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KBA: Neue Holdingstruktur mit vier eigenständigen operativen Einheiten

Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG – Aktionäre stimmen neuer Unternehmensstruktur zu
 

Die gesellschaftsrechtliche Neuausrichtung des 198 Jahre alten Druckmaschinenbauers war ein Schwerpunkt in den Ausführungen des Vorstandsvorsitzenden Claus Bolza-Schünemann vor den Aktionären.

KBA hat Großes vor. Die Muttergesellschaft Koenig & Bauer AG soll in eine Management-Holding umgewandelt werden. Dazu bedarf es der Zustimmung der Aktionäre, die es dann auch vor einigen Tagen im Rahmen der 90. Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG (KBA) im Vogel Convention Center (VCC) in Würzburg mit großer Mehrheit gab. Die bereits angekündigte dezentrale Unternehmensstruktur sieht die Ausgründung von vier operativen Tochtergesellschaften für die Geschäftsbereiche Digital & Rolle (KBA-Digital & Web Solutions), Bogen (KBA-Sheetfed Solutions), Wertpapier (KBA-Notasys) und Produktion (KBA-Industrial Solutions) vor. Laut KBA-Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann wirken sich die dadurch erwartete größere Kosten- und Ergebnistransparenz sowie die internen Kunden-Lieferantenverhältnisse „positiv auf die Gesellschaft und deren Ertragskraft aus.“

Die vier ausgegliederten Gesellschaften erhalten die Rechtsform einer AG & Co. KG mit der Muttergesellschaft und Holding Koenig & Bauer AG als alleinigem Komplementär. Der Vorstand der Holding, die in erster Linie strategische und zentrale Funktionen übernimmt, wird von sechs auf drei Mitglieder verkleinert. Im Vorstand verbleiben neben dem Vorsitzenden Claus Bolza-Schünemann der Finanzvorstand Dr. Mathias Dähn und der für die Restrukturierung zuständige Vorstand Dr. Andreas Pleßke. Die drei anderen Vorstände Michael Kummert, Christoph Müller und Ralf Sammeck werden für ihre Bereiche Geschäftsführer der neuen Gesellschaften. Hinzu kommt Lothar Hohmann als Geschäftsführer für den Wertpapierbereich in Würzburg. Nach der nunmehr erfolgten Zustimmung der Hauptversammlung und der Eintragung der neuen Gesellschaften ins Handelsregister tritt die neue Struktur rückwirkend zum 1. Januar 2015 in Kraft.

Die Umsetzung des Anfang 2014 begonnenen Restrukturierungsprogramms Fit@All ist fast abgeschlossen, inklusive der im Dezember 2013 angekündigten Personalreduzierung um rund 1.500 Stellen. Bolza-Schünemann: „Dieser Prozess war nicht nur für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schmerzhaft, angesichts des deutlich geschrumpften Weltmarktvolumens für neue Bogen- und Rollenoffsetmaschinen aber leider unvermeidlich. Seit 2006 ist der Konzernumsatz marktbedingt um 37 % gesunken, die Mitarbeiterzahl um 31 %. Auf Basis bereits getroffener Vereinbarungen werden wir Ende 2016 – ohne Auszubildende, Praktikanten und Mitarbeiter in Altersteilzeit – etwa 4.500 Konzernbeschäftigte haben. Ende März 2015 waren es noch 4.711. Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung nähern sich immer mehr an, obwohl die großen Rotationsanlagen von 2006 heute weitgehend fehlen, die Produktpalette wesentlich breiter geworden ist und 2013 zwei neue Gesellschaften dazugekommen sind. Überdurchschnittlich geblieben ist unsere Ausbildungsquote mit 7,4 % in 2014.“

Angesichts des mit +5,5 Mio. Euro vor Steuern (EBT) und +0,3 Mio. Euro nach Steuern für eine Ausschüttung nicht ausreichenden Konzernergebnisses 2014 und des aus dem Vorjahr noch vorhandenen Bilanzverlustes bei der Koenig & Bauer AG konnte der KBA-Chef den Aktionären keinen Dividendenvorschlag unterbreiten. Er bestätigte aber angesichts des nach eigenen Angaben guten Auftragseingangs im ersten Quartal und der aktuell deutlich verbesserten Projektlage seine Prognose für das Gesamtjahr 2015 mit einem Konzernumsatz von gut 1 Mrd. Euro und einer EBT-Rendite von bis zu 2%. Mittelfristig strebe KBA nach Abschluss der Restrukturierung im Konzern eine EBT-Rendite von 4 bis 6% an. Aufgrund der unterschiedlichen Wettbewerbssituation liegen die EBT-Ziele für Sheetfed und Digital & Web unter denen für die Spezialmärkte.

Zur Erreichung der mittelfristigen Ziele will der Druckmaschinenhersteller sein Produktportfolio für Wachstumsmärkte wie den Digital- und Verpackungsdruck erweitern, gezielt in wachsenden Regionalmärkten expandieren, das Servicepotenzial der installierten Maschinenbasis noch besser ausschöpfen und neue industrielle Nischenanwendungen wie z. B. den digitalen Dekordruck forcieren. „Dort konnte KBA als Neueinsteiger mit seinen bis zu 2,25 m breiten High-Volume Inkjet-Rotationen bereits erste Bestellungen verbuchen“, weiß Klaus Schmidt, Director Marketing / Corporate Communications, zu berichten. Darüber hinaus arbeitet man mit dem amerikanischen Hersteller Hewlett Packard bei einer bis zu 2,8 m breiten Digitalrotation für Wellpappenverpackungen zusammen, die im vierten Quartal im Würzburger Werk vorgestellt werden soll.

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