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Giesecke & Devrient: 73 Mio. Euro Verlust

Banknoten-, Wertpapier- und Sicherheitsdrucker 2014 mit Umsatzplus – alle drei Geschäftsbereiche blieben aber hinter den Ergebniszielen
 

Blick in einen der Drucksäle bei G&D, wo Banknoten produziert werden.

Die Münchener Giesecke & Devrient GmbH (G&D) hat ein Jahr der Restrukturierung hinter sich. Zwar konnte der Umsatz im Jahr 2014 mit einem Plus von 4,5 % auf 1,83 Mrd. Euro gesteigert werden. Das Konzernergebnis (EBIT) lag mit 62 Mio. Euro ebenfalls leicht über Vorjahr (2013: 56,2 Mio. Euro). Allerdings blieben alle drei Geschäftsbereiche Banknote, Mobile Security und Government Solutions hinter den gesteckten Ergebniszielen, wie G&D meldet. Die Restrukturierungsaufwendungen betrugen 74 Mio. Euro. Das EBIT nach Restrukturierung liegt bei minus 12 Mio. Euro, der Jahresfehlbetrag bei minus 73 Mio. Euro.

Auf die Gründe für diese Entwicklung angesprochen, führt Dr. Walter Schlebusch, Vorsitzender der Geschäftsführung von Giesecke & Devrient, aus, dass hier vor allem der zunehmende Wettbewerbs- und Preisdruck in allen für G&D relevanten Märkten ein entscheidender Faktor sei. „Die bisherigen Maßnahmen zur Gegensteuerung waren nicht ausreichend“, deshalb habe man im letzten Jahr ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm in Höhe von 100 Mio. Euro aufgelegt, mit dem die Ertragskraft des Unternehmens nachhaltig gestärkt werden soll sowie „strukturelle Veränderungen“ vorgenommen. 

Dazu gehören die Reorganisationen der Geschäftsbereiche Mobile Security und Banknote sowie die Neuaufstellung des Geschäftsbereichs Government Solutions. „Mit dem Start der Veridos GmbH – einem Joint-Venture der Division Government und der Bundesdruckerei – bündeln wir unsere internationalen Aktivitäten und haben gute Wachstumschancen“, kommentierte Schlebusch das Joint-Venture, das zum 1. Januar 2015 seine Arbeit aufgenommen hat. Laut Schlebusch lassen die aktuelle Auftragslage, die Wachstumsmärkte in Asien und Nordamerika sowie steigende Absatzchancen in Zukunftsbereichen eine positive Prognose für G&D zu.

Geschäftsbereiche

Im vergangenen Geschäftsjahrer konnte der Geschäftsbereich Banknote seinen Umsatz um 5 Prozent auf 887 Mio. Euro steigern und liefert damit nach wie vor den größten Anteil am Konzernumsatz. Auch das Ergebnis war laut Schlebusch positiv, vor allem bedingt durch gute Umsätze im Bereich mit Banknotenpapier, -folien und Banknotensicherheitslösungen. Zudem konnten die Umsätze im Bereich der kompakten Banknotenbearbeitungssysteme sowie der Serviceumsatz weiter deutlich ausgebaut werden. 

Allerdings soll die Druckerei in München noch im laufenden Jahr geschlossen werden und Banknoten dann nur noch im Zweit-Werk in Leipzig gedruckt werden, wo G&D seine Wurzeln hat.

Der Geschäftsbereich Mobile Security mit Produkten, Dienstleistungen und Komplettlösungen rund um das Bezahlen, die sichere Kommunikation und das Management von Identitäten konnte seinen Umsatz 2014 um 6,4 % auf 778 Mio. Euro steigern, wie es weiter heißt – vor allem bei Kartenprodukten für Banken durch die andauernde EMV-(Kartenzahlungsverkehr)Migration in Asien und Amerika. Dennoch war der Ergebnisbeitrag erneut negativ, vor allem aufgrund des verstärkten weltweiten Preisverfalls, so Schlebusch weiter.

Und der Geschäftsbereich Government Solutions als Anbieter von staatlichen Sicherheitsdokumenten und integrierter Anbieter für ID-Lösungen hat mit 168 Mio. Euro einen Umsatz erwirtschaftet, der rund 6 Prozent unter dem Vorjahreswert liegt. Der Bereich konnte 2014 keinen positiven Ergebnisbeitrag bringen, aber gute Aufträge gewinnen, wie zum Beispiel die Lieferung mehrerer Millionen Reisepässe in den Irak. Mit der Vertragsunterzeichnung zur Gründung des Joint-Ventures Veridos GmbH wurden außerdem die Weichen für den Ausbau des internationalen Geschäfts gestellt.

Die zweite Division des Geschäftsbereichs Government Solutions – das börsen-notierte Unternehmen Secunet, an dem G&D einen Anteil von 79,43% hält – entwickelte sich positiv und konnte sowohl Umsatz als auch Ergebnis gegenüber Vorjahr steigern, wie es weiter heißt. Hauptanteil am Umsatzwachstum hat der Public Sector, zum einen mit Kryptoprodukten, zum anderen mit einer großen Produktpalette rund um Cyber Security für öffentliche Auftraggeber.

G&D geht davon aus, dass die derzeit gute Auftragslage die nächsten Monate positiv beeinflussen wird. 2015 plant G&D weiteres Umsatzwachstum sowie einen Anstieg des EBIT leicht über 2014. Das Konzernergebnis soll wieder positiv sein. Der Trend des ersten Quartals bestätigt diese Prognose. Hinzu kommen erste positive Effekte aus dem Kostensenkungsprogramm. G&D wird auch 2015 weiter auf hohem Niveau in Forschung und Entwicklung investieren.

Aufsichtsrats- und Beiratsvorsitzender Dr. Peter-Alexander Wacker legt Mandate nieder

Vor einigen Tagen hat Dr. Peter-Alexander Wacker bekannt gegeben, dass er seine Ämter als Vorsitzender sowohl des Aufsichtsrates wie des Beirates als auch seine Mandate in den beiden Gremien bei G&D zum 31. Mai 2015 niederlegen wird.

Wie Dr. Walter Schlebusch diesen Schritt kommentiert, bestünden „unterschiedliche Auffassungen zwischen Herrn Dr. Wacker und der Geschäftsführung über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens.“

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