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EWA: Rollenoffsetdruckereien auch 2012 mit Auslastung zufrieden

Studie der European Web Association – Interessenorganisation Rotationsdruck – weist stetiges Print-Wachstum von 2008 bis 2012 aus
 

Der Verfasser der Studie über die Situation des Rollenrotationsdrucks, Unternehmensberater Michael Dömer.

Die von Unternehmensberater Michael Dömer im Auftrag der EWA verfasste Studie stellt die Situation der Branche, insbesondere im Segment Werbedrucksachen, Katalog- und Zeitschriftendruck wesentlich exakter dar, als viele aus Sekundärquellen abgeleitete Aussagen, wie Dömer betont. Die EWA repräsentiert im deutschsprachigen Raum als Interessenorganisation des Rollenrotationsdrucks mit einem vertretenen Umsatzvolumen von 4 Mrd. Euro und etwa 13.700 Mitarbeitern im deutschsprachigen Raum etwa 80 % der Kapazität.

Die Untersuchung zeigt, dass das Print-Volumen gestiegen ist. Zwischen 2008 und 2012 erhöhte sich die eingesetzte Papiertonnage der Drucker in der EWA um fast 10%, obwohl die Grammatur der Produkte im Schnitt um 9,2% sank. Die Anzahl produzierter und gerüsteter Formen stieg um 16%. Insgesamt erfolgte in diesem Zeitraum ein Anstieg der produzierten Seiten um 21%. Klar zu erkennen ist damit eine größere Produktvielfalt mit kleinteiligeren Auflagen. 

Diese Fakten widersprechen der „gefühlten These“, das Print-Volumen nehme ständig ab, so Dömer weiter. Der Unternehmensberater mahnt aber zur Differenzierung. Die Zahlen der Papierindustrie zeigten deshalb andere Werte, weil im Zeitungsbereich und in den meisten anderen europäischen Ländern die Entwicklung negativ sei. Dennoch: „Wir drucken so viel wie nie zuvor“, so Axel Hentrei, Geschäftsführer Mohn Media.

Diametral entgegengesetzt ist die Entwicklung im Tiefdruck, so Dömer weiter. Ein Teil der Tiefdruckaufträge ist wegen sinkender Auflagen in den Rollenoffset abgewandert. Außerdem sind Volumina wie Quelle und Neckermann weggefallen.

Ebenfalls untersucht wurde die Auslastung der Rotationen in 2012 je Maschine und Monat. Wie jedes Jahr lässt die EWA anhand ihrer vertraulichen Produktionsdaten die Beschäftigung pro Maschine pro Monat in Summe ermitteln.189 Rotationen von 8 bis 96 Seiten liegen dieser Auswertung zugrunde. Im Jahr 2012 waren durchschnittlich 105% der „Normalkapazität“ im Drei-Schicht-Betrieb ausgelastet. Traditionell liegt der Frühsommer darunter, der Jahresbeginn und Herbst teilweise deutlich darüber. Insbesondere im High-Volume-Bereich stößt die Auslastung in einigen Monaten an die Grenze des maximal Möglichen. Bei der Bewertung muss auch berücksichtigt werden, dass in den letzten Jahren die maschinelle Kapazität in Deutschland ständig gestiegen ist. Dies nicht zuletzt aufgrund höherer Maschinenleistung. In der EWA-Auswertung 2012 sind inzwischen fünf 96-Seiten-Rotationen enthalten.

Dömers Fazit: Sowohl die Langzeitbetrachtung als auch die Analyse 2012 zeigen, dass die Aussagen über dramatische Printrückgänge und Überkapazitäten von 30% pauschal nicht für den Akzidenz-Rollenoffset stimmen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass das anhaltende Wachstum bei Beilagen die Entwicklung in anderen Segmenten teilweise kompensiert. Lineare Hochrechnungen für die Zukunft seien nach Überzeugung von Michael Dömer jedoch in keine Richtung seriös.

Den Print-Kunden rät der Unternehmensberater, solide Partnerschaften aufzubauen, damit sie nicht auf Dauer Nachteile durch Insolvenzen oder eine Schwächung der Branche zu spüren bekommen. Den Rotationsunternehmen empfiehlt er, Differenzierungsstrategien zu prüfen und notfalls Kapazitätsanpassungen vorzunehmen. Er erwartet in den nächsten Jahren eine weitere Konsolidierung der Branche, diese würde jedoch langsamer verlaufen als viele Prognosen meinen, da Subventionen und das Insolvenzrecht Marktmechanismen behindern.

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