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Druckindustrie muss Effizienz steigern und Innovation fördern

Bundesverband Druck und Medien e.V. etabliert neue Veranstaltungsreihe – Erster Deutscher Druck- und Medientag in München
 

Erster Deutscher Druck- und Medientag 2014 in München. Bei der Pressekonferenz (v.l.): Harry Belz, BVDM-Referent Technik und Forschung; Rolf Schwarz, der ehemalige Präsident des Bundesverbandes Druck und Medien (er kandidierte nach elfjähriger Amtszeit nicht mehr, sondern übernimmt die Funktion des Schatzmeisters. Im Rahmen der Veranstaltung wurde sein Nachfolger – Wolfgang Poppen – gewählt); Dr. Paul Albert Deimel, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien e.V. (BVDM); sowie Bettina Knape, Pressesprecherin des BVDM.

Beim Jahrespressegespräch anlässlich des Ersten Deutschen Druck- und Medientages 2014 in München, der mit dem bayerischen Landesverband VDMB e.V. zusammen veranstaltet wurde und über 200 Teilnehmer zählte, reflektierte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien e.V. (BVDM), Dr. Paul Albert Deimel, u.a. auch über die Konjunktur und die Perspektiven der deutschen Print- und Medienindustrie. Hier die ganz aktuellen Zahlen:

Laut Statistischem Bundesamt, von dem der BVDM ja seine Zahlen bezieht, gab es bei der jüngsten Erhebung (2013) 580 Betriebe (−2,4 % gegenüber Vorjahr) mit 50 oder mehr Beschäftigten (50+), zusammen 73.613 Beschäftigte (−2,9 %). Diese produzierten 2013 einen Umsatz von 12,2 Mrd. Euro (−4,0 %) gegenüber 12,7 Mrd. Euro (−2,5 %) in 2012. Betriebe mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gab es am 31. März 2013 genau 9.208 (−2,8 % gegenüber dem gleichen Stichtag vor einem Jahr) mit zusammen 147.883 Beschäftigten  (−3,4 %). Außerdem erzielten die Unternehmen mit einem Jahresumsatz > 17.500 Euro (13.181 Unternehmen) zusammen 21,05 Mrd. Euro Umsatz (+1,7 % gegenüber der vorigen Erhebung). 

Im Vergleich zu anderen Branchen sank der nominale Umsatz von 2008 bis 2013 in der Druckindustrie um –12,8 %, während er in der Chemische Industrie (+ 11 %), im Maschinenbau (+0,3 %) und im Verarbeitenden Gewerbe (+3,8 %) im selben Zeitraum stieg.

Auch die Bruttoinvestitionen und die Investitionsquote (Anteil der Bruttoinvestitionen am Umsatz) bei Unternehmen mit 20 Beschäftigten und mehr hätten in der Druck- und Medienindustrie aber deutlich abgenommen. Von 2000 bis 2012 seien die Investitionen von 1,297 Mrd. auf 598 in 2012 zurückgegangen. Die Quote fiel von 7,4 auf 3,9 %.

Im Hinblick auf den wichtigen Indikator „Bruttowerbeausgaben“ konnte Dr. Deimel auch keine Entwarnung geben: 2013 sind die Bruttowerbeausgaben gegenüber dem Vorjahr insgesamt gestiegen, bei den Printmedien war allerdings ein Rückgang zu verzeichnen. Also während sämtliche elektronischen Medien (TV, Radio, Internet etc.) Zuwächse erzielten, mussten die Zeitungen, Publikumszeitschriften, Fachzeitschriften etc. Verluste hinnehmen.

Die gesamtkonjunkturelle Entwicklung in Deutschland weise aber einen Wachstumskurs aus. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Jahr 2013 um 0,8 % an. Für 2014 signalisieren die Wirtschaftsdaten, dass die gesamtwirtschaftliche Aufwärtsbewegung in einen breit angelegten Aufschwung mündet. Es wird ein BIP-Wachstum von 1,8 % erwartet. Das Quartal lässt mit 0,8 % preis-, saison- und kalenderbereinigt sogar einen noch besseren Wert erwarten. Mehr als 60 Prozent des Produktionsvolumen besteht aus werbeabhängigen Produkten. Mit der für 2014 erwarteten weiteren konjunkturellen Erholung der Gesamtwirtschaft wird der prozyklische Werbemarkt leicht anziehen, so Deimel weiter.

Für Deimel kommt es bei den Unternehmen unserer Branche darauf an, „die Effizienz zu steigern und Innovationen zu fördern“. Aus diesen Anforderungen lässt sich denn auch das Leitmotiv des Ausschusses Technik + Forschung des BVDM ableiten. In dem Gremium arbeiten mehr als 170 Unternehmer, Technik-Experten und Entwickler an der Optimierung von Produktionsprozessen und technischen Innovationen. 

Technischer Fortschritt, höchste Qualitätsansprüche von Kunden und der Zwang zu Kostensenkungen erfordern die Weiterentwicklung von Standards. Die Fachbereiche und Interessengruppen des Ausschusses Technik + Forschung führen deshalb eine Vielzahl von Projekten durch, um die existierenden Branchenrichtlinien zu aktualisieren, zu verbessern und zukunftsorientiert zu erweitern.

Neue Charakterisierungsdaten und ICC-Profile

Ende 2013 erschien die überarbeitete Ausgabe der ISO 12647-2. Für die geänderten Druckbedingungen der Norm erarbeitet der BVDM gemeinsam mit der ECI (European Colour Initiative) und der Fogra neue Charakterisierungsdaten und ICC-Profile. Der Prozess-Standard Offsetdruck wird um die entsprechenden Empfehlungen und Sollwerte ergänzt. Damit bleibt das Handbuch des BVDM die ankerkannte und maßgebliche Referenz für die wirtschaftliche und qualitätsorientierte Druckproduktion.

Ein weiteres Thema: Soft-Proofing. Um auch herstellerübergreifend eine hohe Überweinstimmung der Farbwiedergabe zu erzielen, werden Grundlagen für eine systemunabhängige Softproof-Anwendung erarbeitet.

In Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Institut für die Druckindustrie (SID) entstehen Empfehlungen zur Qualitätssicherung beim Auflagendruck und zur Qualitätsbewertung von Druckprodukten. Ziel ist es unter anderem, die Vorgaben für softwaregestützte Qualitätsanalysen zu vereinheitlichen und methodisch abzusichern.

Potenziale des wasserlosen Zeitungsoffsetdrucks nutzen

Auf Zeitungsrotationen, die im wasserlosen Offsetdruck produzieren, lassen sich nicht nur Zeitungen drucken – das realisierbare Produktspektrum reich weit über zeitungsähnliche Erzeugnisse hinaus. Gemeinsam mit der Fogra arbeitet der Ausschuss Technik + Forschung an der Standardisierung der Druckfarben im wasserlosen Zeitungsoffsetdruck. Ziel des Projektes ist es, die Prozesssicherheit zu steigern und die Potenziale des Verfahrens voll auszuschöpfen.

Innovation schafft Marktchancen

Technische Innovationen eröffnen Zukunftsperspektiven für die Druckindustrie. Veredelung, Digitaldruck, Social Media, Online- und Mobile-Publishing, gedruckte Elektronik und 3D-Druck bewegen die Druckindustrie, und stetig kommen Themen dazu. Mit einer interdisziplinär ausgerichteten Gremienstruktur will der Ausschuss Technik + Forschung angesichts einer nahezu unüberschaubaren Vielfalt technischer Möglichkeiten Orientierung schaffen und durch fundierte Informationen und Best-Practice-Beispiele Marktchancen für die deutsche Druckindustrie aufzeigen. 

Der neu gebildete Fachbereich Produktionsverfahren des Ausschusses Technik + Forschung will künftig in Publikationen und Veranstaltungen verstärkt innovative Themen aufgreifen. Der ebenfalls neu konstituierte Fachbereich Umweltschutz + Sicherheit soll angesichts der gewachsenen Bedeutung nachhaltiger Produktionsprozesse dafür sorgen, dass ökonomische und ökologische Ziele gleichzeitig verwirklicht werden können.

Der Deutsche Druck- und Medientag soll im zweijährigen Turnus immer wechselnd mit einem Landesverband veranstaltet werden. Dabei wird die Jahrestagung des jeweils mitveranstaltenden Landesverbandes mit dem BVDM-Unternehmerforum verknüpft. Damit entsteht – in Kooperation mit sämtlichen Verbänden der Branche – ein neuer Treffpunkt für die Industrie. Der Deutsche Druck- und Medientag soll die bundesweite Vernetzung sowie den persönlichen Kontakt zwischen Druckunternehmen, Zulieferern, Medienhäusern, Agenturen, Kunden, Politik, Technik und Forschung fördern. Der nächste Deutsche Druck- und Medientag soll im Jahr 2016 zusammen mit dem VDM Nordwest e.V. in Hamburg veranstaltet werden.

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