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Insolvente Druckerei Adam in Bruchsal gehört wieder der Familie Adam

Asset-Deal und Übernahme von 73 der zuletzt 75 Mitarbeiter
 
Walter Adam

Führt in Bruchsal auch bei der Adam NG GmbH wieder die Geschäfte: Walter Adam.

Die Gründerfamilie der seit Januar 2013 in einem Insolvenzverfahren befindlichen Rollenoffset-Druckerei Adam GmbH in Bruchsal hat am 10. September 2013 – mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. August 2013 – im Wege eines Asset Deals den gesamten Geschäftsbetrieb und 73 der 75 Beschäftigten der Adam GmbH in eine neue Gesellschaft übernommen. Die Geschäfte werden in Zukunft unter der neuen Firmierung Adam NG GmbH fortgeführt. Dies teilte die neue Firma mit.

Die auf Prospektwerbung spezialisierte Adam GmbH habe "infolge wirtschaftlicher Probleme einer 2005 gegründeten Schwestergesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern Anfang 2013 einen Insolvenzantrag stellen" müssen. Vorausgegangen sei, wie es in der Pressemitteilung heißt, "eine aus Sicht der heutigen Rechtsberater fehlerhafte Rechtsberatung durch den damaligen Anwalt, die die Lage dramatisch verschärfte und schließlich zur Insolvenz führte".

Das angesprochene Unternehmen, die insolvente Adam Nord GmbH, hatte zum 31. August 2013 seinen Betrieb eingestellt, was zum Verlust der zuletzt noch 61 Arbeitsplätze in Laage bei Rostock führte. Für das Werk in Mecklenburg-Vorpommern waren vom Unternehmer Walter Adam Anfang 2006 insgesamt zwei Bauabschnitte und rund 200 Arbeitsplätze in Aussicht gestellt worden. Er hatte deshalb umfangreiche öffentliche Fördermittel von mindestens 14,6 Mio. Euro erhalten. Der zweite Bauabschnitt ist nie realisiert worden. In Berichten der in Rostock erscheinenden Ostsee-Zeitung war Adam für die Pleite in Laage jüngst heftig kritisiert worden: "15 Millionen Euro Steuergeld futsch" titelte das Blatt am 4. September.

Der Karlsruher Rechtsanwalt Andreas Fischer, der das Insolvenzverfahren in Bruchsal als Insolvenzverwalter verantwortet, sagt nun: „Die Insolvenz der Bruchsaler Adam GmbH war nicht operativ bedingt, sondern die Folge der engen finanziellen Verflechtung mit der Schwestergesellschaft in Laage bei Rostock". Er habe "in intensiven Gesprächen mit potenziellen Käufern das Interesse am Erwerb des Geschäftsbetriebs der Adam GmbH geprüft". Schließlich sei das Angebot, das die Gründerfamilie Adam unterbreitete, "das Beste im Sinne der Gläubiger, Kunden und Beschäftigten" gewesen. Geschäftsführer der Adam NG GmbH ist wieder Walter Adam.

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Leserkommentare (3)

ehmalige Mitarbeiterin aus den Anfangsjahren 1990 | Donnerstag, 05. Dezember 2013 12:06:02

Sichtweisen erweitern!

Es ist schon verrückt solche Kommentare zu lesen...
Ich kann dazu nur sagen:
Man sollte die Sache doch von mehreren Seiten betrachten. Sicher ist es nicht einfach für die Mitarbeiter die gehen mußten bzw. nicht mehr eingestellt werden konnten. Sich an einer Insolvenz sanieren bzw. unliebsame Mitarbeiter los werden? Blödsinn!!!
Der tägliche Kampf um die Auftragslage,genaue Planung und Umsetzung der Aufträge, Insolvenz, Firmenaufgabe, Kündigungen, Verhandlungen, Gesetze an die man sich hält- das ist alles anstrengend und oft zum verzweifeln. Wenn es dann mit einem Teilerfolg endet- immerhin 73 Arbeitsplätze, dann sollte man doch Respekt, vor dem Neubeginn und dem Mut wieder von vorn anzufangen, haben!!!
Die Möglichkeit einer Insolvenz, garnichts mehr machen, das Schicksal der Angestellten sich selbst überlassen, hat grundsätzlich jeder. Wer sich allerdings für eine Rettung, einen neuen Versuch, Mut zum weiter machen stellt--- dem gebührt jeglicher Respekt!

An meine Vorschreiber- sowas kann nur schreiben wer nur eine Sichtweise hat die rechts und links nicht mehr erkennen....

Peter Paul | Dienstag, 17. September 2013 16:36:04

Insolvente Druckerei Adam in Bruchsal gehört wieder der Familie Adam

Für 73 Beschäftigte geht es weiter. Für 2 aber nicht? Hat man die Insolvenz als Instrument benutzt, um unliebsame Beschäftigte loszuwerden? Und das ganze auch noch mit unseren Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung, aus denen das Insolvenzgeld dieser "rückwirkenden" Insolvenz wahrscheinlich bezahlt wurde?
So haben wir denn mit 15 Mio. an Steuergeldern den Aufbau noch weiterer Überkapazität im Rollenoffset finanziert und es einem Unternehmer wahrscheinlich ermöglicht, sich aus Steuergeldern zu finanzieren. Ich hoffe nur, dass dieser Unternehmer nicht noch vom DD als unternehmerisches Vorbild herausgestellt wird.
Insolvenz als Geschäftsmodell scheint in unserer Branche zum Standard zu werden. Leider gefährden die "Insolvenzritter" diejenigen Unternehmer, die noch verantwortungsvoll und mit realistischen Kalkulationen für einen fairen Wettbewerb eintreten.

Insider | Dienstag, 17. September 2013 16:36:02

Filetiert...oder: Der Segen einer Insolvenz

Dumpingpreise, Dumpinglöhne, 2 Betriebe wurden von der "Gründerfamilie" in die Insolvenz geführt, 61 Mitarbeiter stehen in Laage auf der Straße, die Firma ist geschlossen. Nun "rettet" die Gründerfamilie sich selbst, indem sie nur die Assets der zuvor selbst in die Insolvenz geführten Firma in Bruchsal zurückkauft und unbeschwert weitermacht, als wäre nichts gewesen. Schulden, Haftungsverhätlnisse und Subventionen in Millionenhöhe bleiben auf der Strecke. Die Moral wohl auch. Und Bruchsal profitiere ja laut Insolvenzverwalter Andreas Fischer noch vom Elend der ehemaligen Tochter in Laage, da man "nun" Aufträge von Laage nach Bruchsal verlagern könne. (womit sollen die eigentlich produziert werden?) Ja, Gott sei dank. So einfach geht das!?

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