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Heidelberg prüft Ausstieg aus Druckweiterverarbeitungs-Produktion

Druckmaschinenhersteller setzt verstärkt auf hohe Margen bei Verbrauchsmaterial
 

Gerold Linzbach, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG, erläutert während der Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2013/14 die weitere Strategie der Neupositionierung des Unternehmens. 

Auf der Hauptversammlung der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) zum Geschäftsjahr 2013/2014 und in einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung kündigte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens Dr. Gerold Linzbach weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität des Konzerns an.

Auf dem Prüfstand steht vor allem die Produktion von Weiterverarbeitungssystemen: "Wir müssen ganz schnell die Verlustbringer abstellen. In einigen Bereichen werden wir aufhören, solche Maschinen selbst herzustellen, aber künftig weiter verkaufen und warten. In anderen Bereichen werden wir ganz aussteigen", erläuterte Linzbach in einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ). Dabei werde es auch zu einem substanziellen Personalabbau kommen, ganze Standorte würden hinterfragt. Im Gegenzug solle durch den Ausbau von Wachstumssegmenten sowie die Umsetzung von Portfoliomaßnahmen und Strukturkostenprojekten die Nachhaltigkeit der Profitabilität des Konzerns weiter gesichert werden.

Der RNZ sagte Linzbach weiter: "Das Digitalgeschäft wird ausgebaut, Ende September wird die erste digitale Druckmaschine für den Etikettendruck anlaufen. Digital soll mittelfristig ein großes Standbein werden." Die erste industrielle digitale Druckmaschine werde bis zur nächsten Drupa in zwei Jahren fertig sein. Das sei ein anspruchsvolles Ziel, mittlerweile arbeite jeder zweite Forscher am Thema "digital", so Linzbach weiter.

"Kurzfristiges Wachstum können wir im Service und bei Verbrauchsmaterialien generieren", so Linzbach. "In den letzten Jahren haben wir bei diesem Geschäft unsere Chancen nicht genug genutzt, fast verschwiegen. Es ist margenstark, nicht investitionsabhängig und hat keine Kapitalbindung." Drucker werden das sicherlich mit einem Stirnrunzeln vernehmen.

In puncto Kooperationen meinte Linzbach gegenüber der RNZ: "Bei den Verbrauchsmaterialien und im Digitalgeschäft haben wir Partner, im Bogendruck fangen die Druckmaschinenhersteller jetzt an, sich wechselseitig mit Bauteilen zu beliefern." Kooperation sei für ihn das Beenden einer wirtschaftlich unsinnigen Konkurrenz-Situation, man solle den Wettbewerber so akzeptieren, wie er sei.

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Leserkommentare (1)

EnTe | Freitag, 25. Juli 2014 12:56:02

Ohoh...

...da hat man wohl zu lang auf ein Pferd gesetzt - Offset?! Das Problem an so einem Konzern ist doch die Trägheit. Man hatte doch Anfang 2000 mit Kodak schonmal einen Versuch zum Digitaldruck gewagt, aber da waren wohl die erwünschten Margen nicht erreicht und weg damit. Tja, das rächt sich heute denk ich. Viel zu spät und viel zu träge...will man nur hoffen, dass Sie die Kurve bekommen!

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