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Heidelberg: Ergebnis von –40 auf –95 Mio. Euro gesunken

Nach drei Quartalen: China-Geschäft schwächelt – Geringerer Umsatz als im Vorjahr erwartet ­– Wechsel im Aufsichtsrat: Kirsten Lange neu
 

Kirsten Lange (48) ist neues Mitglied des Heidelberg-Aufsichtsrates. Rechts: Zentrale der Heidelberger Druckmaschinen AG (Werk Wiesloch-Walldorf).

Nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2014/2015 (1. April bis 31. Dezember 2014) sind die Maßnahmen zur strategischen Portfoliobereinigung der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) abgeschlossen und werden zum überwiegenden Teil ab dem neuen Geschäftsjahr wirksam. Neben der jüngsten Geschäftsentwicklung gibt es auch eine Veränderung im Aufsichtsrat der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) zu vermelden: Lone Fønss Schrøder (54) hat ihr Aufsichtsratsmandat auf eigenen Wunsch niedergelegt und ist damit nach knapp vier Jahren im Aufsichtsrat des Unternehmens aus diesem Gremium mit Wirkung zum 31. Januar 2015 ausgeschieden. Als ihre Nachfolgerin wurde durch das Registergericht Mannheim am 2. Februar 2015 Kirsten Lange (48), Mitglied der Geschäftsführung von Voith Hydro, bestellt.

Heidelberg plant, im Geschäftsjahr 2015/2016 eine EBITDA-Marge von mindestens 8 Prozent zu erzielen. Durch Bereinigung margenschwacher Aktivitäten, Steigerung der Profitabilität im Kerngeschäft Bogenoffset, Ausbau des Service- und Consumables-Geschäfts sowie des Digitalbereichs seien dazu die Voraussetzungen geschaffen worden, wie es weiter heißt. 

Im Einzelnen umfasste die strategische Weiterentwicklung von Heidelberg in den ersten neun Monaten die Umsetzung der Portfoliobereinigung im Bereich Postpress sowie die Anpassung des Bogenoffsetbereichs an die veränderten Marktbedingungen, die bis zum Geschäftsjahresende, also 31. März 2015, vollzogen sein soll, so Heidelberg. 

Darüber hinaus erfolgte mit der Übernahme der belgischen Blue Print Products ein erster Expansionsschritt im Geschäftsbereich Consumables. Im Digitalbereich ist vor allem die Entwicklung neuer Produkte mit den Partnern Gallus, Fuji und Ricoh sowie durch den Erwerb des Softwareherstellers Neo7even zu nennen. Auch die ersten „4D-Drucksysteme“ zum individuellen Bedrucken dreidimensionaler Objekte wurden im laufenden Geschäftsjahr ausgeliefert.

Die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2014/2015 waren wie prognostiziert geprägt durch Einmaleffekte im Rahmen der strategischen Portfoliobereinigung des Unternehmens. Trotz des umfangreichen Portfolioumbaus und den damit einhergehenden Übergangsphasen für einige Aktivitäten konnte die operative Profitabilität des Unternehmens vor Sondereinflüssen erhalten werden, wie Heidelberg weiter berichtet. 

Umsatzrückgang in China

Vor allem der konjunkturell bedingte Rückgang des Neumaschinengeschäfts in China machte sich auf der Volumenseite bemerkbar. Dadurch lag der Umsatz nach neun Monaten mit 1,552 Mrd. Euro in Summe unter dem Vorjahreswert von 1,685 Mrd. Euro. Alle Regionen außer Asia/Pacific lagen laut Heidelberg hingegen im Rahmen der Erwartungen.

Der Free Cashflow wird nach neun Monaten auf –16 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: –10 Mio. Euro) beziffert. Im dritten Quartal wurde mit 14 Mio. Euro ein deutlich positiver Wert gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (–38 Mio. Euro) erzielt. Die Nettofinanzverschuldung konnte so auf 250 Mio. Euro (Vorquartal: 272 Mio. Euro) reduziert werden und liegt weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Die Eigenkapitalquote lag bei 9 Prozent (Geschäftsjahresende 2013/2014: 16 Prozent). 

Allerdings betrug das Finanzergebnis nach neun Monaten –49 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: –41 Mio. Euro). Durch die hohen Einmaleffekte sank das Ergebnis vor Steuern im Berichtszeitraum auf –92 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: –32 Mio. Euro) und das Ergebnis nach Steuern auf –95 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: –40 Mio. Euro).  

Zum 31. Dezember 2014 waren im Heidelberg-Konzern weltweit 12.280 Mitarbeiter und 534 Auszubildende beschäftigt (Vorjahreszeitraum: 12.851, zuzüglich 621 Auszubildender). 

Erwartet wird, dass der Umsatz im Geschäftsjahr 2014/2015 insgesamt rund 5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Exklusive der Einmaleffekte für die Portfoliooptimierungen und Kostensenkungsmaßnahmen wird weiterhin eine Steigerung des Ergebnisses nach Steuern angestrebt, wie es abschließend heißt.

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