeschäft war dabei die Produktion von DVD-Boxen, weswegen die Krise des Unternehmens unter anderem auf die sinkende Nachfrage in diesem Bereich zurückzuführen ist. 

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