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Haustarifvertrag bei Druckerei C.H. Beck gescheitert

Geschäftsleitung erklärt die Verhandlungen für beendet, Mitarbeiter stehen im Warnstreik
 

Bei der Druckerei C.H.Beck (Luftbildaufnahme Werk II) sind die Verhandlungen über einen Tarifvertrag aktuell gescheitert, die Mitarbeiter stehen aufgrund dessen im Warnstreik.

Die Geschäftsleitung der Druckerei C.H. Beck in Nördlingen hat am Mittwoch, den 10. Juli 2013 die Mitarbeiter des Unternehmens darüber informiert, dass die Verhandlungen über einen Haustarifvertrag gescheitert seien. Aufgrund dessen rief die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter zu einem Warnstreik auf, der bis zum bevorstehenden Samstagnachmittag andauern soll.

Bei der Druckerei C.H.Beck wurden im Mai 2011 für die Mitarbeiter einzelvertragliche Regelungen, abseits vom Flächentarifvertrag, eingeführt. "Doch die Verträge wurde nicht von allen Mitarbeitern akzeptiert, drei Mitarbeiter reichten Klage gegen diese Regelungen ein", erläuterte Verdi-Sekretär Rudi Kleiber gegenüber print.de. "Vom Arbeitsgericht Augsburg wurden diese drei einzelvertraglichen Regelungen vor kurzem für ungültig erklärt. Weitere Verfahren von Beschäftigen sind beim Arbeitsgericht in Augsburg anhängig", so Kleiber weiter. Deshalb strebte Verdi die Vereinbarung eines Haustarifvertrages an, was von der Geschäftsleitung der Druckerei C.H. Beck aufgegriffen wurde.

In der Auseinandersetzung gehe es laut Geschäftsleitung vor allem um die Vereinbarung veränderter Wochenarbeitszeiten, die Entlohnung und Endgeldentwicklung, laut Verdi-Vertretung gibt es noch Diskrepanzen in Bezug auf die Ende 2013 auslaufende Beschäftigungssicherung.

Während mehrfacher Tarifgespräche seit März 2013 hatte man versucht, sich in wichtigen Punkten anzunähern und einen Kompromiss zu finden. In der 8. Tarifrunde und beim Spitzengespräch habe man sich in vielen Punkten angenähert, erklärten beide Parteien. Doch der im Anschluss daran von Verdi vorgelegte Entwurf eines Haustarifvertrages konnte trotzdem zu keinem Abschluss führen. 

Laut Druckereileiter Dr. Oliver Kranert entspreche der vorgelegte Entwurf nicht den vorgenommenen Vereinbarungen während der Verhandlungsrunden. "C.H. Beck ist ein stabiler Arbeitgeber, der zukunftssicher ausgerichtet ist. Trotzdem müssen wir vorsichtig sein mit unseren Ressourcen, denn ansonsten reden wir über den Verlust von Arbeitsplätzen", so der Druckereileiter weiter. Die Geschäftsleitung biete somit den Beschäftigten die Fortführung der einzelvertraglichen Regelungen mit einigen neuen Angeboten an. "Die Unternehmensleitung betrachtet die Verhandlungen über einen Haustarifvertrag als abgeschlossen", so Kranert.

"Seit über zwei Jahren spricht die Geschäftsleitung der Druckerei C.H. Beck gegenüber den Beschäftigten und Verdi von finanziellen Schwierigkeiten. Seit Beginn der Tarifgespräche ist bei Verdi und den Beschäftigten die Bereitschaft vorhanden, über Veränderungen in Bezug auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld und bei der Verschiebung von Lohnerhöhungen zu sprechen", so Rudi Kleiber von Verdi und weiter: "Zum jetzigen Zeitpunkt spricht die Geschäftsleitung von einem stabilen Unternehmen, warum sollen die Mitarbeiter dann in einigen Punkten weiterhin verzichten?"

Weitere Verhandlungen, die von Verdi angeboten wurden, lehnte die Arbeitgeberseite nach Angaben von Verdi ab. Die Gewerkschaft reagierte am Mittwoch mit einem Aufruf zum Warnstreik. "Während einer vom Betriebsrat anberaumten Betriebsversammlung, die am Donnerstag, den 18. Juli stattfinden soll, werden die Mitarbeiter unter anderem über das weitere Vorgehen informiert", erläuterte Rudi Kleiber weiter. 

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