Weiterempfehlen Drucken

Frankfurter Rundschau meldet Insolvenz an

Grund sind Umsatzverluste im Anzeigen- und Druckgeschäft
 

Die Frankfurter Rundschau hat am 13. November Insolvenz angemeldet.

Die Geschäftsführung der Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH (Frankfurter Rundschau) hat am 13. November beim Amtsgericht Frankfurt am Main Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Dies gab die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS) in einer Unternehmensmitteilung bekannt. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Frank Schmitt von der Kanzlei Schultze & Braun (Frankfurt) eingesetzt.

Derzeit würde die aktuelle Vermögenslage der Gesellschaft eingesehen und geprüft sowie mögliche Sanierungsansätze besprochen. Wesentliches Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Löhne und Gehälter sind bislang nicht rückständig. Die weiteren fälligen Mitarbeiterbezüge sind bis Ende Januar 2013 über das Insolvenzgeld abgesichert, heißt es in der Mitteilung weiter.

Grund für den Insolvenzantrag sind nach eigenen Angaben massive Umsatzverluste im Anzeigen- und Druckgeschäft in der ersten Hälfte des laufenden Jahres. Laut der Nachrichtenagentur Reuters schrieb die Frankfurter Rundschau bereits in den vergangenen Jahren jeweils rund 20 Millionen Euro Verlust.

Die "Frankfurter Rundschau", dessen Mantelteil in einer Redaktionsgemeinschaft mit der "Berliner Zeitung" entsteht, ist trotz zahlreicher Sparrunden seit Jahren defizitär. Auch die Auflage sinkt: Laut IVW verkaufte die FR Im dritten Quartal 2012 durchschnittlich knapp 118.000 Exemplare pro Tag. Vor zehn Jahren waren es noch gut 183.000. Im vergangenen Jahr sind 58 Stellen betriebsbedingt gestrichen worden. Auch "die Folgen für die 'Berliner Zeitung' sind noch nicht abzuschätzen", sagte der amtierende Betriebsratsvorsitzende Alfred Hase der DAPD gegenüber Spiegel Online.

Der Deutsche Journalisten-Verband hat den DuMont-Verlag aufgefordert, auf Kündigungen redaktioneller Mitarbeiter weitgehend zu verzichten. "Die Journalistinnen und Journalisten der 'FR' brauchen eine berufliche Perspektive", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. "Das Aus der renommierten Zeitung ist besonders bitter für die Beschäftigten, die über Jahre hinweg mit Einkommensverzicht für den Erhalt ihrer Zeitung gekämpft haben."

In dem Frankfurter Verlagshaus arbeiten damit laut Verdi aktuell nur noch etwas mehr als 500 Mitarbeiter, davon etwa ein Fünftel in der Redaktion. Mehrheitlich gehört das Unternehmen der Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg. Daneben sind die SPD über ihre Medienholding DDVG beteiligt sowie die Karl-Gerold-Stiftung. Außerdem gehört eine Druckerei in Neu-Isenburg bei Frankfurt, in der auch andere überregionale Tageszeitungen wie "Bild" und "Handelsblatt" gedruckt werden, zum Unternehmen.

Anzeige

Firmen-Suche

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

Markt & Management

Konjunktur im November: Stimmung trübt sich erneut ein

Druckereien zeigen sich unzufriedener mit dem Auftragsbestand und blicken skeptischer in die Zukunft

Die Stimmung in der Druck  und Medienwirtschaft hat sich im November 2016 gegenüber dem Vormonat eingetrübt. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturtelegramm des Bundesverbands Druck und Medien (BVDM) hervor. So ging der saisonbereinigte Index zur Beurteilung der aktuellen Geschäftslage um 3,5 % auf 107,9 Zähler zurück. Das Vorjahresniveau sei dabei um 5,5 % unterschritten worden. Gleichzeitig blickten die Druckunternehmer skeptischer in die Zukunft. Sie revidierten ihre Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate, sodass der entsprechende Index von 100,6 Zählern im Oktober um 1,8 % auf derzeitige 98,8 Zähler sank. Die Veränderung zum Vorjahr sei mit -1,3 % weniger stark ausgeprägt gewesen.

» mehr

Druck&Medien Awards 2016: After-Show-Party

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Deutliche Passerprobleme und Streifenbildungen bei den Druckmustern von Landa.

Landa: viel Show um Nichts?

Wie bereits 2012 glänzt Landa Digital Printing auch auf der Drupa 2016 mit einer fulminanten Show. Die Ankündigungen, dass die Nanografie qualitativ neue Maßstäbe setzen würde, hält aber keiner ernsthaften Betrachtung Stand. An keinem der von uns besuchten Drupa-Stände haben wir schwächere Druckmuster gesehen als bei Landa.
mehr

Zukunft des Digitalen ist Print

17 neue Internetseiten gehen in jeder Sekunde online und auf jeder von Ihnen werden riesige Mengen Content veröffentlicht. Ohne Zweifel: das World Wide Web und die Entwicklung der mobilen Devices haben das Mediennutzungsverhalten grundlegend verändert und die klassischen Medien in Bedrängnis gebracht. Und trotzdem liegt die Zukunft des Digitalen im gedruckten Produkt, ist sich Andrew Davis sicher.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die zehn schönsten Malbücher für Erwachsene

Malbücher für Erwachsene erobern derzeit weltweit die Bestseller-Listen. Spätestens nach dem Erfolg des Malbuchs "Mein verzauberter Garten"der Schottin Johanna Basford war der Trend bei Erwachsenen angekommen, die auf der Suche nach Entspannung nach dem Buntstift greifen. In unserem Ranking haben wir die zehn für uns schönsten Malbücher zusammengestellt.
mehr

Druck&Medien Awards 2016 – Get-together und Dinner

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

Veranstaltet Ihr Unternehmen eine Mitarbeiter-Weihnachtsfeier?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...