Weiterempfehlen Drucken

KBA: 27% mehr Aufträge im ersten Quartal 2015

Bei Umsatz und Ergebnis noch Rückstand – Bogen- und Rollenoffsetbereich sollen eigenständig operieren
 

Anlagen und Systeme für die Banknotenproduktion sind der größte Umsatzträger im Segment Special Solutions.

Laut KBA-Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann ergeben die wirtschaftlichen Kennziffern der Koenig & Bauer AG (KBA) für das erste Quartal 2015 „noch ein differenziertes Bild“, wie KBA aktuell meldet. Denn entgegen dem Branchentrend lag der Auftragseingang des Druckmaschinenherstellers im Konzern mit 306,7 Mio. Euro um 27 % über dem Vorjahr und der Auftragsbestand war um etwa 130 Mio. Euro höher als zum Quartalsbeginn. Dagegen gibt es noch Nachholbedarf beim Umsatz und beim Ergebnis. Mit 177,3 Mio. Euro sank der Konzernumsatz um 16,9 % unter den Vorjahreswert. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) war vor allem aufgrund der geringen Auslieferungen und des damit niedrigen Quartalsumsatzes sowie der Auslastungsprobleme an den inzwischen neu dimensionierten deutschen Rollenstandorten mit –17,7 Mio. Euro ebenfalls niedriger als 2014 (–12,1 Mio. Euro).

Neue Gesellschaftsstruktur und eigenständige Bogen- und Rollenoffsetsparten geplant

Der aktuelle KBA-Quartalsbericht teilt das Konzerngeschäft erstmals in die Segmente Bogenoffsetmaschinen (Sheetfed Solutions), Digital- und Offset-Rollenmaschinen (Digital & Web Solutions) und Spezialmaschinen (Special Solutions). Zum Segment Special Solutions gehören unter der Marke KBA-Notasys die neu formierten Gesellschaften im Wertpapierdruck sowie die in diversen Verpackungsmärkten tätigen Unternehmen KBA-Metalprint, KBA-Meprint, KBA-Metronic, KBA-Kammann und KBA-Flexotecnica.

Am 21. Mai 2015 soll die Aktionärsversammlung über die vorgeschlagene neue Gesellschaftsstruktur entscheiden. Diese soll „mehr Transparenz, klare Management-Verantwortung und mehr strategische Flexibilität“ bringen, wie es weiter heißt. Konkret bedeutet dies: Die KBA-Sheetfed Solutions in Radebeul und die KBA-Digital & Web Solutions in Würzburg sollen als eigenständige operative Einheiten aus der Muttergesellschaft ausgegliedert werden. Als weitere Geschäftseinheiten sind die standortübergreifende Produktion (KBA-Industrial Solutions) und die Wertpapieraktivitäten in Würzburg (KBA-Notasys) vorgesehen. Die ausgegliederten Gesellschaften sollen als AG & Co. KGs mit der Koenig & Bauer AG als alleinigem Komplementär operieren. Als Holding übernimmt die Koenig & Bauer AG mit einem dreiköpfigen Vorstand zentrale und strategische Aufgaben. Die übrigen Vorstände werden Geschäftsführer der ausgegliederten Gesellschaften. Der Vorstand will Quersubventionen unterbinden und das Kapital gezielt einsetzen, um die erforderliche höhere Kapitalrendite nachhaltig zu erreichen. Bei Zustimmung der Aktionäre soll die neue Struktur rückwirkend zum 1. Januar 2015 in Kraft treten, operativ arbeiten die genannten Einheiten seit einem Jahr entsprechend.

Bogenoffset mit weitem Abstand stärkstes Segment

Im größten Segment Sheetfed Solutions war der Auftragseingang in den ersten drei Monaten mit 174,7 Mio. Euro um 30,5 % höher als 2014, während der Umsatz mit 109,8 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 111,1 Mio. Euro blieb. 

Das Segment Digital & Web Solutions weist ein gegenüber 2014 um 5,7 % auf 27,9 Mio. Euro gestiegenes Neugeschäft aus. Der Umsatz unterschritt mit 13,3 Mio. Euro den Vorjahreswert von 41,5 Mio. Euro, was wesentlich zum Segmentergebnis von –8,7 Mio. Euro beitrug. 

Im Segment Special Solutions legten die Bestellungen um 31,0 % auf 117,4 Mio. Euro zu. Der Quartalsumsatz war mit 63,2 Mio. Euro um 8,1 % geringer als 2014 (68,8 Mio. Euro). Gegenüber 2014 sank der Inlandsumsatz um 8,8 Mio. Euro auf 35,3 Mio. Euro.

Die Exportquote stieg von 79,3 % auf 80,1 %. Die Lieferungen ins europäische Ausland reduzierten sich auf 46,3 Mio. Euro. Die Regionalquote war mit 26,1 % (2014: 31,0 %) unterdurchschnittlich. Das Nordamerika-Geschäft legte von 24,4 Mio. Euro auf 30,2 Mio. Euro zu, der Umsatzanteil von 11,4 % auf 17,0 %. Die Region Asien/Pazifik trug mit 28,5 % bei. Wegen der Nachfragedelle in China lag das Umsatzvolumen mit 50,5 Mio. Euro unter dem Vorjahr (64,9 Mio. Euro). Mit 15,0 Mio. Euro bzw. 8,5 % waren Lateinamerika und Afrika am Konzernumsatz beteiligt.Über 50 % des Konzernumsatzes entfallen heute auf Bogenoffsetanlagen und dazugehörige Systeme. Dabei dominieren Verpackungskunden das Geschäft von KBA-Sheetfed Solutions sowie der meisten Gesellschaften im Segment Special Solutions. Den größten Umsatz- und Ergebnisbeitrag bei den Spezialmaschinen leisten Systeme für die Banknotenproduktion.

Anzeige

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

Markt & Management

Igepa Group und Verbände Druck und Medien beschließen Zusammenarbeit

Partner wollen Unternehmen der Druckindustrie bei PSO-Zertifizierung unterstützen

Die Igepa Group und die Verbände Druck und Medien mit ihren Print-Xmedia‐Beratungsgesellschaften haben im Bereich des Prozessstandard Offsetdruck (PSO) eine enge Zusammenarbeit beschlossen. Gemeinsam wollen die Partner Unternehmen der Druckindustrie aktiv bei der PSO‐Zertifizierung unterstützen.

» mehr

IT meets Print – Jetzt Tickets ordern!

CHIP-Logo

Deutscher Druck- und Medientag 2017

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Geschäftsführer Christian Aumüller (Aumüller Druck) hinterfragt den ökologischen Sinn von Forstwirtschaftszertifikaten für Druckereien.

"Fürs FSC/PEFC-Zertifikat werden Druckereien ordentlich gegängelt!"

Am Rande eines Interviews mit „print.de“ über das Engagement der Industriedruckerei Aumüller Druck in Regensburg in Sachen betrieblicher Umweltschutz berichtete Geschäftsführer Christian Aumüller über seine jahrelangen Praxiserfahrungen mit der FSC/PEFC-Zertifizierung und hinterfragt deren Sinnhaftigkeit für die Druckindustrie.
mehr

Ganz so unbedeutend ist die Druckbranche gar nicht

Wenn das Geschäft einer Druckerei nicht mehr auskömmlich ist, hört man immer wieder dieselben Begründungen: „Das Internet macht uns das Leben schwer.“ Oder: „Wegen des ruinösen Preiskampfes haben wir keine Chance.“ Warum solche negativen Statements der Printbranche nicht gerecht werden und warum Zeitschriften als Premiumprodukte auch häufiger als alle zwei Monate erscheinen können, erläutert Bernhard Niemela, Geschäftsführer Deutscher Drucker.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die 10 besten Schriften 2016

Das sind die 10 besten Schriften des Jahres 2016 – zumindest wenn es nach der britischen Type Foundry "HypeForType" geht. Das britische Versandhaus für Schriften hat die aus seiner Sicht besten Schriften des vergangenen Jahres gekürt.
mehr

Ganz großes Kino für Print: Wie die Creatura-Initiative begeistert

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

Wie informieren Sie sich über Ihren Urlaubsort?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...