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Goss International schließt das Werk in Montataire

Mutterfirma übernimmt insolvente französische Tochter und streicht über 300 Arbeitsplätze
 
Goss-Druckmaschine

Eine 96-Seiten Akzidenz-Rollenoffsetmaschine Typ Goss Sunday 5000: Diese, bisher in Italien, Spanien und Deutschland betriebenen High-Volume-Anlagen wurden zum Teil im nordfranzösischen Montataire gebaut. Das Werk wird nun geschlossen.

Der Druckmaschinenhersteller Goss International schließt sein Werk im nordfranzösischen Montataire und beschränkt sich künftig darauf, in Frankreich eine Entwicklungsabteilung zu betreiben und von dort aus auch Service und Ersatzteile für die europäischen Kunden anzubieten. Im Zuge der Neustrukturierung verlieren rund über 300 der bisher noch 430 Mitarbeiter an den französischen Standorten Montataire und Nantes ihren Arbeitsplatz. Dies geht aus Berichten französischer Medien hervor. Der Druckmaschinenhersteller selbst hat sich bisher nicht geäußert.

Am 3. April 2013 hatte die französische Niederlassung des amerikanischen Druckmaschinenherstellers, Goss International France, Insolvenz angemeldet. Der französische Insolvenzverwalter war seither auf der Suche nach einem Unternehmen, das an Goss Frankreich Interesse haben könnte. Doch es blieb bei einem einzigen Interessenten: der  Goss-Mutterfirma selbst, die nun über eine neugegründete Tochter – Goss Europe mit Sitz in den Niederlanden – 2,4 Mio. Euro für beide Standorte und die Übernahme von 123 Mitarbeitern bezahlt. Das Handelsgericht im Compiegne hat vor kurzem mangels Alternativen diesem Angebot zugestimmt.

Die rund 80 Mitarbeiter aus Montataire, die weiterbeschäftigt werden, müssen ihre Arbeit an einem neuen, noch nicht festgelegten Standort im Großraum Paris aufnehmen. Montataire liegt nur rund eine Autostunde nördlich des Zentrums der französischen Hauptstadt.

Die Entscheidung des Gerichtes hatte bei den Mitarbeitern zu zornigen Reaktionen geführt: Theo Buchmeyer, Direktor von Goss France, wurde beim Verlassen des Gerichtsgebäude von einem Hagel an Wurfgeschossen empfangen. Außerdem besetzten Mitarbeiter zeitweise das Werk, verbrannten Unterlagen und richteten einen Schaden in fünfstelliger Höhe an.

Maschinen aus den USA und China
Goss International France war als Teil der amerikanischen Goss-International-Gruppe (bisher 2.200 Mitarbeiter in USA, Asien und Europa) 2010 gemeinsam mit dem Mutterunternehmen zu 100 Prozent durch den chinesischen Konzern Shanghai Electric (60.000 Mitarbeiter) übernommen worden. Goss-Druckmaschinen werden auch an den Standorten Durham (USA) und Shanghai gebaut.

Über mehrere Jahre hatte das französische Tochterunternehmen Verluste eingefahren. Nach drei Restrukturierungsprogrammen hatte sich unter anderem die Mitarbeiterzahl in Montataire und Nantes nahezu halbiert. Für 2013 rechnete Goss France bei Umsätzen von rund 100 Mio. Euro mit einem Verlust von ca. 10 Mio. Euro.

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