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Gämmerler AG stellt Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit

Maschinenbauunternehmen soll über einen Insolvenzplan gerettet werden

2007 war die Bielenberg Beteiligungs-GmbH bei Gämmerler als Hauptaktionär eingestiegen. Heute ist Dr. Kai Bielenberg (re.) nach dem Ausscheiden von Dr. Robert Moll (li.) Alleinvorstand der AG. Unternehmensgründer Hagen Gämmerler (M.) ist noch Beiratsvorsitzender.

Die Gämmerler AG, Hersteller von Postpress-Technologie vor allem im Rollenoffsetbereich, hat am 5. August 2011 beim Amtsgericht Wolfratshausen wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Der Landshuter Rechtsanwalt Alexander Saponjic (Kanzlei May, Schaub, Saponjic) wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. 

Er sehe „gute Chancen“ für die Rettung des Maschinenbauunternehmens, sagte Saponjic gegenüber dem Geretsrieder Merkur. Im oberbayerischen Geretsried-Gelting sind rund 100 Arbeitsplätze, im sächsischen Leisnig 70 Arbeitsplätze in Gefahr.

Das 1978 gegründete und bis 2007 von der Gründerfamilie geleitete Unternehmen baut unter anderem Kreuzleger, Stangenstapler, Rotationsschneider, Roboter-bediente Palettieranlagen sowie Transportsysteme für die Inline-Verarbeitung von Rotationsprodukten. 2007 engagierte sich die Bielenberg Beteiligungs GmbH als neuer Hauptaktionär. Nach dem Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden Dr. Robert Moll, der zwischen Herbst 2007 und März 2011 das Unternehmen führte, ist seit April dieses Jahres nun Dr. Bielenberg Alleinvorstand.

In einer Pressemitteilung nennt das Unternehmen „Altlasten“ als Grund für die finanziellen Engpässe. Der vorläufige Insolvenzverwalter spricht von „Verzögerungen beim Auftragseingang“. 2009 hatte Gämmerler laut Geretsrieder Merkur bereits die Teilefertigung am Standort Gelting geschlossen und Arbeitsplätze abgebaut.

Alexander Saponjic will Entlassungen vermeiden und „das Unternehmen erhalten“. Dies könne gelingen, wenn die Gläubiger einem Insolvenzplan zustimmen über den der Rechtsanwalt die Firma Gämmerler sanieren will. Alle Bereiche des Unternehmens würden weiterhin uneingeschränkt fortgeführt, heißt es in einer Mitteilung der Gämmerler AG. Ein planmäßiger Ablauf der Lieferverpflichtungen sowie „zeitnahe Serviceeinsätze und Ersatzteillieferungen“ hätten „höchste Priorität“. 

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