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Ferrostaal: Langjähriger Druckmaschinenhändler erweitert Vertriebsgebiet

Essener Mischkonzern übernimmt den Vertrieb von Illies Graphik
 

Ferrostaal vertreibt schon seit langem unter anderem auch Druckmaschinen.

Wie Illies Graphik und Ryobi bekannt gaben, wird Ferrostaal für Ryobi die Generalvertretung und den Druckmaschinen-Vertrieb in Deutschland, Russland, Weißrussland, Ukraine, Polen und den Baltischen Staaten übernehmen. Damit übernimmt eine ehemalige MAN-Tochter das Ryobi-Vertriebsgeschäft. Ferrostaal ist kein Unbekannter in der Branche. Was hat nun zu dem Schritt geführt? 

Ferrostaal ist bereits seit 1996 exklusiver Vertriebs- und Servicepartner von Ryobi-Druckmaschinen, bisher in Südafrika, Nord- und Südamerika sowie im Mittleren Osten. „Mit der Erweiterung auf den deutschen und die osteuropäischen Märkte sind wir nun im Druckmaschinengeschäft global aufgestellt“, so Bernd Ahlmann, Leiter Equipment Solutions bei Ferrostaal.

Im vergangenen Jahr hatte Ferrostaal die Generalvertretung für Ryobi in den USA und Kanada übernommen. Vor diesem Hintergrund erscheint der Schritt, auch Deutschland und weitere Regionen des ehemaligen Illies-Graphik-Vertriebsnetzes in das Ferrostaal-Vertriebsgeschäft für Ryobi-Maschinen einzubinden, naheliegend.

Wer ist Ferrostaal? Erfahrung im grafischen Bereich hat Ferrostaal seit fast 50 Jahren, nämlich durch die Übernahme der Firma Intergrafica, die im Laufe ihrer Geschichte von Lateinamerika nach Zentral- und Südostasien, Afrika und Australien expandierte. Später wurde Ferrostaal von der GHH Gutehoffnungshütte, einem Vorgängerunternehmen der MAN, übernommen.

Vor acht Jahren (2004) erfolgte die Umbennung von Ferrostaal in MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft. 2009 veräußerte die MAN 70 % der Anteile an Ferrostaal rückwirkend an eine Investmentgesellschaft in Abu Dhabi (IPIC), kaufte diese aber wegen Korruptionsermittlungen gegen Ferrostaal (das Unternehmen wurde zu einer Geldbuße von knapp 140 Mio. Euro verurteilt) zurück.

Manroland selber hatte 2009 im Zuge der Entflechtung von Manroland aus dem MAN-Konzern den langjährigen Vertretungsvertrag mit MAN Ferrostaal gekündigt. Betroffen waren davon mehrere Länder in Lateinamerika, Südostasien sowie Australien, in denen der Manroland-Vertrieb über MAN Ferrostaal lief. 

Im März 2012 erfolgte der Komplettverkauf an das Hamburger Handelshaus MPC Münchmeyer Petersen & Co. für 160 Mio. Euro. Somit ist Ferrostaal nun zu 100 % im Besitz der MPC Industries GmbH, einer Schwestergesellschaft der MPC Münchmeyer Petersen & Co. Im Zuge der Übernahme wurde Ferrostaal in die neue Ferrostaal GmbH umgewandelt.

Was macht Ferrostaal heute? In der Sparte Projects mit den Segmenten Solar, Biokraftstoffe, Petrochemical und Industrial Projects errichtet Ferrostaal als Generalunternehmer Industrieanlagen. Außerdem ist der Druckmaschinen-Vertrieb ein wesentliches Standbein.  Seit einigen Jahren konzentrieren sich die Aktivitäten des Unternehmens zunehmend auf erneuerbare Energien und Biokraftstoffe. Kernkompetenzen sind hier die Projektentwicklung, Finanzierung, das Projektmanagement und die Integration von Partnern.Ferrostaal verzeichnete im Jahr 2011 mit rund 4300 Mitarbeitern einen Auftragseingang von 570 Mio. Euro (2010: 779 Mio. Euro). Der Umsatz lag bei 950 Mio. Euro (2010: 1,777 Mrd. Euro). Im Jahr 2010 waren noch knapp 5400 Mitarbeiter beschäftigt worden.

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