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Heidelberg rundet sein Angebot nach unten ab

Bis Ende März 2011 soll Digitaldruckpartner bekannt gegeben werden

Stephan Plenz, Vorstand für Equipment der Heidelberger Druckmaschinen AG

Nachdem Manroland seine Kooperation mit Océ bekanntgegeben hat, konkretisiert nun auch die Heidelberger Druckmaschinen AG ihr Engagement im Digitaldruck - ohne allerdings den Partner zu benennen. Dies soll „noch im aktuellen Geschäftsjahr" erfolgen, kündigte Heidelberg in einem Gespräch mit den Chefredakteuren der in der „Eurographic Press" zusammengeschlossenen Druck-Fachmagazine an. Das Heidelberg-Geschäftsjahr endet am 31. März. Anfang April 2011 findet in Düsseldorf erstmals die Messe "Digimedia" statt.

Weil Druckereien für spezielle Anwendungen und Geschäftsmodelle neben Offset-Druckmaschinen vermehrt auch digitale Druckmaschinen für kleinste und individualisierte Auflagen einsetzen, gewinnt diese Technologie nach Ansicht von Heidelberg „immer mehr an Bedeutung". Deshalb plant der Druckmaschinenhersteller „mit der Bekanntgabe eines Digitaldruckpartners im Bereich Short-run-Color neben den etablierten Offsetlösungen auch im Digitaldruck durchzustarten".
„Wir runden das Lösungsangebot nach unten ab", begründet dies Stephan Plenz, Heidelberg-Vorstand für Equipment. Heidelberg will sich im ersten Schritt auf das Value-Segment konzentrieren, das sich durch eine Leistung von 60 bis 90 Seiten pro Minute und ein monatliches Druckvolumen - bezogen auf A4-Seiten - von über 80.000 auszeichnet. Diese Digitaldruck-Maschinen seien in Verbindung mit der Offset-Technologie „eine ideale Lösung".

Ausstieg 2004

Heidelberg war 2004 aus dem Digitaldruck ausgestiegen. Seinerzeit hatte man in einem Joint Venture mit Kodak die „Nexpress" angeboten, deren Leistung in das „Performance"-Segment einzustufen ist - das Heidelberg mit einer Leistung von über 90 Seiten pro Minute definiert und das Investitionsgrößen im Bereich von rund einer halben Million Euro bedingt. Im Value-Segment kann man von Investitionssummen zwischen 100.000 und 150.000 Euro ausgehen.
Während im Performance-Segment neben Kodak auch HP (Indigo-Maschinen) sowie Xerox (iGen) vertreten sind, gibt es im Value-Segment zahlreiche Anbieter und damit mögliche Kooperationspartner für den farbigen Digitaldruck.

Digitaldruck künftig aus dem Hause Heidelberg

Nach DD-Informationen gibt es bereits seit Sommer 2010 in Australien eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Heidelberg mit Konica Minolta.
Heidelberg-Kunden sollen neben Offsetmaschinen künftig für Anwendungen wie „Ultra Short-run-Color" (unterhalb von 200 Druckbogen) und „Variable Data Short-run-Color" ebenfalls Digitaldrucklösungen aus dem Hause Heidelberg beziehen können. „Wir wollen unseren Kunden künftig mit der Kombination aus Offset und dem neuen Digitaldruckangebot eine Lösung in bekannter Qualität in Verbindung mit niedrigen Kosten bieten, so dass kostspielige Click-Charge-Modelle vermieden werden können", stellt Plenz heraus.

Kombination von Offset- und Digitaldruckmaschinen im Angebot

Bereits seit 2006 biete Heidelberg mit der Anicolor-Farbwerktechnologie eine Offsetlösung an, mit der auch Kleinauflagen zwischen 200 und 300 Druckbogen wirtschaftlich produziert werden könnten, inklusive Sonderfarben, Lackanwendungen und UV-Veredelung.
Durch einen kombinierten Maschinenpark von Digitaldruckmaschinen im Value-Segment und Offsetdruckmaschinen sollen Druckereien in die Lage versetzt werden, die passende Lösung hinsichtlich Qualität, Preis, Lieferzeit und Auflagenhöhe anzubieten. Nach Ansicht von Heidelberg reichen Digitaldruckmaschinen aus dem Value-Segment vielfach aus. Benötigt der Kunde eine höhere Druckauflage, liefen Druckereien "mit Performance-Digitaldruckmaschinen Gefahr, deutlich höhere Herstellkosten für die Druckproduktion in Kauf nehmen zu müssen".

Prinect-Workflow-Einbindung

Das Digitaldruck-Angebot von Heidelberg soll in den Prinect-Workflow eingebunden werden. Durch die hier offenen Schnittstellen bietet Heidelberg bereits jetzt die Möglichkeit, auch Digitaldruckmaschinen zu integrieren. Künftig sollen noch zusätzliche Funktionen für die Ansteuerung der neuen Digitaldruckmaschinen aus dem Hause Heidelberg integriert werden.
Digitale Drucktechnologien sind für Heidelberg kein Neuland. Neben den klassischen Offsetdruckmaschinen bietet man seit 2008 im Geschäftsbereich Linoprint ebenfalls Digitaldrucklösungen auf Inkjet-Basis an. Die Linoprint-Technologie adressiert allerdings ein neues Marktsegment: den Druck in der abpackenden Industrie.

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