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Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für Stürtz GmbH beantragt

"Restrukturierungsaufwand höher als zunächst evaluiert"
Stürtz

Die Rückkehr zum altbekannten Namen sollte den "Neuanfang" bei Stürtz in Würzburg signalisieren.

Nächstes Kapitel in der offenbar unendlichen Insolvenz- und Sanierungsgeschichte rund um das Würzburger Druckunternehmen Stürtz: Der neue Inhaber, der Sanierungsspezialist Solvesta AG, hat bekanntgegeben, dass die Geschäftsführung der Stürtz GmbH am 24. Juni 2016 beim zuständigen Amtsgericht den Antrag auf die Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt hat.

Die Solvesta AG ist nach eigenen Angaben darauf spezialisiert, Unternehmen aus Insolvenzsituationen zu erwerben oder durch Einleitung und Durchführung von Insolvenzverfahren Unternehmen zu sanieren. Die Stürtz GmbH ist eine Tochter des Solvesta-Konzerns. Per 1. März 2016 hatte die neue Stürtz GmbH das operative Geschäft der Phoenix Print GmbH übernommen, die wiederum auf das früher als Stürtz AG firmierende Unternehmen zurückging. Phoenix Print Würzburg hatte Ende September 2015 wegen Liquiditätsproblemen Insolvenz angemeldet.

Noch im März 2016 hatte die damalige Geschäftsführerin Ramona Weiß-Weber bekanntgegeben, die jüngste Sanierung sei gelungen "aufgrund der Kompromissbereitschaft von Gläubigern und Belegschaft ". Als Zeichen des Neuanfangs hatte die Firma ihren altbekannten Namen Stürtz zurückerhalten. Damals war die Rede davon, dass es gelungen sei, "für über 240 Mitarbeiter [...] eine solide Basis für die weitere Entwicklung des Unternehmens zu schaffen und Stürtz zukunftsfähig aufzustellen". Ramona Weiß-Weber ist am 6. Juni durch den neuen Stürtz-Eigentümer Solvesta abberufen worden.

Nun gab die börsennotierte Solvesta AG eine Mitteilung heraus, in der es unter anderem heißt:

"Mit Übernahme des angeschlagenen Unternehmens war den Beteiligten bewusst, dass die Stabilisierung des operativen Geschäftsbetriebs von Stürtz eine längere Zeit in Anspruch nehmen werde. Im Zuge der laufenden Sanierung wurde durch Offenlegung von Unregelmäßigkeiten im operativen Betriebsteil offensichtlich, dass der Restrukturierungsaufwand höher anzusiedeln ist als zunächst evaluiert. Ungeachtet dieser unvorhersehbaren Herausforderungen sind die Solvesta AG und die von ihr neu eingesetzte Geschäftsführung entschlossener denn je, die im März 2016 begonnene betriebswirtschaftliche und operative Restrukturierung des Unternehmensverbundes mit hoher Priorität fortzusetzen. Aus diesem Grunde wurden alle Lieferantenrechnungen ausgeglichen und der Geschäftsbetrieb vollumfänglich fortgeführt, um einen Antrag auf ein koordiniertes ESUG-Verfahren zu stellen. Durch diese Vorbereitungsmaßnahmen wurde sichergestellt, dass weder Lieferanten noch Kunden einen Schaden aus dem Verfahren erlitten haben oder erleiden werden."

Dr. Patrik Fahlenbach, Vorstandsvorsitzender der Solvesta AG, sagt wörtlich, es sei "Anspruch" der Solvesta, "die gesetzlichen Rahmenbedingungen in keinster Weise missbräuchlich zu verwenden". Man sei von den Geschäftschancen der Stürtz GmbH als vollstufiger Anbieter von Medienleistungen und Dienstleistungen im Bereich der Herstellung von Druckerzeugnissen aller Art nach wie vor unverändert überzeugt. Man erwarte aber durch das Verfahren "die dringend notwendige Reduzierung der Fixkostenbasis sowie eine erhebliche, operative Effizienzsteigerung".

Gemeinsam mit den Sanierungsexperten der Düsseldorfer Unternehmensberatung und Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp will Solvesta einen Sanierungsplan erstellen und umsetzen. Man werde "nach der bereits erfolgten Abberufung der Vertriebsgeschäftsführung zudem einen vollkommenen Neuanfang in der Führung des Unternehmens initiieren und das Unternehmen unter neuer Führung wieder in stabiles Fahrwasser bringen."

Die Stürtz-Website weist aktuell Dirk Eichelbaum und Christian Hohagen als vertretungsberechtigte Geschäftsführer der Stürtz GmbH aus. Eichelbaum ist Partner in der Kanzlei Buchalik Brömmekamp.

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