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Druckindustrie 2011: Lage bleibt angespannt

"Manteltarifrunde entscheidet über Zukunft des Flächentarifs und Zukunft der Branche"

Seit dem 1. November 2010 ist Dr. Paul Albert Deimel Hauptgeschäftsführer des BVDM.

Die wirtschaftliche Lage in der Druckindustrie wird auch im Jahr 2011 weiter angespannt bleiben. Wie der Bundesverband Druck- und Medien (BVDM) auf seiner Jahresauftaktpressekonferenz verkündete ist die Druckindustrie im Gegensatz zu anderen Branchen nach dem Krisenjahr 2009 noch nicht auf einen stabilen Wachstumskurs zurückgekehrt. Im Manteltarifjahr 2011 müssten nun die Weichen für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Branche gestellt werden.

„Das Jahr 2011 wird für die deutsche Druckindustrie ein Entscheidungsjahr“, so Dr. Paul Albert Deimel, Hauptgeschäftsführer des BVDM, zur Jahresauftaktpressekonferenz des Verbandes in Wiesbaden. Entscheidend für die zukünftige Entwicklung werde sein, welche Weichen die Branche stellt. National und international stehe die Druckindustrie vor tief greifenden Änderungen und großen Herausforderungen: Der Strukturwandel in der Medien­branche, Überkapazitäten und Restrukturierung der Industrie, die Verteidigung der unternehmerischen Freiheit gegenüber der europäischen und nationalen Politik, die Einführung neuer Berufsbilder, die bevorstehende Manteltarif- und Lohntarifrunde – dies sind nur einige der beherrschenden Themen der Druckindustrie und ihres Spitzenverbandes im neuen Jahr.

Druckindustrie stagniert – wirtschaftliche Lage bleibt weiter ernst

Verschärft werden die Herausforderungen durch die aktuelle wirtschaftliche Lage. Nach wie vor ist das Eis für eine spürbare Konsolidierung der Druckindustrie dünn. Die Umsätze sanken (kumuliert bis November 2010) um -3,2 Prozent, die Produktion stagnierte auf dem Vorjahresniveau (+0,3 %). Dagegen wiesen andere Industriebranchen, wie z. B. das Verarbeitende Gewerbe (Produktion: +11,4%, Umsatz +13,9 %), bereits wieder zweistellige positive Wachstumsraten auf.
Für das Gesamtjahr 2010 rechnet der BVDM mit einem Umsatzminus von 2,5 Prozent bei einem Gesamtumsatz von 21,2 Mrd. Euro. In 2011 erwartet der Verband bestenfalls Stagnation, das heißt ein nominales Umsatzwachstum von +0,2 Prozent. Die Ertragslage wird nach wie vor durch steigende Rohstoffpreise und Energiekosten belastet.

Manteltarifvertrag überholt

Auch der Manteltarifvertrag müsse sich laut Deimel diesen Voraussetzungen anpassen, um eine Tarifflucht der Arbeitgeber zu verhindern und um besser im europäischen Wettbewerb bestehen zu können. „Die Frage der Zukunftsfähigkeit des Manteltarifvertrages ist eine Weichenstellung, die über die Zukunft des Flächentarifvertrages und der Branche entscheidet,“ so Dr. Paul-Albert Deimel.
Der aktuelle Manteltarifvertrag sei von der Realität überholt. Er enge die Betriebe so stark ein, dass ihre Zukunftsfähigkeit und damit auch Arbeitsplätze gefährdet sind. Für die Arbeitgeber steht die Manteltarifrunde 2011 unter den Vorzeichen Kostensenkung, höhere Arbeitsproduktivität und Zukunftsausrichtung der Betriebe. Hierin sehen die Unternehmen ihre Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Wie Gewerkschaften und Betriebsräte zu geplanten Lohnkostensenkungen etwa beim Mindessatz für ungelernte Krafte stehen, wird sich in den Verhandlungen in diesem Jahr zeigen. Laut Deimel gehe es hier nicht um einseitige Unternehmensinteressen, "sondern um die Verantwortung für den Erhalt von Arbeitsplätzen und die betriebswirtschaftlichen Grundlagen der Unternehmen.“

BVDM drängt auf freien Wettbewerb in Europa

Die gesamte Druckindustrie, besonders aber der Zeitungsdruck und der Illustrations­tiefdruck, steht aktuell in einem schwierigen Umfeld. "Die Insolvenz der Schlottgruppe AG ist eine sehr traurige Nachricht," erklärte Deimel zu den aktuellen Geschehnissen.
Auch die von der EU unterstützte Studie zur Restrukturierung der Druckindustrie zeige die Probleme der Tiefdruckbranche. Der BVDM will daher gemeinsam mit dem europäischen Dachverband Intergraf darauf drängen, dass die EU-Kommission aus der nun vorliegenden Studie die richtigen Schlüsse ziehe. Für den BVDM heißt dies, keine europäische oder staatliche Einflussnahme auf die Märkte, stattdessen Förderung der Branche hin zu zukunftsfähigen Technologien und Geschäftsmodellen.
Die EU-Studie zeigt auch Ansätze und Chancen: Die strukturellen Änderungen in der Branche erfordern von Betrieben und Beschäftigten zusätzliche Flexibilität. Mehrfachqualifikationen und ständige Weiterbildung der Beschäftigten seien notwendig, heißt es darin.

Ministerien geben grünes Licht für neue Berufe

Demzufolge sieht der BVDM die Branche mit den neu entworfenen Berufsbildern auf dem richtigen Weg. Am 17. Januar 2011, gaben die Bildungs- und Wirtschaftsministerien des Bundes bereits grünes Licht für die Berufsbilder Medientechnologe Druck und Medientechnologe Siebdruck. Diese sollen zum 1. August 2011 in Kraft treten und die bisherigen Berufe Drucker und Siebdrucker ersetzen.

Green Printing und Klimainitiative der Druck- und Medienverbände erfolgreich

Entgegen der Wirtschaftszahlen der Branche entwickelt sich die Klimainitiative der Druck- und Medienverbände positiv. Um +32 Prozent auf 1.752 Tonnen stieg die Gesamtsumme des kompensierten CO2  allein im 3. Quartal 2010 gegenüber dem Vorquartal. Mittlerweile nutzen über 200 Druckereien in Deutschland und Österreich den Klimarechner der Verbände. Insgesamt wurden 6396 t CO2  mit umgerechnet 140.000 Euro, die in verschiedene Klimaschutzprojekte investiert wurden, ausgeglichen.

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