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KBA: Umsätze und Aufträge im Geschäftsjahr 2013 rückläufig

Positives operatives Ergebnis von Sondereinflüssen überlagert – Vorstandschef erwartet für 2015 eine Trendwende bei den Ergebniszahlen
 

Der Digitaldruck wird für neue Geschäftsmodelle im Bereich Print zunehmend interessanter (Bild: KBA Rotajet).

Gestern hat der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) seinen Konzernbericht für das Geschäftsjahr 2013 vorgelegt. Wie es darin heißt, liegen Umsatz und Auftragseingang für 2013 durch die verhaltene Nachfrage im Geschäft mit Offset- und Wertpapierdruckanlagen unter den durch die Fachmesse Drupa geprägten Vorjahreswerten. Die Ergebniszahlen im operativen Geschäft seien positiv, werden aber durch einmalige Wertanpassungen und hohe Rückstellungen für Sonderaufwendungen, die durch das im Dezember 2013 verabschiedete Programm zur Neuausrichtung der KBA-Gruppe entstanden sind, belastet.

„KBA wird die finanziellen Auswirkungen dieses Projekts zwar auch in 2014 noch spüren. Für 2015 erwarten wir jedoch eine signifikante Trendwende in den Ergebniszahlen und spätestens 2016 soll KBA wieder nachhaltig profitabel wirtschaften“, führt der KBA-Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann im Aktionärsbrief wörtlich aus. 

Die konjunkturellen Folgen der Staatsschuldenkrise in Teilen Europas, das geringere Wirtschaftswachstum in den BRIC-Staaten, negative Währungseffekte in aufstrebenden Märkten, die veränderte Mediennutzung und die in den Industrieländern anhaltende Konsolidierung der Druckbranche ließen nach VDMA-Angaben im Jahr 2013 die Bestellungen und den Umsatz mit in Deutschland produzierten Druckereimaschinen bis zu 10 % sinken. Diese Entwicklung spürte auch der Druckmaschinen-Hersteller KBA.

Der Auftragseingang im Konzern lag mit 1,012 Mrd. Euro um 9,3 % unter dem Vorjahr, wie der Geschäftsbericht weiter ausweist. Beim Konzernumsatz wurde mit 1,099 (2012: 1,294) Mrd. Euro ein Rückgang von 15 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Während der Segmentumsatz bei Bogenoffsetmaschinen um 11,1 % auf 571,9 Mio. Euro schrumpfte, gingen die Erlöse im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen um 18,9 % auf 527,8 Mio. Euro zurück. Dabei machte sich die in den letzten Jahren stark verminderte Nachfrage im traditionellen Kerngeschäft mit Rollenrotationsanlagen für den Zeitungs- und Akzidenzdruck negativ bemerkbar, wie KBA argumentiert. 

Das in den Vorjahren überdurchschnittliche Geschäftsvolumen im Spezialmarkt Banknotendruck näherte sich dem Normalniveau. Bei den Neubestellungen verzeichnete der Bogenbereich gegenüber 2012 einen Rückgang um 8,9 % auf 608,0 Mio. Euro. Im Segment Rollen- und Sondermaschinen lag der Auftragseingang mit 404,2 Mio. Euro um 9,9 % unter dem vorangegangenen Jahr. Der Auftragsbestand zum Geschäftsjahresende erreichte 560,5 Mio. Euro (2012: 648,0 Mio. Euro).

Trotz des um fast 200 Mio. Euro niedrigeren Konzernumsatzes und damit verbundener geringerer Deckungsbeiträge erzielte KBA vor Sondereinflüssen ein positives Betriebsergebnis von 24,5 Mio. Euro (2012: 40,8 Mio. Euro). Dabei wurden die Einsparungen bei den Personalkosten durch Ergänzungstarifverträge an den beiden Hauptstandorten Würzburg und Radebeul durch die geringeren Ergebnisbeiträge aus dem Sondermaschinengeschäft und durch die Unterauslastung der Rollenstandorte überlagert.

Durch Rückstellungen für Kapazitäts- und Strukturanpassungen im Rahmen des Restrukturierungs-Programms und bilanzielle Wertanpassungen beim Anlagevermögen fielen im Berichtsjahr erhebliche Sonderaufwendungen in Höhe von 155,2 Mio. Euro an. Nach Sondereinflüssen ergibt sich damit ein negatives Betriebsergebnis von -130,7 Mio. Euro. Nach dem Vorsteuergewinn von 3,7 Mio. Euro im Vorjahr wird für 2013 ein negatives Konzernergebnis vor Steuern (EBT) von -138,1 Mio. Euro ausgewiesen. Dies entspricht einem anteiligen Ergebnis je Aktie von -9,31 Euro. Laut Bolza-Schünemann könne für das Geschäftsjahr 2013 keine Dividende ausgeschüttet werden.

Ende 2013 beschäftigte die KBA-Gruppe 6.409 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne die in 2013 erstmals konsolidierten neuen Tochtergesellschaften KBA-Kammann GmbH und Flexotecnica S.p.A. und ohne Auszubildende, Praktikanten, befristete Arbeitsverhältnisse und Beschäftigte in Altersteilzeit betrug die Mitarbeiterzahl im Konzern 5.347; das sind 75 weniger als im Vorjahr. Im Zuge der Neuausrichtung soll die Mitarbeiterzahl nochmals um deutlich über 1.000 sinken. Die Ausbildungsquote liege bei 7,2 %, so KBA.

Für 2014 strebt das Management einen Konzernumsatz von 1,0 bis 1,1 Mrd. Euro und ein positives operatives Betriebsergebnis vor Sondereffekten an.

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