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Heidelberg kauft europäische PSG-Gruppe

Drucksystem-Hersteller setzt Shopping-Tour bei Verbrauchsmaterial-Lieferanten fort – Gruppenumsatz um rund 130 Mio. Euro höher
 

Ein Beispiel für das Consumables-Angebot von Heidelberg: migrationsarme Verbrauchsmaterialien der Marke Saphira Low Migration, die sich laut Anbieter für die Produktion von Verpackungen im Lebens- und Genussmittelbereich eignen sollen.

Jetzt geht es fast Schlag auf Schlag: Nach dem Erwerb des englischen Lackhersteller Hi-Tech Coatings vor einigen Jahren und der belgischen Blue Print Products NV im Dezember 2014 steht jetzt die nächste Akquisition im Service- und Verbrauchsmaterial-Geschäft des Druckmaschinen-Herstellers an: Eine heute zwischen der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) und der Investmentgesellschaft Cobe Capital unterschriebene Vereinbarung sieht vor, dass Heidelberg die europäische Printing Systems Group (PSG) mit Sitz in den Niederlanden übernimmt, wie Heidelberg aktuell meldet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. 

Die PSG mit rund 400 Mitarbeitern in Benelux und Südeuropa ist für Heidelberg alles andere als eine Unbekannte. Bereits seit Jahrzehnten arbeitet die Gruppe als Partner von Heidelberg. Dazu gehören so bekannte Handelshäuser wie Tetterode (Niederlande), Plantin und Grafimat (Belgien), Macchingraf (Italien), Hartmann (Spanien) und BTI-Hellas (Griechenland). Mehr als die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet PSG bereits heute mit dem Verkauf von Service- und Verbrauchsmaterialien „und erfüllt damit die Zielkriterien von Heidelberg für eine künftige Umsatzstruktur. Der überwiegende Teil des Equipmentgeschäfts wird durch den Vertrieb von Heidelberg-Produkten erwirtschaftet“, wie ein Sprecher von Heidelberg betont.

Das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien ist für Heidelberg ein zunehmend wichtigerer Bereich. Durch die Übernahmen wird es Heidelberg nämlich ermöglicht, Produkte im eigenen Haus – ohne Verzögerung durch Abstimmung mit externen Anbietern – auf die Anforderungen der Kunden abzustimmen und entsprechend weiterzuentwickeln. Dabei sind auch kundenspezifische Lösungen denkbar.

Bei „Consumables“ geht Heidelberg von einem weltweiten Markt mit einem Umsatz-Volumen von rund 8 Mrd. Euro aus (gemeint sind ausschließlich Verbrauchsmaterialien für den Bogenoffsetdruck, ohne Papier), wovon etwa 2 Mrd. in Europa umgesetzt werden. Heidelberg verfüge über annähernd 5 % davon und strebe an, bis zum Jahr 2020 mit einem Anteil von 8 bis 10 % der weltweite Marktführer bei Consumables zu werden, so Harald Weimer, Vertriebs- und Service-Vorstand bei Heidelberg, kürzlich in einem Pressegespräch. Immerhin hat sich das Geschäft mit Consumables für Heidelberg sehr positiv entwickelt. In sechs Jahren stieg der Umsatz von 270 Mio. Euro (Fiskaljahr 2008) auf 400 Mio. Euro in 2014. 

Laut Vorstandschef Dr. Linzbach wolle man „das margenstarke und konjunkturunabhängigere Geschäft mit Service und Verbrauchsmaterialien ausbauen, um damit einen Konzernumsatzanteil von über 50 Prozent zu realisieren.“ Heute komme Heidelberg schon auf einen Anteil von 40 bis 45 %.

Integriert in den Gesamtkonzern ergibt sich durch die Übernahme der PSG-Gruppe ein Mehrumsatz von rund 130 Mio. Euro für Heidelberg, vorwiegend durch das Service- und Verbrauchsmaterialiengeschäft, wie weiter berichtet wird. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe und der Konsultation eines örtlichen Gremiums, so Heidelberg abschließend.

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