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KBA: „Ertragslage hat sich deutlich verbessert“

Halbjahresbericht der Koenig & Bauer AG – 2,6 % mehr Aufträge und 3,1 % mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum
 

Das deutlich geschrumpfte Geschäftsvolumen mit Zeitungsrotationen (l.) versucht KBA durch neue Geschäftsfelder, wie den flexiblen Verpackungsdruck und Glas-Digitaldruck, soweit wie möglich zu kompensieren. Im Segment Bogenoffset (r.) lagen die Bestellungen mit 289,1 Mio. Euro um 1,6 % unter dem Vorjahreswert. 

Gegenüber dem ersten Quartal 2014 und dem Vorjahr hat sich die Ertragslage bei der Koenig & Bauer-Gruppe (KBA) nach sechs Monaten deutlich verbessert, wie KBA in seinem aktuell veröffentlichten Halbjahresbericht 2014 darlegt. Bei einem gegenüber der Vorjahresperiode um 3,1 % auf 517,8 Mio. Euro gestiegenen Konzernumsatz war das Konzernergebnis vor Steuern durch ein positives EBT von +12,0 Mio. Euro im zweiten Quartal nach sechs Monaten mit –0,1 Mio. Euro fast ausgeglichen.

Nach dem ersten Quartal hatte der Druckmaschinenhersteller noch ein EBT von –12,1 Mio. Euro ausgewiesen, im Vorjahr stand ein Vorsteuerverlust von –8,8 Mio. Euro zu Buche. Laut Vorstand sei die Ergebnisverbesserung auf „frühere Initiativen und den margenstärkeren Produktmix“ zurückzuführen.

Umsatzziel weiter gut 1 Mrd. Euro

Wie weiter berichtet wird, erwartet der Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann erste Kostenentlastungen aus dem zu Jahresbeginn eingeleiteten „Fit@All-Programm“ zur Neuausrichtung des Unternehmens angesichts des geschrumpften und strukturell stark veränderten Druckmaschinenmarktes bereits in der zweiten Jahreshälfte. Er verweist auf die Belastung des für den Maschinenbau und KBA wichtigen Exportgeschäfts durch die noch nicht absehbaren Auswirkungen der Ukraine-Krise, der Russland-Sanktionen und anderer Konflikte. Dennoch hält er den im Frühjahr prognostizierten Konzernumsatz von 1,0 bis 1,1 Mrd. Euro weiterhin für möglich, sofern es zu keinen größeren Turbulenzen kommt. Ebenso geht der Vorstand davon aus, dass die deutliche Ergebnisverbesserung gegenüber 2013 im zweiten Halbjahr Bestand haben wird.

Das Halbjahres-Ergebnis nach Steuern im Konzern beträgt –3,4 Mio. Euro (2013: –10,6 Mio. Euro), das Ergebnis je Aktie –0,20 Euro (2013: –0,64 Euro). Beide Geschäftsbereiche haben in den ersten sechs Monaten positive Betriebsergebnisse erzielt. Das Segment Bogenoffset konnte gegenüber 2013 seinen Umsatz um 4,3 % auf 257,4 Mio. Euro steigern und hat durch Einsparungen und bessere Margen einen Betriebsgewinn von +1,5 Mio. Euro (Vorjahr: –9,4 Mio. Euro) erwirtschaftet. Im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen lag das Betriebsergebnis auch aufgrund restrukturierungsbedingter Sonderaufwendungen mit +2,3 Mio. € unter dem Vorjahr (+4,5 Mio. €).

Wegen zurückgeführter Lieferverbindlichkeiten, gesunkener Kundenanzahlungen und abgeflossener Mittel aus dem im Rahmen von Fit@All angelaufenen Personalabbau war der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit im Berichtszeitraum mit –33,7 Mio. € negativ. 

Trotz schwächerer Branchenkonjunktur Plus im Auftragseingang 

Nach der jüngsten VDMA-Statistik wurden im zweiten Quartal auch angesichts der Wachstums- und Währungsschwäche in Schwellenländern und des instabilen politischen Umfeldes 16,2 % weniger Aufträge für Druckereimaschinen vergeben als im Vorjahr. Gegen den Trend konnte KBA im Konzern den Auftragseingang um 2,6 % auf 456,0 Mio. Euro steigern. Der hohe Zuwachs von 10,7 % auf 166,9 Mio. Euro im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen kommt aus dem Banknoten- und Kennzeichnungsdruck, von den neu hinzugekommenen Tochtergesellschaften KBA-Flexotecnica und KBA-Kammann im Spezialverpackungsdruck und von der Ausweitung des Servicegeschäfts. Im Segment Bogenoffset lagen die Bestellungen mit 289,1 Mio. € aus den eingangs genannten Gründen um 1,6 % unter dem Vorjahreswert.

In Europa wieder mehr Geschäft 

Die gegenüber dem Vorjahr um 13,0 % gesunkenen Erlöse im Inland ließen die Exportquote auf 83,4 % (2013: 80,3 %) steigen. Dabei legten die Lieferungen ins europäische Ausland auf 209,4 Mio. Euro zu, gegenüber 129,8 Mio. Euro im Vorjahr. Mit einem Umsatzanteil von 40,4 % gewann dieser KBA-Kernmarkt im Vergleich zu 2013 (25,8 %) wieder an Gewicht. Die Erlöse im Wachstumsraum Asien/Pazifik stiegen leicht von 122,5 auf 125,7 Mio. Euro, der Umsatzanteil blieb mit 24,3 % nahezu konstant. Bei einem Regionalumsatz von 52,0 Mio. Euro ging die Quote für Nordamerika wegen der stark rückläufigen Nachfrage bei Zeitungsrotationsanlagen von 12,6 % auf 10,0 % zurück. Auf die Märkte Afrika und Lateinamerika entfielen 44,7 Mio. Euro bzw. 8,7 % des Konzernumsatzes.

Ende Juni 2014 beschäftigte KBA im Konzern 6.110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber 6.158 vor zwölf Monaten. Ohne die neuen Tochtergesellschaften KBA-Kammann und KBA-Flexotecnica sowie ohne Auszubildende, Praktikanten, befristete und Beschäftigte in Altersteilzeit sank die Mitarbeiterzahl um 242 auf 5.189 und wird bis zum Jahresende weiter deutlich unter 5.000 fallen. Viele der noch in der Personalstatistik geführten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben das Unternehmen bereits verlassen.

Ausblick 2014

Bolza-Schünemann gibt auch einen Ausblick auf 2014: „Die KBA-Gruppe wird im laufenden Jahr nicht wachsen, die neu hinzugekommenen Geschäftsfelder flexibler Verpackungsdruck und Glas-Direktdruck werden aber weggefallene Erlöse im Rotationsgeschäft zumindest teilweise kompensieren.“ Dabei wolle man aber „im Gesamtjahr 2014 ein ausgeglichenes Konzernergebnis vor Steuern (EBT) erreichen.“ 

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