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Heidelberg: Weitere 500 Mitarbeiter sollen gehen

Der Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG will 15 Prozent der Stellen im Bogenoffset-Druckmaschinenbau streichen
 

Heidelberg-Vorstandschef Dr. Gerold Linzbach hat erneute Stellenstreichungen im Kerngeschäft Bogenoffset-Druckmaschinenbau angekündigt.

Nachdem vor zwei Monaten gemeldet wurde, dass die Heidelberger Druckmaschinen AG ihr Druckweiterverarbeitungssystem-Portfolio deutlich beschneiden will, sorgt eine aktuelle Meldung aus der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) erneut für Unruhe. Danach soll der Heidelberg-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerold Linzbach in einer E-Mail an die Mitarbeiter angekündigt haben, „dass im Kerngeschäft Bogenoffset-Druckmaschinen noch einmal Personal abgebaut werden muss, um die Profitabilität auch in diesem Geschäft zu erreichen.“ Die von Linzbach genannten Zahlen besagen eine um rund 15 Prozent kleinere „Zielstruktur“, was bei momentanem Mitarbeiterstand etwa der Streichung von 500 Stellen vor allem im Stammwerk Wiesloch-Walldorf entspräche.

Bogenoffset-Druckmaschinen werden vor allem in Wiesloch-Walldorf montiert und sind das Kerngeschäft des traditionsreichen Druckmaschinen-Herstellers. Man wolle „das profitabelste Unternehmen in diesem stagnierenden Markt werden“, so Linzbach in der RNZ weiter, was allerdings nicht durch einzelne Verbesserungen erreicht werde, dafür sei eine schlankere Struktur notwendig, ist Linzbach überzeugt. Zur weiteren Begründung für den neuerlichen Schritt führt Linzbach an: „Der Markt hat sich fast halbiert, die Zahl der Mitarbeiter aber nicht. Es gibt immer noch Überkapazitäten.“ Das könne man auf Dauer nicht durchhalten.

Der Druck- und Druckmaschinenmarkt ist durch eine fortschreitende Konsolidierung geprägt. „In dieser Konsequenz müssen wir unsere Produktionskapazität künftig auf einen Wert unter einer Milliarde Euro dimensionieren, um auch bei Nachfrageschwankungen profitabel operieren zu können“, soll Linzbach laut RNZ weiter ausgeführt haben. Bisher lag dieser Wert für den Umsatz bei 1,2 Mrd. Euro. (Zur Erinnerung: Das Geschäftsjahr 2000/2001 hatte Heidelberg noch mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Umsatz der Heidelberg Gruppe stieg um über 15 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro – schon umgerechnet in Euro).

Ziel sei und bleibe laut Linzbach, „die zurückgewonnene Profitabilität nachhaltig zu machen.“ Im vergangenen Geschäftsjahr war die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen, allerdings durch andere Geschäfte wie Service und Verbrauchsmaterialien. Die große Sparte Maschinenbau war in den zurückliegenden Jahren nie profitabel gewesen.

In der Region, in Heidelberg und in Wiesloch-Walldorf, sind laut RNZ zur Zeit noch rund 5150 Mitarbeiter, ohne Auszubildende und Vertrieb, tätig. Vor der Krise im Jahre 2008 waren es 8500. 

Wie die RNZ weiter berichtet, wollen Betriebsratsvorsitzender Rainer Wagner und Mirko Geiger, Chef der IG Metall in Heidelberg und Aufsichtsrat des Unternehmens, den erneuten Stellenabbau nicht hinnehmen. In diesem Zusammenhang beziehe man sich auch auf den von Dr. Linzbach geäußerten Satz: „Schrumpfen ist kein Geschäftsmodell.“ Man wolle ihn beim Wort nehmen.

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