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Insolvenz der Walter Industriebuchbinderei ist beendet

Sanierung nach dem Insolvenz-Planverfahren

Nils Gustorff, Geschäftsführer der Walter Industriebuchbinderei GmbH in Heitersheim.

Das seit April 2010 laufende Insolvenzverfahren der Walter Industriebuchbinderei GmbH (Heitersheim) wurde zum 1. August beendet. Die Buchbinderei im Markgräfler Land hat ihre Eigenständigkeit wiedererlangt.

Aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen der Buchbinderei habe man das bislang eher selten praktizierte Insolvenzplan-Verfahren gewählt, erklärte Geschäftsführer Nils Gustorff gegenüber print.de. Möglich gewesen sei dies vor allem, weil die Kunden dem Unternehmen nach wie vor die Treue gehalten hätten. Auch die geografische Lage mit wirtschaftlich starken Regionen in räumlicher Nähe sowie ein gut ausgestatteter Maschinenpark sprachen für die Fortführung des Betriebs. Das Insolvenzplanverfahren ist eine vom Gesetzgeber geschaffene Möglichkeit zur Sanierung in der Insolvenz. Es stellt einen vom Insolvenzverwalter geleiteten Vergleich dar, dem die Mehrheit der Gläubiger zustimmen muss. Dieser Insolvenzplan wird dem Insolvenzgericht vorgelegt und nach Annahme durch die Gläubiger vom Gericht bestätigt, anschließens wird das Insolvenzverfahren aufgehoben.

Für die Walter Industriebuchbinderei war die Sanierung verbunden mit Umstrukturierungen in der Arbeitsweise, der Organisation sowie Reduzierungen beim Personal. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 42 Mitarbeiter (vormals 65). Das Unternehmen konzentriert sich jetzt auf das beratungsintensive und technikorientierte Kerngeschäft der industriellen Buchbinderei. Die eigene Sortimentsbuchbinderei wurde aufgelöst. Statt dessen kooperiert Walter nun mit Handwerksbuchbindereien der Region. Auch die eigene Serviceabteilung „Elektrik/Maschinenwartung“ wurde durch Kooperationen mit örtlichen Handwerkern ersetzt. Darüber hinaus haben man die Aufgabenbereiche in den Bereichen Verwaltung und Sekretariat neu geordnet; der IT-Einsatz wurde verstärkt.

In der Praxis sind Insolvenzpläne dieser Art selten. Bislang wurde für weniger als 1% aller insolventen Unternehmen ein Insolvenzplan vorgelegt. Daher hat nun der Gesetzgeber diesen Weg, der für die Fortführung eines Unternehmens eine Basis darstellen kann, rechtlich mit einer Gesetzesnovelle zum 1.1.2012 neu geebnet.

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