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KBA: Im Werk Frankenthal wird gestreikt

Rund 300 Mitarbeiter legen ihre Arbeit nieder

Am KBA-Produktionsstandort Frankenthal wird seit heute morgen gestreikt. Die Mitarbeiter wollen eine Verlagerung der Falztechnik und damit aller Montagarbeiten nach Würzburg verhindern.

Beim Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer im rheinland-pfälzischen Frankenthal wird seit heute morgen gestreikt. Wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet, haben rund 300 Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt. Sie protestieren gegen den Plan des Unternehmens, die Falztechnik und damit alle Montagearbeiten ins Stammwerk nach Würzburg zu verlagern. Dies würde, so der SWR unter Berufung auf die Gewerkschaft IG Metall, die Streichung von mehr als 200 Stellen bedeuten.

Der Streik soll laut der Tageszeitung "Junge Welt" vorerst bis Samstag andauern; die IG Metall sei jedoch auch auf einen sechs Wochen langen Streik vorbereitet – heißt es im SWR unter Berufung auf Aussagen eines Gewerkschaftssprechers. Demnach werde der Streik "rund um die Uhr" gehen und bei Bedarf auch von Woche zu Woche verlängert. Bereits gestern sollen die Anlagen aufgrund einer ganztägigen Betriebsversammlung still gestanden haben, heißt es in der Jungen Welt. Zuvor sei zudem der Abtransport fast fertiggestellter Falzapparate durch die Belegschaft verhindert worden.

Die Auslastung im Frankenthaler Werk, in dem vor allem Teile für die KBA-Rotationsmaschinen gefertigt werden, war – wie print.de bereits im Dezember berichtete – schon im Jahr 2008 nicht mehr ausreichend. Damals hatten der KBA-Vorstand und der Betriebsrat einen Sozialplan zum Stellenabbau im Frankenthaler Werk ausgehandelt. Demnach sollten bis Ende 2011 im Werk nur noch 605 der ehemals rund 900 Mitarbeiter beschäftigt werden. Doch einen weiteren Abbau von mindestens 200 Arbeitsplätzen, der mit der geplanten Verlagerung der Falzapparatefertigung nach Würzburg einhergehen würde, wolle die Gewerkschaft nicht zulassen, heißt es in der Jungen Welt.

Wie der SWR berichtet, gehören mehr als 90 Prozent der Belegschaft in Frankenthal der Gewerkschaft IG Metall an. Diese werde ihre Mitglieder während des Arbeitskampfes weiter bezahlen. Die Gewerkschaft möchte eine Zerschlagung des Werkes verhindern und fordert, so das Nachrichtenportal Rhein Neckar, unter anderem einen Kündigungsschutz für die verbliebenen Mitarbeiter bis 2020. Sie wolle damit zumindest einen Großteil der aktuellen Jobs am Fertigungsstandort sichern.

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