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Insolventer Barenschee Systemtechnik GmbH droht die Schließung

Folge der „Versäumnisse der letzten Jahre“
 
Barenschee-Installation

Eine der größten Barenschee-Anlagen, die in den vergangenen Jahren in deutschen Zeitungsbetrieben installiert wurden, steht bei den "Badischen Neuesten Nachrichten" in Karlsruhe.

Der Barenschee Systemtechnik GmbH (Lüneburg), Hersteller von Automatisierungssystemen und Druckplatten-Weiterverabeitungsanlagen für den Zeitungsdruck, droht das endgültige Aus. Barenschee hatte am 8. März 2013 Insolvenz angemeldet. 

Wie der vom Amtsgericht Lüneburg eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Thomas Becker, gegenüber print.de sagte, seien die Perspektiven für den Standort „ganz düster“. Er rechnet damit, dass der Betrieb Ende April geschlossen wird. Aktuell wird von den rund 30 Mitarbeitern noch Service angeboten, eine Produktion findet aber mangels Aufträgen kaum noch statt.

Zum Jahresanfang 2013 hatte Barenschee noch den Einstieg eines neuen „Mitgesellschafters und Produktionspartners“, bekanntgegeben – der Betron Control Group aus dem westfälischen Enger. Dazu wurde die neue Firma „Barenschee Systemtechnik GmbH“ gegründet, die den kompletten Betrieb der Barenschee GmbH & Co. KG übernommen hatte. „Grundlegende Änderungen im Konzept wurden nach dem Einstieg von Betron aber nicht so durchgeführt, wie es nötig gewesen wäre“, sagte Becker auf die Frage, warum der Insolvenzantrag dann doch binnen weniger Wochen erfolgte.

"Neue Gesellschaft ohne Chance"

Rechtsanwalt Thomas Becker sieht die Insolvenz als Ergebnis der „Versäumnisse der letzten Jahre“ und weil man es nicht geschafft habe, andere Geschäftsfelder als die Zeitungsdruckindustrie zu finden. Barenschee sei eine „kleine Manufaktur, die nicht zu vernünftigen Kosten produzieren konnte“. Auch die neue Gesellschaft hätte von Anfang überhaupt keine Chance gehabt, so der vorläufige Insolvenzverwalter, der noch nach Übernahmeinteressenten sucht. Bis Ende April rechnet er diesbezüglich mit Klarheit. Becker geht aber davon aus, dass ein potenzieller Übernehmer kein Interesse am Standort Lüneburg haben wird.

Einem Bericht der Lüneburger „Landeszeitung“ zufolge, hatte Barenschee seit Anfang des Jahres Kurzarbeit gefahren, im Februar konnten die Gehälter nicht vollständig gezahlt werden. Die Verbindlichkeiten des Unternehmens sollen sich auf rund 350 000 Euro belaufen, plus der nicht gezahlten Gehälter.

Weitere Konzentration

Mit dem voraussichtlichen Aus für Barenschee setzt sich die Konzentration bei den Anbietern von Stanz- und Abkanttechnologie für Druckplatten weiter fort. Die Nela Brüder Neumeister GmbH (Lahr), hatte 2008 und 2009 bereits die Firmen M&A Pass-System und 2B Präzisionstechnik übernommen.
 

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