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KBA: Umsatz wie Vorjahr, aber besseres Ergebnis

Auftragsplus bei Bogenmaschinen kann Rückgang bei Rollen- und Sondermaschinen nicht kompensieren ­– Stellenabbau geht weiter
 

Das Management der Koenig & Bauer AG sieht Wachstumspotenzial vor allem im Digital- (hier eine Rotajet 168, Ausschnitt) und Verpackungsdruck.

Die am heutigen Tag von der Koenig & Bauer AG (KBA) vorgelegten Konzernzahlen für das Geschäftsjahr 2014 weisen einen in etwa gleich gebliebenen Umsatz in Höhe von 1,1 Mrd. Euro aus (2013: 1.099,7 Mio. Euro). Was das Betriebsergebnis angeht, so lassen sich hier erste positive Effekte durch den Anfang 2014 beim Druckmaschinenhersteller eingeleiteten Konzernumbau (Fit@All-Programm) ausmachen. War dies im Vorjahr noch durch Restrukturierungsaufwendungen von über 155 Mio. Euro belastet, so fiel das Betriebsergebnis 2014 sowohl im Segment Bogenmaschinen als auch bei den Rollen- und Sondermaschinen positiv aus und war trotz nochmaliger Sonderaufwendungen von 10,0 Mio. Euro mit +14,1 Mio. Euro besser als vor einem Jahr avisiert. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) übertrifft mit +5,5 Mio. Euro und das Konzernergebnis mit +0,3 Mio. Euro ebenfalls die Prognose, wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht des Herstellers weiter hervorgeht.

Der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2014 war von negativen externen Effekten geprägt, wie KBA weiter meldet. Die Entwicklung im Bogenbereich ist für den Druckmaschinenhersteller jedoch  erfreulich, weil hier der Auftragseingang entgegen dem Branchentrend gegenüber 2013 leicht von 608 auf 610,1 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Die Entwicklung im Zeitungs- und Publikationsdruck führte zu einem Rückgang im Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr um 14,2 % auf 346,8 Mio. Euro. Insgesamt konnte das leichte Auftragsplus im Bogenbereich den Rückgang im Bereich Rollen- und Sondermaschinen nicht kompensieren, die Neubestellungen im Konzern lagen mit 956,9 Mio. Euro um 5,5 % unter Vorjahr.

Das Restrukturierungsprogramm soll verschiedene Ziele erreichen. Eines ist, die Abhängigkeit von schrumpfenden Märkten wie dem Zeitungs- und Publikationsdruck zu stoppen. Der Vorstand erwartet sich dadurch eine stabilere Auslastung und eine angemessene Ertragslage auch dieser Geschäftseinheiten. Am Jahresende standen im Konzern insgesamt Aufträge für 417,3 Mio. Euro in den Büchern gegenüber 560,5 Mio. Euro Ende 2013.

Ähnlich war die Segmententwicklung beim Umsatz. Während die Erlöse mit Bogenmaschinen auch durch das dynamische Blechdruckgeschäft um 3,3 % auf 590,6 Mio. Euro stiegen, sank der Umsatz mit Rollen- und Sondermaschinen um 3,5 % auf 509,5 Mio. Euro. Die geringeren Erlöse in diesem Bereich konnten teilweise durch die erstmalige Konsolidierung der KBA-Kammann und KBA-Flexotecnica über die volle Berichtsperiode kompensiert werden. Beide Unternehmen liefern Spezialmaschinen für den Verpackungsdruck. Leicht gewachsen ist die im Kennzeichnungsdruck tätige KBA-Metronic. Einen Umsatzbeitrag leistete auch das Geschäftsfeld Digitaldruck mit der ersten an einen deutschen Dekordrucker gelieferten KBA Rotajet 168.

China immer noch größter Einzelmarkt

Gegenüber 2013 ging der Inlandsumsatz um 8,3 % auf 180,6 Mio. Euro zurück, wie KBA weiter meldet. Entsprechend stieg die Exportquote von 82,1 auf 83,6 %. Die Lieferungen ins europäische Ausland nahmen um 17,8 % auf 389,8 Mio. Euro zu, der Anteil dieser Region am Konzernumsatz stieg von 30,1 auf 35,5 %. Nordamerika trug mit 117,6 Mio. Euro bzw. 10,7 % zum Umsatz bei gegenüber 12,8 % im Vorjahr. Die Schwellenmärkte Lateinamerika und Afrika bewegten sich mit einem Anteil von 13,5 % etwas über dem üblichen Niveau. Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik sank wegen der Wachstumsdelle in China und der schwachen Konjunktur in Thailand von 301 Mio. Euro im Vorjahr auf 263,4 Mio. Euro, die Regionalquote von 27,4 auf 23,9 %. China blieb aber der größte Einzelmarkt.

Nach dem wegen hoher Restrukturierungsaufwendungen und Wertanpassungen stark negativen Segmentergebnis im Vorjahr (2013: –77,6 Mio. Euro) hat der Bogenbereich 2014 ein positives Betriebsergebnis von +11,5 Mio. Euro erzielt. Dazu habe auch die Geschäftsentwicklung bei KBA-Metalprint in Stuttgart beigetragen. Der KBA-Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann bezeichnet die Ergebnisentwicklung der Bogensparte als „ausgesprochen ermutigend für die Zukunft.“ Bei den Rollen- und Sondermaschinen lag das Betriebsergebnis nach Sondereffekten mit +2,6 Mio. Euro unter früheren Jahren. 

Ende 2014 waren bei der KBA-Gruppe 5.731 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, 678 weniger als zum Jahresende 2013. Ohne Auszubildende, Praktikanten und bereits freigestellte Beschäftigte sank die Belegschaft im Konzern auf 5.114. Im Zuge der Neuausrichtung wird die Mitarbeiterzahl bis Ende 2016 weiter auf etwa 4.500 schrumpfen. Die Ausbildungsquote liegt bei 7,4 %.

Neue Gesellschaftsstruktur in Vorbereitung

Im Rahmen der Neuausrichtung bereitet der Vorstand den Wechsel von einer funktionalen zu einer divisionalen Gesellschaftsstruktur vor, wie es heißt. In der neuen Gesellschaftsstruktur agiert die Koenig & Bauer AG als Holding mit Zentralfunktionen. Unter ihrem Dach sind die operativen Geschäftseinheiten Bogenoffset (KBA-Sheetfed Solutions), Digital & Rolle (KBA-Digital & Web Solutions) sowie als gemeinsame Fertigungsbasis die standortübergreifende Produktion (KBA-Industrial Solutions) vorgesehen. Die ausgegliederten Gesellschaften haben die Rechtsform einer AG & Co. KG. Die für den Sicherheitsdruck verantwortliche KBA-Notasys wird passend zur Wertschöpfungskette neu zugeschnitten und wie KBA-Metalprint, KBA-Meprint, KBA-Metronic, KBA-Kammann und KBA-Flexotecnica im neu geschaffenen Segment Spezialmaschinen konsolidiert.

Angesichts der vielen Unwägbarkeiten für die Weltwirtschaft unterstellt KBA für 2015 kein generelles Wachstum des Druckmaschinenmarktes. Wachstumspotenzial sieht das Management vor allem im Digital- und Verpackungsdruck. Dabei will sich KBA im Digitaldruck verstärkt auf Anwendungen mit anspruchsvollen Materialien und großen Bedruckstoffbreiten konzentrieren. Bei einigermaßen stabilen Rahmenbedingungen strebt der Vorstand im Geschäftsjahr 2015 einen Konzernumsatz von gut 1 Mrd. Euro an und erwartet gegenüber 2014 eine Ergebnisverbesserung auf eine EBT-Marge von bis zu 2 % vom Umsatz.

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