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Einigung auf neue Tarifverträge für die Druckindustrie

35-Stunden-Woche bliebt erhalten / Einführung von Arbeitzeitkonten

Nach der zweitägigen 15. Runde der Tarifverhandlungen in der Druckindustrie, gab es in den frühen Morgenstunden des 16. Juni 2005 ein Ergebnis. „Mit diesem Tarifvertrag haben wir für unsere Betriebe wesentliche Erleichterungen erreicht“, kommentiert der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Dr. Wolfgang Pütz den Abschluss.
Durch die Einführung von Arbeitszeitkonten und die Erweiterung der Samstagsarbeit könne die Produktion in den Betrieben künftig flexibler gestaltet werden. Auch bei Zuschlägen und Freischichten gäbe es eine gewisse Erleichterung für die Betriebe, wenn auch nicht in dem Maße, wie es sich die Arbeitgeber zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche gewünscht hätten.
Die Gewerkschaft Verdi freut sich dagegen, dass „die 35-Stunden-Woche ohne Wenn und Aber erhalten bleibt". Das sei der wichtigste Erfolg des Kompromisses. Auch der Flächentarif bleibe intakt, sagte Frank Werneke, Verhandlungsführer der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft. Die von den Arbeitgebern geforderten Öffnungsklauseln bei Jahresleistung (Weihnachtsgeld) und Urlaubsgeld habe man verhindern können.
Verbunden mit der Einigung ist ein 24monatiger Lohnabschluss mit einer Einmalzahlung von 340 Euro für den Zeitraum vom 1. April 2005 bis zum 31. März 2006 sowie einer prozentualen Erhöhung um 1 Prozent für die Zeit vom 1. April 2006 bis zum 31. März 2007. Für den Manteltarifvertrag wurde eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2009 vereinbart.
Die Einigung war zuletzt nach mehr als 22 Stunden ununterbrochener Verhandlungen erzielt worden. Bereits am Dienstagmorgen waren die Tarifparteien zur ersten Etappe des Gesprächsmarathons angetreten. Die Tarifverhandlungen waren seit Auslaufen der Friedenspflicht am 1. Mai 2005 von Warnstreiks begleitet worden, an denen sich mehr als 15.000 Beschäftigte aus rund 190 Betrieben beteiligt hatten.
Die Einigung steht bei Verdi noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Tarifkommission. Werneke ist optimistisch, dass die Tarifkommission zustimmt.
Die Arbeitgeber bedauern unterdessen, dass sie nicht das erreicht hätten, was sie sich ursprünglich unter einer Reform des Tarifvertrages vorgestellt haben. Unter der Prämisse, einen erträglichen und der wirtschaftlichen Situation angemessenen Lohnabschluss zu bekommen, habe der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) jedoch Zugeständnisse machen müssen, heißt es in einer ersten Pressemitteilung.

Bundesverband Druck und Medien http://www.bvdm-online.de

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