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Insolventer Adam Nord droht Stilllegung Ende August

Für Adam in Bruchsal könnte eine Sanierung bis Jahresende gelingen
 
Adam Nord

Idyllisch, aber sehr am Rande der Republik gelegen: die Druckerei Adam Nord nahe Rostock

Sechseinhalb Monate nach dem Insolvenzantrag droht der Rollenoffsetdruckerei Adam Nord in Laage bei Rostock die Stilllegung. Für Adam in Bruchsal, ebenfalls seit Januar in der Insolvenz, gibt es dagegen die Aussicht auf eine erfolgreiche Sanierung. Wie Insolvenzverwalter Carsten Buderer (Kanzlei Fischer Rechtsanwälte, Karlsruhe) mitteilte, ist es nicht gelungen, den Geschäftsbetrieb der Adam Nord GmbH im Wege der übertragenden Sanierung an einen strategischen Investor zu übertragen. Der „aussichtsreichste Kandidat für die Übernahme“ habe inzwischen abgesagt. Die aktuell – inklusive Aushilfen – 61 Mitarbeiter in Laage erhielten deshalb in der vergangenen Woche ihre Kündigungen.

Buderer: „Aktuell besteht aufgrund der problematischen Liquidität keine mittelfristige Fortführungsprognose mehr, so dass die Mitarbeiter über diese Situation informiert wurden.“ Nach aktuellem Stand würde der Betrieb je nach Zustand der noch offenen Aufträge Ende August oder im September stillgelegt werden.

Dies könnte allerdings innerhalb der nächsten zwei Wochen nochmals wiederrufen werden, wenn aktuell andauernde Verhandlungen „über die Absicherung der Rentabilität und der Liquidität mit einem Großkunden erfolgreich verlaufen werden“. Wie Rechtsanwalt Andreas Fischer, der vorläufige Insolvenzverwalter für Adam in Bruchsal, gegenüber print.de sagte, gebe es einen Kunden, der auf Grund der technischen Möglichkeiten daran interessiert ist, weiterhin in Laage produzieren zu lassen. Die „Absicherung der Rentabilität und Liquidität“ würde für sechs Monate erfolgen.

Die Liquidität war es laut Fischer auch, welche in den Druckereien Bruchsal und Laage im vergangenen halben Jahr zu sehr unterschiedlichen Entwicklungen führte. Das Vorfinanzieren der Großaufträge in Laage ist offenbar immer schwieriger geworden.

Wenn es in Laage zu einer Verwertung der Maschinen und der Immobilie kommt, gibt es zumindestens für die beiden 48-Seiten-Rollenoffsetmaschinen bereits Interessenten, sagte Fischer auf Nachfrage.

Bruchsal wird "in vollem Maße aufrechterhalten"

Der Betrieb der Adam GmbH in Bruchsal mit seinen 72 Mitarbeitern werde dagegen in vollem Maße aufrechterhalten, heißt es in der Pressemitteilung der Insolvenzverwalter-Kanzlei. Der Betrieb verfüge über eine gute Auslastung und sei rentabel, so dass sich für Bruchsal bereits die Sanierung des Geschäftsbetriebes ergebe. Das Ende der Insolvenz für den Betrieb in Bruchsal wird vom Insolvenzverwalter „noch dieses Jahr erwartet“. In einer Auffanggesellschaft könnte auch der bisherige Firmenchef Walter Adam wieder an der Spitze stehen.

Adam in Bruchsal würde laut Andreas Fischer von der Schließung des Standortes in Mecklenburg-Vorpommern profitieren, da eine Reihe von Aufträgen in den Süden geholt werden könnten.

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Leserkommentare (3)

John Deere | Freitag, 09. August 2013 15:56:02

Fördergelder

In Laage haben die Menschen von den Fördergelder leider nur wenig, bis gar nichts gesehen.
Dort blieben und bleiben jetzt leider wieder die kleinen Leute auf der Strecke.
Eine Insolvenz kann so vieles bereinigen und Fehler von der Geschäftsführung vertuschen. Aber armselig ist es, dies immer auf Kosten anderer umzusetzen. Ach ich vergaß: Die Geschäftsleitung macht natürlich nie Fehler.
Eines macht dennoch stutzig:
Über den Verbleib der Fördergelder mag man gar nicht nachdenken.
Grundstücke wurden zu Beginn von der Stadt Laage für einen symbolischen Wert fast verschenkt, die Maschinen sind bis jetzt nicht bezahlt worden, aber ein neues Flugzeug musste her. Komisch auch, dass die Liquidität im Norden bis jetzt nicht vorhanden ist, wo im Süden anscheinend immer genug Geld vorhanden war und ist. Zumindest kann sich der ehemalige Geschäftsführer erlauben ein Grillfest in Bruchsal ausrichten - mitten in der Insolvenz "seiner" beider Unternehmen.
Über den Verbleib der Fördergelder kann uns also nur einer aufklären, und der hat weder zu den Fördergeldern, noch in "seinem" Unternehmen zurzeit etwas zu sagen. Aber er wird auch dieses Tal durchschreiten und bald wieder im badischen Bruchsal sein Glück versuchen. Ich wette, er lässt sich in Laage in den nächsten drei Wochen nicht mehr blicken. Schade, denn wir wünschen ihm alles, was er seinen Mitarbeitern auch wünschen würde. Nicht mehr und nicht weniger.

KJ E | Mittwoch, 31. Juli 2013 12:36:03

Adam Druck

Man sollte dem Verwalter mal erklären daß die Aufträge von Rostock auf den alten Maschinen
in Bruchsaal nicht wirtschaftlich zu produzieren sind.

Branchenkenner | Mittwoch, 31. Juli 2013 12:36:02

Insolvenz Adam

Adam hat leider eine völlig falsche Strategie gewählt, nämlich die der Kostenführerschaft. Diese "Strategie" kann immer nur kurz funktionieren, dann wird ein anderer günstiger, der noch mehr Fördergelder erhalten hat. Schade um die verbrannten Fördergeld-Millionen.

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