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KBA: Deutliche Einbußen beim Geschäfts- und Auftragsvolumen

Neunmonatsbericht des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer AG: Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert – Inlandsumsatz gegenüber 2012 um fast 50 % gestiegen
 

Blick auf das in der Nähe von Dresden gelegene Werk Radebeul der Koenig & Bauer AG.

Wie wir bereits am 6. November auf www.print.de berichteten, hat der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Zwar greifen die bisherigen Sanierungsmaßnahmen, aber in den ersten neun Monaten verzeichnete KBA markt- und konjunkturbedingt deutliche Einbußen beim Geschäfts- und Auftragsvolumen, wie aus dem jetzt vorgelegten Neunmonatsbericht hervorgeht.

Vor diesem Hintergrund strebt das Management eine weitergehende Neuausrichtung des Konzerns an, „um die Ertragslage nachhaltig zu verbessern“, wie es von Seiten KBA heißt. Entsprechend wird per Jahresende mit Belastungen aus noch nicht exakt quantifizierbaren Restrukturierungsaufwendungen und Sonderabschreibungen gerechnet. Dem mit seinen Bogen-, Rollen-, Sonder- und Digitaldruckanlagen in unterschiedlichen Printmärkten aufgestellten Unternehmen macht vor allem das stark gesunkene Marktvolumen bei Rollenrotationen zu schaffen. Zudem entwickelte sich das Geschäft mit Bogenoffsetanlagen und Systemen für den Banknotendruck verhaltener als erwartet, so KBA.

Trotz der im dritten Quartal 2013 gegenüber 2012 um 7,4 % höheren Bestellungen war der Auftragseingang im Konzern im gesamten Berichtszeitraum mit 709,6 Mio. Euro um 14,1 % niedriger als im durch die Fachmesse Drupa begünstigten Vorjahr (826,0 Mio. Euro). Zudem führten Lieferverschiebungen bei Sonderanlagen dazu, dass der Konzernumsatz nach neun Monaten mit 729,9 Mio. Euro um 20,3 % unter dem vergangenen Jahr (916,2 Mio. Euro) lag. Der Auftragsbestand erreichte Ende September mit 627,7 Mio. Euro ebenfalls einen geringeren Wert (2012: 735,5 Mio. Euro). Umsatzbedingt und durch Restrukturierungsaufwendungen verschlechterte sich das Betriebsergebnis gegenüber 2012 (+18,9 Mio. Euro) auf –10,7 Mio. Euro. Bei einem Finanzsaldo von –5,6 Mio. Euro wird das Vorsteuerergebnis (EBT) mit –16,3 Mio. Euro (2012: +10,8 Mio. Euro) ausgewiesen. Das Ergebnis nach Steuern beträgt –20,2 Mio. Euro (2012: +4,5 Mio. Euro), das Ergebnis je Aktie –1,22 Euro.

Im Geschäftsbereich Bogenoffsetmaschinen lagen die Bestellungen von Juli bis September 2013 wegen der „starken Marktposition im Faltschachtel- und Blechdruck“, so KBA wörtlich, mit 164,7 Mio. Euro über den vier vorangegangenen Quartalen. Über neun Monate unterschritt der Auftragseingang im Bogensegment mit 458,5 Mio. Euro allerdings aufgrund des fehlenden Drupa-Effektes den Vorjahreswert um 11,5 %. Beim Umsatz fiel der Rückgang von 395,4 Mio. Euro in 2012 auf 381,4 Mio. Euro in 2013 mit 3,5 % moderat aus. Aufgrund reduzierter Kosten und etwas besserer Preise wurde im Bogenbereich im dritten Quartal ein positives Betriebsergebnis von 1,6 Mio. Euro erzielt. Auch über die gesamte Berichtsperiode war das Segmentergebnis mit –7,8 Mio. Euro deutlich besser als in 2012 (–21,3 Mio. Euro).

Im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen unterschritten die Neuaufträge mit 251,1 Mio. Euro den Vorjahreswert von 308,2 Mio. Euro um 18,5 %. Neben der Investitionszurückhaltung der Rollendrucker trug das seit 2012 etwas abgekühlte Geschäft mit Wertpapierdruckanlagen zum Rückgang bei. Der Segmentumsatz erreichte mit 348,5 Mio. Euro nur rund zwei Drittel des Vorjahresvolumens von 520,8 Mio. Euro. Die unzureichende Kapazitätsauslastung an den Rollenstandorten und der geringere Ergebnisbeitrag des Sondermaschinengeschäfts ließen zum 30. September das Ergebnis dieser Sparte von 40,2 Mio. Euro im Vorjahr auf –2,9 Mio. Euro sinken.

Bei einem gegenüber 2012 um fast 50 % höheren Inlandsumsatz reduzierte sich die Exportquote auf 80,4 %. Ins europäische Ausland gingen 25,2 % der Lieferungen (2012: 29,7 %). Konjunkturbedingt lagen diese weiter unter dem langjährigen Mittel. Der Umsatzanteil der Region Asien/Pazifik legte von 24,4 % auf 28,9 % zu. Nordamerika trug mit 11,2 %, Lateinamerika und Afrika mit 15,1 % zum Konzernumsatz bei.

Inklusive der 114 Berufsstarter waren Ende September 6.218 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der KBA-Gruppe beschäftigt, 94 weniger als vor einem Jahr. Mit 444 Auszubildenden und Praktikanten im Konzern ist die Ausbildungsquote von 6,5 % auf 7,1 % gestiegen. Die Beschäftigtenzahl der bisher im Konzern konsolidierten Unternehmen wird durch bereits verabschiedete Maßnahmen und die geplante Neuausrichtung weiter sinken.

Trotz des branchentypisch umsatzstarken vierten Quartals erwartet der Vorstand gegenüber dem Drupa-Vorjahr (1,29 Mrd. Euro) in 2013 einen Rückgang des Konzernumsatzes auf ca. 1,1 Mrd. Euro. Dabei werden die Erlöse bei Rollen- und Sondermaschinen stärker hinter dem Vorjahr zurückbleiben als bei Bogenoffsetmaschinen. In den Nischenmärkten Blechdruck und industrielle Kennzeichnung werden die Jahresziele erreicht oder sogar übertroffen.

Das im März vorgestellte und im Halbjahresbericht am 9. August bereits abgeschwächte Ergebnisziel für das laufende Geschäftsjahr hält das Management für nicht mehr erreichbar. Finanzvorstand Dr. Axel Kaufmann: „Neben dem bis zum Jahresende noch realisierbaren Konzernumsatz werden der ausgelieferte Produktmix sowie in der Höhe noch nicht absehbare Sonderaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen und Bewertungsanpassungen erheblichen Einfluss auf das Jahresergebnis 2013 haben und unter dem Strich zu einem Verlust führen. Ohne die Sondereinflüsse streben wir weiterhin ein positives Betriebsergebnis und ein ausgeglichenes Konzernergebnis vor Steuern (EBT) an.“

Mit dem Ausbau des Servicegeschäfts und der Erweiterung des Produktportfolios für wachsende Marktsegmente will KBA das an anderer Stelle verloren gegangene Geschäftsvolumen zumindest teilweise ersetzen und so zur Stärkung der Ertragslage im Konzern beitragen. 

Neben ersten Markterfolgen im Digitaldruck ist im dritten Quartal mit der Kammann Maschinenbau GmbH der Weltmarktführer bei Druckanlagen für die Direktdekoration von Glasbehältern zur KBA-Gruppe gekommen. Die Mehrheitsübernahme des im Wachstumsmarkt flexible Verpackungen tätigen italienischen Druckmaschinenherstellers Flexotecnica S.p.A. steht laut KBA ebenfalls kurz vor dem Abschluss.

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