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Gemeinsame Tarifpolitik in Europa?

Gewerkschafter trafen sich zur »Rollenoffset- und Tiefdruckkonferenz« in Verona

Rund 80 Gewerkschafter aus 15 europäischen Ländern haben sich in der vergangenen Woche zur zweiten Rollenoffset- und Tiefdruckkonferenz im italienischen  Verona getroffen. Fünf Tage lang diskutierten sie die Situation der Arbeitnehmer unter dem Eindruck des sich verschärfenden Wettbewerbs im High-Volume-Druck, der vielfach grenzüberschreitend stattfindet.
Simon Dubbins, Präsident des
europäischen gewerkschaftlichen Dachverbandes Uni Europa Graphical, wirft einem Teil der Unternehmen aus dem Rollenoffset- und Tiefdruckbereich vor, die gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme dazu zu benutzen, die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern.
Der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke plädierte in Verona für einen »geordneten Abbau« von Kapazitäten«. Dies müsse jedoch »ohne Entlassungen und ohne brutalen Preiskampf« vonstatten gehen. Voraussetzung dafür sei eine europäische Industriepolitik, »die keine Steuermittel mehr in neue Industrieansiedlungen pumpt, sondern Unternehmen subventioniert, die einen
sozialverträglichen Abbau anstreben«, sagte Werneke. Als weiteres Instrument, um »den Konkurrenzkampf der Unternehmer auf Kosten der Beschäftigten zu beeinflussen«, sieht der deutsche Spitzengewerkschafter »eine gemeinsame Tarifpolitik in Eu­ro­pa«.
Neben Gewerkschaftsvertretern nahmen unter anderem auch die Intergraf-Generalsekretärin Beatrice Klose und der Vorstandsvorsitzende von Roto Smeets de
Boer, John Caris, an einzelnen Veranstaltungen des einwöchigen Kongresses teil. Beatrice Klose hält es für notwendig, dass sich Druckunternehmen stärker als bisher auf Partnerschaften einlassen. Caris sprach sich, wie es in einer Verdi-Veröffentlichung heißt, »für einen Sozialdialog auf europäischer Ebene« aus.

Uni Global Union http://www.uniglobalunion.org

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