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Europäische Druckfarbenindustrie: Neue Strategie beim Ausschluss von Rohstoffen

Bei der Eupia-Rohstoff-Ausschlussliste werden jetzt auch vorgesehener Verwendungszweck und Expositionsszenarien der Stoffe in Betracht gezogen
 

Produktion von Druckfarben.

Mit der jetzt überarbeiteten Rohstoff-Ausschluss-Politik durch einen Verwendungsausschluss bestimmter Stoffe, die ein Gefährdungspotential für die menschliche Gesundheit aufweisen, will der europäische Verband der Druckfarbenindustrie (Eupia = European Printing Ink Association, in Deutschland Fachgruppe Druckfarben im Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V., Frankfurt/M.) den Arbeits- und Verbraucherschutz weiter stärken. Das meldet Eupia aktuell. „Seit 1996 ist die Rohstoff-Ausschlussliste ein zentrales Instrument, um die Arbeiter in Druckfarbenfabriken und Druckereien sowie die privaten Konsumenten vor Gesundheitsgefahren zu schützen“, berichtet Dr. Martin Kanert, Executive Manager, Eupia.

Die Rohstoff-Ausschlussliste der europäischen Druckfarbenindustrie legte Regeln für den Verwendungsausschluss bestimmter Substanzen fest, die über die gesetzlichen Beschränkungen in Europa hinausgehen. Die Mitglieder der Eupia haben sich freiwillig verpflichtet, alle Chemikalien, die auf der Ausschlussliste genannt sind, aus ihren Druckfarbenformulierungen zu verbannen – selbst wenn dadurch die Kosten für die Herstellung steigen.

Die europäische Chemikaliengesetzgebung, insbesondere die REACH-Verordnung, hat zunehmend eine Reklassifizierung der in der EU verkauften Stoffe zur Folge. Der bisherige Ansatz, der sich ausschließlich an der Gefährlichkeit der Stoffe orientierte, könnte kurzfristig negative Auswirkungen auf Druckvorgänge haben. Um auch weiterhin den Mitgliedern klare Empfehlungen geben zu können, mit denen zudem die bestmöglichen Sicherheitsstandards eingehalten werden, hat sich der europäische Druckfarbenverband entschlossen, eine neue Strategie beim Ausschluss von Rohstoffen zu verfolgen. Dieser neue Ansatz bewahrt die Eindeutigkeit der alten Ausschlussliste, zieht aber zudem den vorgesehenen Verwendungszweck und die Expositionsszenarien der Stoffe in Betracht. Dadurch wird es möglich, die Auswirkungen neuer Stoffeinstufungen auf die nachgelagerten Industrien in der Wertschöpfungskette abzumildern, wann immer die Substitution eines Stoffes nicht sofort möglich ist, die sichere Verwendung aber nachgewiesen werden kann.

Die Ausschlusspolitik versteht sich als eine Präventivmaßnahme der Druckfarbenhersteller im Vorgriff auf offizielle Kontrollen gefährlicher Substanzen unter REACH; sie verdeutlicht die Selbstverantwortung der Industrie und den Wunsch, die höchstmöglichen Standards bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu erreichen. Die Anforderungen der neuen Ausschlusspolitik werden regelmäßig vom Technischen Komitee der Eupia überprüft und angepasst. Eupia vertritt die Interessen von nahezu allen Druckfarbenherstellern in ganz Europa. In einer Vielzahl von Arbeitskreisen bietet der Verband seinen Mitgliedern ein umfassendes Beratungsangebot in Sachen Umwelt und Gesundheitsschutz. Weitergehende Erläuterungen zur neuen Eupia-Ausschlusspolitik finden sich auf der Webseite www.eupia.org.

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