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Erste Warnstreikwelle in der Druckindustrie

In Bremen werden streikende Drucker und Redakteure des Geländes verwiesen
Warnstreik bei Pustet in Regensburg

Gewerkschaftssekretärin Irene Salberg vor den Mitarbeitern des Grafischen Großbetriebs Friedrich Pustet (Regensburg), die am Mittwoch in einen Warnstreik getreten waren. (Foto: Stefan Aigner)

Wenige Tage bevor sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter am 17. Mai 2011 zum dritten Mal treffen, um neue Mantel- und Gehaltstarifvereinbarungen zu erreichen, haben sich die Auseinandersetzungen in der Druckindustrie verschärft. In den vergangenen Tagen sind bundesweit in zahlreichen Druckunternehmen Mitarbeiter in Warnstreiks getreten.

Zum Auftakt des Arbeitskampfs am Mittwoch, 11. Mai, hatten zum Beispiel in Bayern etwa 160 Beschäftigte der Firma Pustet in Regensburg, des Zeitungsverlages "Der neue Tag" in Weiden und des Druckzentrums der "Passauer Neuen Presse" ihre Arbeit niedergelegt.

Teilweise traten Drucker und Zeitungsredakteure gemeinsam in den Ausstand, so etwa bei der Bremer Tageszeitungen AG. Wie der Deutsche Journalistenverband (DJV) mitteilte, hatte der Geschäftsführer des Unternehmens, Ulrich Hackmack, am Donnerstag die etwa 100 hier streikenden Drucker und Redakteure gegen Ende ihrer Kundgebung vom Gelände verwiesen. Der Bundesvorsitzende des DJV, Michael Konken, kritisierte Hackmack und warf ihm in einer Mitteilung "Verleger-Willkür" vor. Hackmack habe dies zurückgewiesen und sagte: "Gestreikt wird draußen." Mieter des Verlagsgebäudes hätten laut Hackmack beschwert, was wohl auch damit zusammenhing, dass die Streikenden eine Sambaband aufspielen ließen.

"Wirtschaftliche Situation ausgeblendet"

Bei den Zeitungsredakteuren war am 4. Mai die vierte Verhandlungsrunde ergebnislos abgebrochen und auch kein neuer Termin vereinbart worden. Sowohl bei den Druckern wie auch bei den Redakteuren wollen die jeweiligen Arbeitgeberverbände unter Hinweis auf die Veränderungen in der Medienlandschaft die Tarifstrukturen ändern. „Die Gewerkschaften blenden konsequent die wirtschaftliche Situation der Branche aus“, sagt der Verhandlungsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, Werner Hundhausen. Die Betriebe würden dringend mehr Flexibilität benötigen, um den Anforderungen der Kunden besser gerecht zu werden, heißt es beim Bundesverband Druck und Medien. Dazu fordern die Arbeitgeber unter anderem eine flexible Öffnung der Arbeitszeit von der immer noch geltenden 35-Stunden-Woche auf bis zu 40 Stunden pro Woche. Außerdem sollen die Maschinenbesetzungsregeln, die den Entwicklungen der Technik und den Anforderungen der Betriebe nicht mehr gerecht würden, neu definiert werden.

Der Gewerkschaft wiederum ist der Einsatz von Leiharbeitern ein Dorn im Auge. Vor allem in Zeitungsbetrieben werden verstärkt Aufgaben auf externe Personaldienstleister verlagert, was bis zum Betreiben ganzer Betriebsteile in Eigenregie geht.

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