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Heidelberg beobachtet Manrolands Entwicklung

Drupa-Konzept bekannt gegeben

Heidelberg hat sich zu Manroland geäußert und gibt Drupa-Konzept bekannt.

Eigentlich sollte es ausschließlich um den Drupa-Auftritt der Heidelberger Druckmaschinen AG gehen. Doch bei der gestrigen Präsentation des Heidelberg-Messe-Konzeptes konnte niemand an einem Thema vorbei, das derzeit die Branche wie kein zweites beschäftigt: die Insolvenz von Manroland. Heidelberg-Chef Bernhard Schreier machte keinen Hehl aus seiner Sichtweise: „Es wäre gut für die Industrie, wenn es eine Kapazitätsreduzierung geben würde. Wenn allerdings ein Investor kommen sollte, bleibt die Kapazitätsreduzierung aus.“ Bei Heidelberg beobachtet man die Entwicklung gespannt. Bernhard Schreier weiter: „Als Drupa-Präsident frage ich mich, ob Manroland auf der Messe sein wird.“

Auf der Branchenmesse will der weltgrößte Druckmaschinenhersteller allerdings alle Negativschlagzeilen über den Maschinenbau vergessen machen. Stattdessen soll das Zukunftspotenzial der Druckbranche im Vordergrund stehen. „Wir sehen die Drupa als Chance für unsere Branche, sich für die Herausforderungen der Zukunft richtig aufzustellen. Unsere Aufgabe wird daher sein, den Kunden zu demonstrieren, dass gedruckte Kommunikation heute und auch morgen Zukunft hat“, so Schreier. „Es gibt Wachstumsmöglichkeiten, aber Wachstum kommt nicht von alleine, weil sich das Umfeld zunehmend fragmentiert. Wer seinen Kunden in Zukunft mehr bieten will, braucht vor allem betriebswirtschaftlich optimierte Prozesse und innovative Geschäftsmodelle.“
 
Wie Heidelberg bekannt gab, präsentiert das Unternehmen in der Halle 1 ein weiterentwickeltes Produkt- und Lösungsangebot, mit dem man sich ganz auf aktuelle Marktanforderungen fokussieren will. Unter dem Leitmotto „Discover Hei“ stehen die schlanke Produktion (Hei Productivity), ökologisches Drucken (Hei Eco), Web-to-Print (Hei Integration), Print-on-Demand (Hei Flexibility), Differenzierung durch Print-Veredelung (Hei Emotions), Zukunft im Verpackungsdruck (Hei End) und Vorsprung durch aktuelles Fachwissen (Hei School) im Mittelpunkt des Messeauftritts.
 
Vorstellen wird Heidelberg unter anderem eine internetbasierte Performance-Messung, bei der Druckereien die Produktivität ihrer Druckmaschinen durch Heidelberg auswerten lassen und anonym mit anderen Maschinen vergleichen können. Für Aufsehen dürfte auch eine Weiterentwicklung der Speedmaster XL 105 sorgen: Seit zwei Wochen produziert die englische Druckerei Sterling mit der ersten Speedmaster XL 105 Zehnfarben mit CutStar und Prinect Inpress Control mit 18.000 Bogen in der Stunde im Wendebetrieb. Das neue Wendekonzept bei der Speedmaster XL 105 umfasst eine verbesserte Wendetrommel mit einem neuen Zangengreifersystem, das die Haltekraft verstärkt und einen exakten Wendepasser auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten ermöglichen soll.
 

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Leserkommentare (4)

N.W. | Freitag, 09. Dezember 2011 10:00:02

Heidelberg, Herrn Schreier.

Der Kommentar ist meiner Meinung nach "Unterste Schublade".
Typisch, wenn einem selber das Wasser bis zum Halse steht.

Daniel Fürstberger | Donnerstag, 08. Dezember 2011 15:20:02

Stolz und Hohn - warum nicht zusammenhalt!

Ich denke Heidelberg sollte genauso wie jeder andere Hersteller über die kommenden Jahre nachdenken und sich eine Stategie überlegen, selbst zu überleben. Es geht hier nicht um den Stolz des jeweiligen einzelnen Maschinenbauers (ist ja jeder für sich selbst so von sich überzeugt das es schon weh tut!) sondern um eine gesamte Branche!
Nicht nur das der Konkurs von manroland eine mittlere Katastrophe für die Region im Sinne der Arbeitsplätze bedeuten würde bei einer Reduzierung oder wie so schon geschrieben Bereinigung, sondern hängen hier auch genug Zulieferer an der Versorgungskette, die nicht nur manroland sondern auch Heidelberg und KBA beliefern.
Statt hier von einer Marktbereinigung zu sprechen sollte man sich überlegen wie man die Zulieferbranche und die Abnehmer (Druckereien weltweit) unterstützt und die ohnehin katastrophalen europaweiten Branchenkennzahlen wieder auf Vordermann bringen kann.
Dieser Konkurs schadet nicht nur der Metallindustrie und den Maschinenbauern sondern massiv auch der gesamten grafischen Branche! Daher wäre ein Zusammenhalt und eine grundsätzliche gemeinsame Strategie für die Zukunft icht schlecht! Jeder der europäischen Maschinenbauer hat in irgendeinem Produktbereich sein spezielles Knowhow, keiner der Maschinen hebt sich so derartig vom Markt ab das es nichts vergleichbares gibt und keines der Produkte ist schlecht !
Wäre mal ein Ansatz den sich die Herren von KBA, manroland und vorallem Heidelberg überlegen sollten! Wir sind eine Branche und haben alle eine nicht zu rosige Zukunft vor uns, daher heißt es zusammenhalten und gemeinsam nach vorne sehen!

Daniel Fürstberger
Geschäftsführendender Gesellschafter Druckerei Mittermüller, Österreich

Helmut Zimmermann | Donnerstag, 08. Dezember 2011 13:50:03

Ein zweifelhafter Kommentar

Was wäre wohl gewesen wenn die deutsche Regierung Heidelberg nicht gestützt hätte? Da würde die Marktbereinigung wohl anders aussehen!
Diesen Satz hätte sich Heidelberg sparen können!

Johannes F. Woll | Donnerstag, 08. Dezember 2011 13:50:02

Spott vom Henker

Schreier hat recht, wenn er sagt, dass es "gut für die Industrie [wäre], wenn es eine Kapazitätsreduzierung geben würde. Wenn allerdings ein Investor kommen sollte, bleibt die Kapazitätsreduzierung aus". Allerdings spottet er damit manroland Hohn.
Warum?
Wir erinnern nur zu gut an die wettbewerbsverzerrende Unterstützung, die Heidelberg Sommer 2009 erhielt:
Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Höhe von 300 Millionen Euro, einem durch staatliche Bürgschaftszusagen gestützten Kredit über 550 Millionen Euro sowie eine bestehende, syndizierte Kreditlinie eines Bankenkonsortiums in Höhe von ebenfalls 550 Millionen Euro.
Das ist auch eine Form des Investments, die gegen eine Kapazitätsreduzierung wirkte. Die Marktregulierung funktioniert. Nur traf es diesmal den falschen. Wir können darüber spekulieren, ob manroland (und nicht Heideldruck) auf der drupa 2012 präsentierte, wären die (stattlichen) Zusagen damals ausgeblieben.

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