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KBA: 70 % des Neumaschinengeschäfts im Verpackungsbereich

Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG (KBA) – Konzernumbau weitestgehend abgeschlossen
 

Die zunehmende Fokussierung auf die Wachstumsmärkte Digital- und Verpackungsdruck war ein Schwerpunkt in der Rede des KBA-Vorstandsvorsitzenden Claus Bolza-Schünemann.

Die vom Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Martin Hoyos geleitete 91. Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG im Vogel Convention Center (VCC) in Würzburg sei bestimmt gewesen von der Verkündung positiver Ergebnisse des Ende 2015 abgeschlossenen Fit@All-Programms und dem Faktum, dass sich der Druckmaschinenbauer auf Wachstumsmärkte fokussieren will, wie KBA meldet. Im Rahmen der Sitzung wurden auch die Unternehmenszahlen für das Geschäftsjahr 2015 und das erste Quartal 2016 erläutert.

Wie der KBA-Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann vor den Aktionären zum Ausdruck brachte, sei erfreulich, „dass das Haus KBA in dieser Umbruchphase stabil geblieben ist und wir im Turnaround-Jahr 2015 die prognostizierte EBT-Marge von 2 % um fast 50 % übertreffen konnten. Dass dieses umfangreiche Programm ohne gravierende Schwächung unserer Finanzkraft umgesetzt werden konnte, schafft Handlungsspielraum für die Zukunft.“

Ende März 2016 waren bei den Unternehmen der KBA-Gruppe ohne Auszubildende, Praktikanten, freigestellte Mitarbeiter und solche in Altersteilzeit noch 4.714 Beschäftigte tätig. Damit ist die umfassende Personalanpassung der letzten Jahre weitestgehend abgeschlossen. Bolza-Schünemann: „In den großen Werken gibt es angesichts der hohen Auslastung Personalengpässe in Fertigung und Montage. Nach Jahren haben wir wieder eine Reihe von Jungfacharbeitern nach der Ausbildung in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Aus dem gleichen Grund haben wir 2015 auch an der für ein Unternehmen unserer Größe relativ hohen Ausbildungsquote von gut 7 % der Belegschaft festgehalten.“

Die Börse hat die Umsetzung der Neuausrichtung und die daraus resultierende positive Ertragsentwicklung honoriert. Der Kurs der KBA-Aktie ist bis Ende 2015 auf fast 33 Euro gestigen und hat sich damit mehr als verdreifacht. Doch könne „angesichts des bei der Koenig & Bauer AG noch nicht durch Jahresüberschüsse kompensierten Bilanzverlustes aus früheren Jahren“ heute noch keine Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2015 vorgeschlagen werden, wie es weiter heißt.

Aussichten für 2016

Die KBA-Gruppe geht angesichts der weiterhin guten Auftragslage mit Zuversicht in die nächsten Monate. Dazu der KBA-Chef: „Wir hoffen, dass die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unser Geschäft einigermaßen stabil bleiben und streben für 2016 einen Umsatzanstieg auf rund 1,1 Mrd. Euro mit einer EBT-Rendite zwischen 3 und 4 % an.“ Mittelfristig will der Druckmaschinenhersteller das Vorsteuerergebnis (EBT) auf 4 bis 6 % des Umsatzes steigern.

Digital- und Verpackungsdruck mit Wachstumschancen

Nach der Umstrukturierung setzt der Vorstand den Fokus verstärkt auf die Generierung von Wachstum. Gute Chancen dafür sieht man in den Wachstumsmärkten Digital- und Verpackungsdruck. Bereits heute entfallen im Konzern rund 70 % des Neumaschinengeschäfts auf Verpackungsbetriebe. Um die 20 % des Umsatzes erzielt die Gruppe im Banknotendruck und nur noch 10 % in mediennahen Bereichen wie dem Bücher-, Magazin- und Zeitungsdruck.

Im Kartonagen-, Blech- und Glaskörper-Direktdruck sieht sich der Druckmaschinenbauer mit seinen Geschäftseinheiten KBA-Sheetfed, KBA-Metalprint und KBA-Kammann international in einer führenden Position. Ausbaufähig sei die Position im flexiblen Verpackungsdruck und in der industriellen Kennzeichnungstechnik. Diese Märkte werden von KBA-Flexotecnica und KBA-Metronic bearbeitet. Für Wellpappen-Verpackungen baut KBA-Digital & Web in Würzburg im Auftrag des Partners HP Inc. die derzeit weltgrößte Inkjet-Rotation mit 2,8 m Papierbahnbreite.

Als ein weiteres Beispiel für zukunftsträchtige Anwendungsfelder wurde der digitale Dekordruck genannt, den KBA mit bis zu 2,25 m breiten Inkjet-Anlagen bedient.

Neuer Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Horst Peter Wölfel, ehemaliger Dekan des Lehrstuhls für Maschinendynamik an der Technischen Universität Darmstadt und Unternehmer, schied als Vertreter der Anteilseigner aufgrund Erreichung der Altersgrenze nach 29 Jahren aus dem Aufsichtsrat aus. Als seinen Nachfolger wählte die Aktionärsversammlung Dr. Andreas Pleßke in das Kontrollgremium. Dr. Pleßke hat als Chief Restructuring Officer (CRO) im Vorstand der Muttergesellschaft von Mai 2014 bis zu seinem planmäßigen Ausscheiden Ende April 2016 die Umsetzung des Restrukturierungsprogramms Fit@All maßgeblich begleitet. Matthias Hatschek, Unternehmer aus St. Martin in Österreich, der dem Aufsichtsrat als Aktionärsvertreter seit 2006 angehört, wurde für weitere fünf Jahre in das Gremium gewählt.

Die sechs Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat waren im April 2016 von der Belegschaft neu gewählt worden. Mit jeweils zwei weiblichen von je sechs Aufsichtsratsmitgliedern auf der Kapital- und Arbeitnehmerseite erfüllt der in Teilen neu gebildete Aufsichtsrat der Koenig & Bauer AG die nach dem Gesetz geforderte Frauenquote von 30 %.

Die Aktionäre stimmten allen zur Abstimmung anstehenden Tagesordnungspunkten mit Ausnahme der Schaffung neuem genehmigten Kapitals mit großer Mehrheit zu.

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