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E&B Engelhardt und Bauer im ESUG-Schutzschirmverfahren

Karlsruher Druckhaus „trägt seit Jahren hohen Schuldenberg mit sich“
 

Unser Bild zeigt den ehemaligen E&B-Geschäftsführer Rigo Fay (l.) mit Wilhelm F. Orth (er hat das Unternehmen inzwischen verlassen) sowie Johannes Lindinger (r.), heutiger alleiniger Geschäftsführer von E&B.

Die E&B Engelhardt und Bauer Druck und Verlag GmbH (Karlsruhe) will sich im Zuge des ESUG-Schutzschirmverfahrens „bilanziell restrukturieren“. Das bestätigte Johannes Lindinger, Geschäftsführender Gesellschafter von E&B, print.de auf Nachfrage. ESUG ist das „Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“. In enger Abstimmung mit den Finanzierungspartnern hat die Geschäftsleitung entschieden, dass der Weg einer finanziellen Restrukturierung „am besten über ein Schutzschirm-
verfahren erfolgen kann“, so Lindinger wörtlich.

Beim Schutzschirmverfahren handelt es sich um ein auf die Erstellung eines Insolvenzplans angelegtes Sanierungsverfahren. Es soll einem Schuldner (in der Regel drei Monate) Zeit geben, einen Insolvenzplan zu erarbeiten. Das Schutzschirmverfahren dient weiter dazu, einem insolvenzgefährdeten Unternehmen die Zeit zu geben, um eine Insolvenz in Eigenverwaltung (also ohne zugewiesenen Insolvenzverwalter) vorzubereiten, wie in §270b der Insolvenzordnung geregelt ist.

Im Vordergrund stehen bei Eigenverwaltung und Insolvenzplan die Fortführung des Unternehmens und dessen Entschuldung. Und das sei auch bei E&B Engelhardt und Bauer das Ziel. Laut Lindinger trage man „seit Jahren einen hohen Schuldenberg mit sich, für den Zinsen in einem sechsstelligen Eurobetrag zu zahlen waren.“

Wie der Geschäftsführer weiter betont, sei das operative Tagesgeschäft durch das Schutzschirmverfahren nicht betroffen. Es werde weiterhin rund um die Uhr produziert und die Kunden in gewohnter Weise beliefert. Auch sei vorgesehen, das Schutzschirmverfahren Anfang Dezember wieder zu verlassen.

E&B Engelhardt und Bauer ist mit rund 120 Mitarbeitern auf die Herstellung von Drucksachen im Bogenoffset und Digitaldruck spezialisiert und bedient vom Standort Karlsruhe aus weltweit seit 1919 Kunden in den Bereichen Kunst, Kultur, Industrie und Kreativwirtschaft. 

Vor über einem Jahr hatten Wilhelm F. Orth und Johannes Lindinger die Nachfolge des langjährigen Geschäftsführers Rigo Fay angetreten. Orth hat das Unternehmen inzwischen verlassen. Im Hinblick auf die rund 120 Mitarbeiter hieß es, dass die meisten ihren Arbeitsplatz behalten sollen. Mit einigen wenigen Beschäftigten seien Vorruhestandsregelungen angestrebt. 

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