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Holtzbrinck-Konzern: Berliner Zeitung an zwei Groß-Investoren verkauft

Erster Verkauf einer deutschen Zeitung an ausländische Finanzinvestoren

Der monatelange Übernahmepoker um den Berliner Verlag ist beendet. Nach Informationen der Wirtschaftspresse einigte sich der Holtzbrinck-Konzern mit dem britisch-amerikanischen Konsortium der beiden Investoren Mecom und VSS auf den Verkauf des Verlages.
Die Mitarbeiter, die sich bis zuletzt gegen die Übernahme durch die Finanzinvestoren gewehrt hatten, wurden am Dienstagmorgen über den Schritt informiert. Mecom-Manager David Montgomery wird mit den Worten zitiert: »Wir wollen das Potenzial des Hauses und seiner Titel entwickeln und sehen uns dabei nicht als reine Finanzinvestoren, sondern auch als Verleger.« Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, zuletzt war in Branchenkreisen von etwa 160 Mio. Euro die Rede gewesen.
Erstmals wird damit eine deutsche Tageszeitung an einen Finanzinvestor verkauft. Zugleich ist mit der Veräußerung einer der umstrittensten Kartellstreits im deutschen Medienmarkt gelöst: Holtzbrinck hatte den Verlag und damit die »Berliner Zeitung« 2002 von Gruner + Jahr erworben, das Kartellamt hatte den Deal aber untersagt, weil Holtzbrinck in Berlin bereits den »Tagesspiegel« besitzt.
Die neuen Besitzer des Berliner Verlages wollen ihre genauen Konzepte erst dann öffentlich machen, wenn das Kartellamt den Verkauf genehmigt hat. Bei einer zügigen Prüfung binnen vier Wochen könnten die Mitarbeiter voraussichtlich Ende November Klarheit über die weitere Zukunft des Hauses bekommen. Zum Verlag gehören neben der »Berliner Zeitung« auch das Stadtmagazin »Tip« und der »Berliner Kurier«.
Nach Angaben von Montgomery wollen die Investoren an dem bestehenden Management festhalten. Das gelte auch für die Chefredaktionen. Besonders der Chefredakteur der »Berliner Zeitung«, Uwe Vorkötter, hatte in den vergangenen Tagen massiv Front gegen einen Verkauf gemacht.
Nach den Vorstellungen des Konsortiums soll der Berliner Verlag zum Hauptsitz einer neuen Mediengruppe werden, die in Deutschland und Europa durch den Kauf weiterer Regionalzeitungen wachsen soll.

Berliner Verlag GmbH & Co. KG http://www.berlinonline.de

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