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IBA Hartmann kauft Teilbetrieb der insolventen Druckerei J. Nickert

Druckveredelung wurde eingestellt
IBA Hartmann

Das Augsburger Unternehmen IBA Hartmann führt die Produktion von Mediabooks und Buchboxen der insolventen Firma Nickert fort.

Nach knapp einem halben Jahr hat Insolvenzverwalter Tobias Sorg einen Übernehmer für den umsatzstärksten Teilbetrieb der J. Nickert GmbH (Neu-Ulm) gefunden. Das Unternehmen IBA Hartmann GmbH & Co. KG aus Augsburg hat den Bereich „Medienbooks- und Systemverpackungen“ zum 1. Dezember 2014 übernommen. Der Bereich umfasst die Produktion von Mediabooks und Buchboxen zur Aufnahme von CD's, CD-ROM's, Blue Ray's, DVD's sowie sonstiger Datenträger. Die Gläubigerversammlung hat der Übertragung rückwirkend einstimmig zugestimmt.

Das Druck- und Verpackungs-Unternehmen J. Nickert GmbH hatte am 14. Juli 2014 Insolvenz angemeldet nachdem man "aufgrund der Lage der Druckbranche schleichend in eine strukturelle Krise geraten" war. Der Umsatz war in den letzten anderthalb Jahren vor der Insolvenzanmeldung um 20 Prozent eingebrochen.

Seither hatte Insolvenzverwalter Tobias Sorg den Betrieb aufrechterhalten lassen und nach Möglichkeiten einer langfristigen Fortführung des Geschäftsbetriebs gesucht. Auf Grund der Übernahme durch die IBA Hartmann GmbH & Co. KG kann die Produktion von Mediabooks und Buchboxen im Rahmen einer übertragenden Sanierung erhalten bleiben. Der Geschäftsbetrieb wird zum Jahreswechsel nach Augsburg verlegt. IBA Hartmann hat allen Mitarbeitern des übernommenen Geschäftsbereichs einen Arbeitsplatz in Augsburg angeboten. Den übrigen Mitarbeitern sowie denen, die nicht nach Augsburg wechseln wollen, konnte durch den Insolvenzverwalter der Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten werden. Die beiden Betriebe sind etwa 80 km von einander entfernt. Zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung waren bei Nickert 30 Mitarbeiter beschäftigt.

Betriebsrat hatte für Transfergesellschaft gekämpft

„Das ist eine sehr gute und sozialverträgliche Lösung, vor allem da die Möglichkeit zur Etablierung einer Transfergesellschaft bei Unternehmen dieser Größenordnung  eher die Ausnahme ist“,  betont Tobias Sorg in einer Pressemitteilung. Besonders im Hinblick auf die anstehenden Weihnachtsfeiertage sei das für die Mitarbeiter eine gute Nachricht. Die Übernahme durch eine Transfergesellschaft biete die Möglichkeit, eine neue berufliche Perspektive zu entwickeln und durch Training, Beratung, Qualifizierung und Vermittlung zeitnah zu realisieren. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft hätten für den Betrieb der Transfergesellschaft gekämpft und seien froh, dass diese Option durch den Insolvenzverwalter ermöglicht wurde, heißt es weiter.

Das Familienunternehmen IBA Hartmann ist seit rund 60 Jahren als Spezialist für Ordner, Verpackungen und Taschen bekannt.

Der Bereich „Druckveredelung“ der J. Nickert GmbH wurde zum 30. November 2014 eingestellt. Die J. Nickert GmbH produzierte seit ihrer Gründung 1996 hauptsächlich hochwertige Medien- und Systemverpackungen. Das Hauptgeschäft war die Produktion von DVD-Boxen, weswegen die Krise des Unternehmens unter anderem auf die sinkende Nachfrage in diesem Bereich zurückzuführen ist. Die Umsätze der J. Nickert GmbH waren von ca. 10 Mio. Euro auf zuletzt 3,5 Mio. Euro gesunken.

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