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Heidelberg kehrt in die Gewinnzone zurück

Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2013/2014 bei 4 Mio. Euro – Hauptverwaltung zieht an den Produktionsstandort Wiesloch-Walldorf um
 

Blick in die Druckwerk-Montage in Halle 6 (Heidelberg-Druckmaschinenwerk Wiesloch-Walldorf), hier die Speedmaster-XL-106-Montage.

Heidelberg kommt in letzter Zeit nicht mehr aus den Schlagzeilen. Zuerst die Meldung über den geplanten Umzug der Hauptverwaltung auf das Gelände des Hauptwerkes in Wiesloch-Walldorf (print.de berichtete am 5. Juni), dann die 100%-Übernahme der Gallus Holding durch eine Finanztransaktion (print.de berichtete am 10. Juni). Nun kommt ein für Heidelberg sicher positiv zu bewertendes Faktum hinzu: Nach fünf Verlustjahren hat die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) die zentrale Zielvorgabe eines positiven Jahresüberschusses erreicht, wie Heidelberg im Rahmen seiner Bilanz-Pressekonferenz heute berichtet.

Der Jahresüberschuss lag im Geschäftsjahr 2013/2014 (1. April 2013 bis 31. März 2014) bei 4 Mio. Euro (Vorjahr: –117 Mio. Euro). Nun soll durch den Ausbau von Wachstumssegmenten sowie die „Umsetzung von Portfoliomaßnahmen und Strukturkostenprojekten die Nachhaltigkeit der Profitabilität des Konzerns in den nächsten Jahren gesichert werden“, so Dr. Gerold Linzbach, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Ziel sei es, bereits im Geschäftsjahr 2015/2016 eine Ebitda-Marge von mindestens 8 Prozent  zu erreichen.

„Mit der Rückkehr in die Gewinnzone haben wir einen ersten wichtigen Meilenstein erreicht“, wird Linzbach weiter zitiert. „Um den Unternehmenswert nachhaltig zu erhöhen, werden wir nun die nächste Stufe des Konzernumbaus starten. Dabei stehen Akquisitionen in Wachstumssegmenten, der Abbau margenschwacher Geschäfte sowie Strukturkostensenkungen auf der Agenda, um die Profitabilität weiter zu steigern.“

Durch die eingangs ansgesprochene geplante vollständige Übernahme der Gallus Holding AG entwickelt Heidelberg sein Digitalportfolio weiter. Bereits im Herbst dieses Jahres wollen Heidelberg und Gallus ein neues digitales Drucksystem für den Etikettenmarkt mit Fujifilm-Technologie vorstellen. Mit dem Erwerb von rund 9 Prozent an Heidelberg-Aktien als Gegenleistung für die Gallus-Beteiligung wird Ferdinand Rüesch zudem neuer strategischer Ankerinvestor des Unternehmens. Durch die gleichzeitige Stärkung der Kapitalstruktur Heidelbergs werde so die strategische Neuausrichtung des Unternehmens unterstützt.

Akquisitionen in den Wachstumsbereichen Digital, Services und Consumables

Erhebliche Wachstumschancen sieht Heidelberg  vor allem auch durch den Ausbau des Service- und Consumables-Geschäfts. Nach der Übernahme eines Herstellers im Coating-Bereich finden zurzeit Gespräche über eine weitere Akquisition statt. Im Rahmen der Kooperation mit Fujfilm wurde darüber hinaus ein OEM-Abkommen zur Belieferung von Druckplattenbelichtern (CtP) vereinbart. Künftig wird Fujifilm Heidelberg-Belichter unter eigenem Namen vertreiben. Gleichzeitig hat Heidelberg einen Teil des europäischen Vertriebs von Fujifilm-Druckplatten übernommen. 

Im Bereich Services wurde die Vermarktung neuer Serviceprodukte gestartet. Das Angebot umfasst nun auch Beratung, die über rein technische Dienstleistungen hinausgeht und eine konkrete, messbare Ergebnisverbesserung auf Kundenseite vorsieht.

Die im letzten Jahr durchgeführte Portfolio-Analyse hat deutlich gemacht, dass in einzelnen Produktbereichen der wirtschaftliche Erfolg nur durch Umstellung auf neue Geschäftsmodelle erreicht werden kann. In den nächsten sechs Monaten sind daher Entscheidungen zur Stilllegung von Produktlinien oder zur deutlichen Veränderung der Fertigungstiefe geplant, teilweise auch unter Einbeziehung von Partnern, so Heidelberg weiter.

Laufende Projekte zur Effizienzsteigerung haben bereits zu einer „Verschlankung der Strukturen an den zentralen Standorten des Konzerns in Heidelberg und Wiesloch-Walldorf geführt“, so Linzbach weiter. Bis Ende des Geschäftsjahres 2014/2015 soll die Integration der Hauptverwaltung in den Produktionsstandort Wiesloch-Walldorf erfolgen. Vorstand und rund 500 Mitarbeiter werden dazu den Standort wechseln. 

Im Rahmen dieses Konzeptes wird auch eine Vorführdruckerei sowohl für den Verpackungs- als auch den Werbedruck entstehen, in der die Kunden das Zusammenspiel von Drucktechnologie, Servicekonzepten und Verbrauchsmaterialien live erproben können.

Obwohl der Konzernumsatz im Berichtsjahr 2013/2014 unter anderem währungsbedingt mit 2,434 Mrd. Euro (währungsbereinigt: 2,536 Mrd. Euro) unter dem Vorjahreswert (2,735 Mrd. Euro) lag, wurden alle Ergebniskennzahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich verbessert, wie es weiter heißt. So stieg das Ebitda ohne Sondereinflüsse im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 143 Mio. Euro (Vorjahr: 80 Mio. Euro). Esv wurde ein Jahresüberschuss von 4 Mio. Euro (Vorjahr: –117 Mio. Euro) erreicht. 

Heidelberg geht davon aus, im laufenden Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz auf dem Niveau des Berichtsjahres zu erreichen. Dabei wird wie im Vorjahr damit gerechnet, dass der Umsatzanteil in der zweiten Jahreshälfte erneut höher ausfallen wird als in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres. 

Nachdem es im Berichtsjahr 2013/2014 wie prognostiziert gelungen ist, ein positives Jahresergebnis zu erreichen, ist es für das Geschäftsjahr 2014/2015 das erklärte Ziel, die Profitabilität weiter zu steigern, um sich dem mittelfristigen Ziel von mindestens 8 Prozent operativer Marge gemessen am Ebitda weiter anzunähern und trotz der erhöhten Zinsaufwendungen für die Finanzschulden eine Steigerung des Ergebnisses nach Steuern zu erzielen, so Heidelberg. 

Zum 31. März 2014 beschäftigte der Heidelberg-Konzern weltweit 12.539 Mitarbeiter, zuzüglich 502 Auszubildender (Vorjahr: 13.694, zuzüglich 521 Auszubildender).  

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