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KBA-Vorstandsvorsitzender Albrecht Bolza-Schünemann tritt zurück

Hohe Verluste im Geschäftsbereich Bogendruckmaschinen führen zu diesem persönlichen Schritt

In der März-Sitzung des Aufsichtsrats hat Albrecht Bolza-Schünemann, seit 2003 Vorstandsvorsitzender der Koenig & Bauer AG (KBA), seinen sofortigen Rücktritt von allen Vorstandsämtern erklärt. Diesen persönlichen Schritt begründete er mit den hohen Verlusten in dem hauptsächlich in Radebeul bei Dresden angesiedelten Geschäftsbereich Bogendruckmaschinen und einer aus seiner Sicht notwendigen neuen Handschrift bei der grundlegenden Neuausrichtung des sächsischen Werks. Der Aufsichtsrat nahm den Rücktritt des langjährigen Vorstandsmitglied an.
Zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde kurz darauf Helge Hansen, seit Februar 2009 amtierender Finanzvorstand bei KBA. Er wird von Albrecht Bolza-Schünemann auch das Personal-Ressort am Standort Radebeul übernehmen. Produktionsvorstand Dr. Frank Junker wird den Bereich Erzeugnisentwicklung zunächst weiterführen.
Nach Ansicht von KBA macht die seit Herbst 2008 unter dem Einbruch der Exportmärkte leidende Druckmaschinenbranche insbesondere bei seriennahen Bogenmaschinen eine deutliche Konsolidierung erforderlich. Der neue KBA-Vorstandsvorsitzende Helge Hansen bringe für die unverzichtbaren Einschnitte die notwendige persönliche Distanz, viel Erfahrung und ausgezeichnete Kontakte in die Finanzwelt mit.
Hansen war erst vor zwei Monaten in das Vorstandsressort Finanzen und Controlling bei KBA gewechselt. Zuvor hatte er als Vorstandsvorsitzender die 2004 übernommene Tochtergesellschaft KBA-Metronic AG erfolgreich saniert.
Der Veröffentlichungstermin für den KBA-Konzernabschluss 2008 war kürzlich noch wegen notwendiger Überarbeitungen aufgrund der Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise auf den 30. April verschoben worden. Nach der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats wurden nun aber doch vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Danach ist der Auftragseingang im Konzern 2008 wegen des Markteinbruchs in der zweiten Jahreshälfte gegenüber 2007 um 19,7 % auf 1.241,5 Mio. Euro gesunken. Bei geringer Auslastung – insbesondere in den Werken für Bogenoffsetdruckmaschinen – ging der Umsatz um 10,1 % auf 1.531,9 Mio. Euro zurück. Der Auftragsbestand hat sich zum Jahreswechsel 2008/2009 gegenüber dem Vorjahr um 36,7 % auf 501,5 Mio. Euro abgeschwächt.
Einem operativen Gewinn im Segment Rollen- und Sondermaschinen von über 100 Mio. Euro stand in der Sparte Bogendruckmaschinen ein Verlust von über 180 Mio. Euro gegenüber. Unter dem Strich wird KBA im Konzern demnach ein negatives Betriebsergebnis von rund 80 Mio. Euro und einen Vorsteuer-Verlust (EBT) von über 85 Mio. Euro ausweisen. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) war dagegen mit knapp 10 Mio. Euro positiv.
Aufgrund der weltweiten Rezession und der daniederliegenden Branchenkonjunktur hat der KBA-Vorstand für 2009 einen nochmaligen Umsatzrückgang in der Größenordnung von 20 % eingeplant. Angesichts des Restrukturierungs- und Konsolidierungspakets sowie weiterer Einsparmaßnahmen strebt das Unternehmen jedoch die Rückkehr zu einem ausgeglichenen Ergebnis an, sofern der Nachfrageeinbruch sich nicht weiter verstärkt.
Weitere Details zum Geschäftsjahr 2008 und zu den Erwartungen für 2009 sollen mit den endgültigen Geschäftszahlen am 30. April bekanntgegeben werden.

Koenig & Bauer AG (KBA) http://www.kba-print.de

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