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HP stellt Verkauf von Hiflex MIS- und Web-to-Print-Produkten ein

Produktsupport maximal noch bis 2017 gesichert
 

Eine Nachricht, die sicher keine vor Freude tanzenden Geschäftsleute hinterlassen wird: HP hat den Vertrieb seiner Hiflex-Produkte nur eineinhalb Jahre nach der Hiflex-Übernahme eingestellt und wird den Service und Support nur noch bis 2016/2017 am Leben erhalten.

Bereits zum 1. Juni 2013 hat HP den Verkauf seiner Hiflex MIS- und Web-to-Print-Produkte eingestellt. Was bis vor kurzem noch ein Gerücht war, das viele Kunden verunsichert und teilweise verärgert hat, liegt inzwischen als offizielles Statement des Unternehmens vor. Service und Support wird durch ein HP-Expertenteam für Bestandskunden fortgesetzt, allerdings nur noch bis zum 30. Juni 2016 für die Web-to-Print-Lösung und bis zum 31. Dezember 2017 für das Management Informationssystem. Entlassungen bei HP soll es aufgrund der Einstellung der Produkte nicht geben, die Mitarbeiter würden im HP-Verbund anderweitig eingesetzt.

Schon zum IRD-Automatisierungskongress Mitte Juni 2013 war HP Hilfex nicht mehr zur Bewerbung seiner Produkte erschienen – ziemlich unkommentiert gegenüber den Kunden seitens HP. Die jetzige Aussage, die Kunden seien rechtzeitig und soweit wie möglich mit persönlichen Telefonaten über die Situation ins Bild gesetzt worden (nachträglich auch noch mit einem Infoschreiben), deckt sich nur teilweise mit Kundenkommentaren aus dem Markt. Hier wird teilweise bis heute auf eine offizielle Begründung gewartet. Diese gibt es auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, nur das rudimentäre HP-Statement. Gemutmaßt wird, dass HP keinen Markt mehr für die Hiflex-Produkte sieht und die Ressourcen in andere Geschäftsbereiche verschieben will (zum Beispiel, wie teilweise schon erfolgt, in die HP Smart Production Suite).

Die ehemaligen Geschäftsführer der Hiflex GmbH, Stefan und Thomas Reichhart, bleiben der HP Group erhalten und werden dem HP-Expertenteam angehören, das weiterhin für den Produktservice und -support für die Hiflex-Produkte verantwortlich ist. Zudem werden sich die beiden aber auch anderen Aufgaben innerhalb der Gruppe widmen.

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Leserkommentare (5)

Martin Fellmann | Dienstag, 16. Juli 2013 10:56:01

Aufkauf Mentalität

20 Jahre trieb Hiflex sein Produkt voran, etablierte es dank Innovation und Kundennähe auf dem weltweiten Markt. Dann wurde es von HP aufgekauft. Keine zwei Jahre später wird es eingestellt. Die Aufkauf Mentalität der heutigen Weltwirtschaft geht mir seit einiger Zeit gegen den Strich. Am stärksten merkt man die Probleme im IT und Softwarebereich. Was passiert denn heute mit den wirklich guten Ideen? Sie werden gekauft und stagnieren in festgefahrenen, viel zu großen Strukturen der Internetgiganten - nicht selten werden sie einfach eingestellt oder in eigene, verschlossene Systeme eingegliedert. Ein gutes Beispiel war Posterous - von Twitter aufgekauft und geschlossen. HP wird Interesse haben die eigenen Inkjet-Systeme weiter zu verbreiten und dabei ein zugeschnittenes MIS zu etablieren. Schade um Hiflex - ein Vorzeigebeispiel für gute IT-Technik aus Deutschland. Und sicherlich auch der herbe Verlust eines engagierten JDF-Entwicklers für die CIP4 Organisation.

Marcel Füssinger | Donnerstag, 11. Juli 2013 14:26:02

CloudLab AG hilft entäuschten HP HIFLEX Kunden

Wir unterstützen natürlich gerne jeden Hiflex Kunden beim fortführen der Projekte, sei es Support, Schulungen oder Anpassungsprogrammierungen. Wir helfen natürlich auch bei der Suche nach Alternativen im Bereich Web to Print, sind wir doch selber Anbieter hochwertiger und modernster Web to Print Software.

Niemand wird im Stich gelassen ;-)

www.cloudlab.ag

http://demo1.your-cloudlab.com/

Christian Greim | Donnerstag, 04. Juli 2013 18:56:02

Es müssen nicht immer Kommerzielle anbieter sein

An anderer Stelle habe ich schon mehrfach vorgeschlagen hier Open Source zu verwenden. Die Grundbestandteile könnte eine Hochschule wie wir Programmieren. Noch schöner wäre es, wenn die kleinen deutschen Hersteller ihr KnowHow und teilweise ihren Programmcode zusammenwerfen. Da man so ein MIS als Druckerei eigentlich nie von der Stange kaufen kann, sondern immer Anpassungen braucht, könnten die Softwarehäuser noch genug an Support und Anpassungen verdienen. Zudem könnten Druckereien auch kleinere Tools selbst progammieren und als OpenSource veröffentlichen. Insgesamt wäre der Code besser, die Funktionsvielfalt höher die Anpassbarkeit an eigene Bedürfnisse wäre geradezu grenzenlos.

Und der wichtigste Punkt wäre: Das System kann nicht einfach verschwinden, wenn eine Firma pleite geht, oder keine Lust mehr hat. Das Stammsystem wäre offen gelegt und die Druckereien könnten bei allen Anpassungen ebenfalls verlangen, dass sie ihnen gegenüber offen gelegt werden. Wer eine Anpassung nicht mehr braucht, oder ermöglichen will, dass andere daran weiterentwickeln, kann sie jederzeit veröffentlichen.

An anderer Stelle haben wir als Druckindustrie ziemlich erfolgreich offene Standards etabliert: ICC-Profile, JDF und in gewisser Weise auch PDF (Das von Adobe in seinen guten Zeiten veröffentlicht hat). Warum schafft es die Druckindustrie nicht, hier ebenfalls einen offenen Standard durchzusetzen? Beim PDF-Inspektor seinerzeit hat es ja auch schon einmal funktioniert.

Ich denke, bevor jetzt wieder viele Ressourcen in den einzelnen Betrieben verbraten werden, um auf neue System umzustellen, wäre es viel sinnvoller, diese Ressourcen zu bündeln und dazu zu verwenden, ein OpenSource-System zu entwickeln mit Schnittstellen zu den bisherigen kommerziellen Systemen.

Ganz verwegen wäre natürlich die Idee, zusammenzulegen und gemeinschaftlich HP den Quellcode abzukaufen und zu kommentieren.

(Übrigens wären die OpenSourc-Programme Scribus, Gimp und InkScape eventuell auch eine Antwort auf die geplante Lizenzierungspolitik von Adobe, falls die Druckindustrie noch etwas Programmieraufwand hineinsteckt.)

Wenn jetzt jemand anderer Meinung ist, dann bitte nicht nur "...das haben wir nie so gemacht, ...das haben wir schon immer so gemacht und ...da könnte ja jeder kommen...", sondern sachlich bleiben.

Dr. Wolrad Rube, Düsseldorf | Donnerstag, 04. Juli 2013 14:26:01

HP lässt Kunden im Stich

HP als großer Player im Markt lässt Kunden im Stich!

Die HIFLEX -Kunden, die auf Größe und damit verbundene- vermeintliche - Sicherheit gesetzt haben, können einem leid tun. Es ist erst gut 1,5 Jahre her, dass der global Player HP das größte deutsche Softwarehaus im Bereich der grafischen Industrie mit großen Versprechungen an die Kunden für gutes Geld gekauft hat. Und nun die Kehrtwende!
So schmerzhaft und übel die Entwicklung für die HIFLEX - Kunden ist, so gut ist sie für den Markt und damit für alle Marktteilnehmer! Insbesondere die kleinen, beratenden Software - Anbieter mit ihrer Kundennähe und ihren an den Kundenwünschen orientierten Lösungen haben wieder bessere Chancen im Markt. In der Vergangenheit mussten sie sich von Interessenten und Wettbewerbern stets die provozierende Frage gefallen lassen: "Ihr kleinen - wie rubecon - wie lange gibt es Euch und Eure - zugegeben guten -Lösungen noch? Welche Sicherheit haben investierende Kunden, dass Ihr nicht vom Markt verschwindet, von den Großen geschluckt werdet? Dass Größe kein Garant ist, hat HP dieser Tage eindrucksvoll demonstriert.
Nun liegt es an uns Mittelständlern zu beweisen, dass wir zuverlässige, sichere, leistungsstarke und innovative Partner der Druckindustrie sind. Die HIFLEX - Kunden haben die Wahl!

Dr. Andreas Selling | Donnerstag, 04. Juli 2013 12:36:01

HP lässt Kunden im Regen stehen

Nachdem es die Spatzen schon länger von den Dächern pfiffen, und nachdem ein anderer Branchen-Newsletter bereits vor einiger Zeit das Gerücht zur Gewissheit gemacht hat, erscheint eine für zahlreiche Betriebe der grafischen Industrie nicht ganz unwichtige Meldung heute schließlich auch auf print.de.

Ich kann daher nur wiederholen, was ich an anderer Stelle (beyond print) schon kommentiert habe:

Der Image- und Vertrauensschaden für HP ist enorm. Wir haben erst vor fünf Jahren in Hiflex investiert, und stellen nun fest, dass wir auf einem Auslaufmodell sitzen. Das Versprechen, in der Restlaufzeit dieses "toten Pferdes" einen "höchstmöglichen Level an Wartungen und Dienstleistungen" zu bieten, klingt hohl. Wo wird den HP seine Kräfte konzentrieren: Auf (aus HP´s Sicht) zukunftsfähige Produkte, oder auf die Produkte Hiflex, deren Sargdeckel am 31. Dezember 2016 bzw. 2017 geschlossen wird.

Der Vertrauensverlust in die Firma HP geht über Hiflex hinaus. Geht es anderen Produkten und Dienstleistungen, in die man heute bei HP investiert, in Zukunft genauso? Wird etwas Anderes, für das wir heute viel Geld ausgeben, in Zukunft ebenso sang- und klanglos abgeschrieben oder aufs Abstellgleis gestellt.

Zuletzt ein Gedanke dazu, was man sich in diesen Riesenunternehmen so leisten kann. "Rin inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln," sagt der Westfale. Viel Geld ausgeben für einen Unternehmenskauf, um nach ein, zwei Jahren zu sagen "War wohl nix". Schön, dass sich die Manager dieser Unternehmen diese Experimentierfreude leisten können - wir als Kunden zahlen sie ja mit. Den Verlust holen wir an anderer Stelle sicher wieder rein, wird man irgendwo bei HP denken! Im Mittelstand mache ich einen solchen Fehler - schon auf wesentlich kleinerem finanziellem Niveau - genau einmal, dann bin ich weg vom Fenster!

Der Markt ist hart genug. Dass uns unsere "Partner" so im Regen stehen lassen - darauf können sicherlich die meisten Betriebe gut verzichten.

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